Spiegelkern

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Spiegelkerne sind Atomkernpaare mit vertauschter Protonen- und Neutronenzahl. Sie unterscheiden sich deshalb in der Kernladungszahl und stellen somit zwei verschiedene chemische Elemente dar. Spiegelkerne sind ein Spezialfall der Isobare.

Beispiele für Spiegelkerne:

  • {}^{30}_{14} \mathrm {Si}_{16}   und   {}^{30}_{16} \mathrm {S}_{14}   gerade-gerade (gg) Kerne
  • {}^{32}_{15} \mathrm {P}_{17}   und   {}^{32}_{17} \mathrm {Cl}_{15}   ungerade-ungerade (uu) Kerne
  • {}^{35}_{17} \mathrm {Cl}_{18}   und   {}^{35}_{18} \mathrm {Ar}_{17}   ungerade-gerader (ug) Kern und gerade-ungerader (gu) Kern

Die Spiegelkerne sind für vergleichende Untersuchungen in der Kernphysik interessant. Beispielsweise unterscheiden sich in der Bethe-Weizsäcker-Formel die Bindungsenergien für Spiegelkerne nur durch den Coulomb-Anteil, der dann isoliert untersucht werden kann. Mindestens einer von beiden Spiegelkernen ist immer radioaktiv, bei den uu-Spiegelkernen sind sogar stets beide Kerne radioaktiv. Mit Ausnahme des Paars 3H und 3He ist immer der Kern mit der höheren Protonenzahl radioaktiv.

Literatur[Bearbeiten]

  • Povh, Rith, Scholz, Zetsche: Teilchen und Kerne, Springer, 4. Auflage 1997, ISBN 3-540-61737-X