Spiel des Lebens (Spiel)

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Spiel des Lebens
Jinsei Game kodomo.jpg
Daten zum Spiel
Autor Milton Bradley (1860),
Reuben Klamer (1960)
Verlag MB-Spiele,
Hasbro
Erscheinungsjahr 1861 (Urversion),
1960 (USA)
1980 (Deutschland)
Art Brettspiel
Mitspieler 2 bis 6
Dauer ca. 40 bis 90 Minuten
Alter ab 8 Jahren

Das Spiel des Lebens ist ein Gesellschaftsspiel von Reuben Klamer, welches seit 1960 in den USA und seit 1980 in Deutschland von Milton Bradley (heute Hasbro) herausgegeben wird. Es ist ein Brettspiel mit Würfelspiel-Elementen, bei dem ein Lebenslauf vom Abitur bis zum Altersruhestand in verschiedenen Stationen durchgespielt wird, wobei es auf die individuellen Entscheidungen eines jeden Spielers in Bezug auf Karriere, Familie und Finanzierungen ankommt. Das Ziel besteht darin, am Ende des Spiels möglichst viel Kapital angehäuft zu haben. Hierbei zählen auch im Laufe des Lebens angehäufte Status-Symbole (Lebensstil-Karten in späteren Ausgaben) wie z. B. zum Bundeskanzler gewählt worden zu sein oder einen Bestseller verfasst zu haben, welche nach dem Spiel der Einfachheit halber ebenfalls in Geld aufgerechnet werden.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Versionen des Klassikers, u.a. als Kartenspiel Spiel des Lebens Abenteuer oder als Computerspiel für Smartphone, PC und Spielkonsole.[1][2].

Ausstattung[Bearbeiten]

Das Spiel des Lebens besticht durch seine reichhaltige Ausstattung. Auf dem relativ großen detailliert bebilderten Spielplan sind zahlreiche Plastikaufbauten wie Häuser und Hecken angebracht. Weiterhin wird auf Würfel verzichtet. An deren Stelle tritt ein großes, von 1 bis 10 durchnummeriertes Glücksrad. Weiterhin gibt es einen Plastikständer für das Geld (in späteren Ausgaben nicht mehr vorhanden), zahlreiche Kärtchen und als Spielfiguren Autos, in welche man zunächst eine Spielfigur des gewünschten Geschlechts einsetzt.

Spielablauf[Bearbeiten]

Alle Spieler ziehen reihum, gewürfelt wird mit dem bereits erwähnten „Glücksrad“. Jeder Spieler hat zu Beginn des Spiels gerade sein Abitur abgeschlossen und steht vor der Entscheidung, ob er gleich „losarbeiten“ will und sofort Gehalt erhält oder einen Kredit für ein Studium aufnimmt, wodurch er mehr Auswahlmöglichkeiten bezüglich seines zukünftigen Gehalts und auch eine bessere Aussicht auf ein höheres Gehalt bekommt. Sobald ein Spieler einen Beruf (von „Verkäufer“ über „Rockstar“ bis „Anwalt“ sind verschiedenste vertreten) ergriffen hat, bekommt er vor jedem seiner weiteren Züge sein Gehalt ausgezahlt, dreht dann das Glücksrad und zieht die entsprechende Anzahl Felder voran. Auf roten Stoppfeldern muss er vorzeitig halt machen, bei Weggabelungen muss er sich entscheiden, wo er langgeht. Abschließend führt er die Anweisungen des Feldes, auf dem er gelandet ist, aus, die Spanne reicht hier vom Gewinn oder Verlust kleinerer Geldbeträge über Casinospiele bis zur Geburt von Kindern, welche dann hinter dem Ehepartner im Auto Platz nehmen. So würfelt jeder Runde um Runde, kauft so viele Statussymbole (als langfristige Geldanlage) und Lebensversicherungen (als Schutz vor bösen Ereignissen) wie möglich, bis schließlich die Pensionierung erfolgt. Ab diesem Zeitpunkt hat man noch etwa 25 Felder zu überwinden, welche einen den Großteil des angesparten Vermögens wieder verlieren lassen, bevor man endlich in der „Herrschaftlichen Villa“ ankommt, sofern man nicht schon zuvor pleitegegangen ist und im Altersruhesitz auf die verbleibenden Spieler wartet und sich mit Glücksspiel die Zeit vertreibt. Ist schließlich der letzte Spieler in einem der beiden Gebäude angekommen, so wird das Geld ausgezählt, der vermögendste Spieler hat schließlich gewonnen.

Kommentar und Kritik[Bearbeiten]

Bei dem Spiel handelt es sich um ein reines Glücksspiel, die Spieler haben auch bei den Abzweigungen nur die Auswahl zwischen hohem und niedrigerem Risiko. Dadurch ist das Spiel sowohl für verhältnismäßig kleine Kinder geeignet, die Interaktionen zwischen den Spielern sind dabei aber gering, so dass das Spiel für Erwachsene langfristig an Reiz verliert. Bei dem Spiel geht es ausschließlich um Geld, wobei keine didaktische Unterscheidung zwischen verschiedenen Möglichkeiten hinsichtlich Erwerb (z. B. im Casino gewonnen) und Verlust (z. B. durch Spenden) vorgenommen wird.

Geschichte[Bearbeiten]

The Checkered Game of Life

Das Spiel beruht auf dem von dem Lithographen Milton Bradley 1860 entwickelten und 1861 in den USA veröffentlichten Spiel The Checkered Game of Life, welches wiederum auf dem noch viel älteren Spiral-Laufspiel Gänsespiel beruht.

1959 wurde der Spielzeug- und Spieleentwickler Reuben Klamer von MB beauftragt, ein Spiel anlässlich des hundertjährigen Bestehens von Milton Bradley zu entwickeln. Er wurde durch The Checkered Game of Life inspiriert, welches er in den Archiven von Milton Bradley entdeckt hatte. 1960 wurde das Spiel dann in den Vereinigten Staaten als The Game of Life veröffentlicht. Das Spiel ist heute noch erhältlich und wird vom MB-Aufkäufer Hasbro in 20 verschiedenen Sprachen vertrieben. Es existieren auch Computerspiel-Versionen.

Im Laufe der Zeit wurden an der deutschen Version Änderungen vorgenommen. So änderten sich die Gehälter der verschiedenen Berufe (ursprünglich über die Universität: Arzt 20.000, Journalist 10.000, Rechtsanwalt 15.000, Lehrer 8.000, Physiker 10.000 oder Assistent 6.000; bei Wahl Geschäft Angestellter 5.000), auch wurde der 20.000-Schein abgeschafft, der in den ersten Auflagen noch vorhanden war (zusätzlich änderte sich die Farbe des 50.000-Scheines von hellgrün auf das Gelb des 20.000-Scheines). Auch wurden die Beträge auf den Feldern geändert. So lag in der ersten Version der Höchstbetrag, den man auf einem Feld bekommen konnte, bei 400.000 (Lizenzgebühr für eine Erfindung).

Japan[Bearbeiten]

Die japanische Fassung Jinsei Game (人生ゲーム, Jinsei Gēmu) wurde 1968 durch Takara (heute: Takara Tomy) eingeführt. Bis 2008 verkaufte es sich dort 12 Mio. mal.[3] Bis 2005 erschien es in 38 Fassungen. So erschien neben der Standard-Linie, von 1989 bis 2001 jedes Jahr eine Heisei-Fassung (平成版, Heisei-ban) die sich an die Zielgruppe der Erwachsenen richtete, in dem z.B. Katastrophenszenarien aufgenommen wurden: so enthielt das Jinsei Game Heisei-ban VII (人生ゲーム平成版 VII) von 1995 das Erdbeben von Kōbe und die Giftgasanschläge dieses Jahres und das Jinsei Game Heisei-ban 1999 (人生ゲーム平成版1999) enthielt ein Endzeitszenario. Neben dieser Linie erschienen auch Franchise-Fassungen, z.B. zu Hello Kitty, Dejiko, Tokimeki Memorial 2 und Doraemon.[4]

Das Spielsystem basiert auf dem Sugoroku (japanisches Backgammon), bei dem statt Würfeln das Glücksrad (roulette) verwendet wird. Der Spieler fängt bereits im Säuglingsalter an, besucht dann die Grund-, Mittel- und Oberschule und kann sich dann für Studium oder Berufsleben entscheiden.

Ähnliche Spiele[Bearbeiten]

  • Mankomania – bei diesem Spiel wird das Spielprinzip ins Gegenteil verkehrt: Gewonnen hat, wer als erstes eine Million verloren hat.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das Spiel des Lebens. EA, abgerufen am 4. Mai 2012.
  2. IGN: Spiel des Lebens.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format自分だけの「人生ゲーム」オーダーメイドサービス タカラトミー. J-CAST, 10. Januar 2008, abgerufen am 28. März 2009 (japanisch).
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Format人生ゲームMuseum. Takara Tomy, abgerufen am 28. März 2009 (japanisch, Zeitleiste der japanischen Fassungen).

Weblinks[Bearbeiten]