Spielbank Aachen

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Das Spielcasino im Kurhaus

Die Spielbank Aachen, eine von vier Spielbanken in Nordrhein-Westfalen, hat zwei Niederlassungen in Aachen. Das Klassische Spiel in der Monheimsallee im Neuen Kurhaus Aachen (50° 46′ 54″ N, 6° 5′ 35″ O50.7816156.093139Koordinaten: 50° 46′ 54″ N, 6° 5′ 35″ O) und das Automatenspiel im Kapuziner Karree am Alten Posthof (50° 46′ 19″ N, 6° 5′ 13″ O50.7719336.086806).

Die Spielbank beschäftigte im Jahr 2011 inklusive der Gastronomie etwa 200 Angestellte.[1] Sie wird von der WestSpiel, der Westdeutsche Spielbanken GmbH & Co. KG betrieben, die an acht Standorten in Deutschland solche Einrichtungen unterhält. 2010 kamen 120.000 Besucher in beide Spielstätten, die Spielbank erwirtschaftete 7,4 Millionen Euro und damit, im Zuge einer allgemeinen Krise der Branche, 1,3 Millionen weniger als im Vorjahr.[1][2]

Neben den klassischen Spielen Roulette, Black Jack und Poker in verschiedenen Varianten und den Automatenspielen in der Dependance, bietet die Spielbank auch besondere Events und eine eigene Gastronomie mit zwei Bars an.

Geschichte der Spielbank in Aachen[Bearbeiten]

Erstmals wurde am 17. Juni 1764 vom Magistrat der Stadt Aachen eine Spielkonzession an die Witwe Margarete Reumont in der Komphausbadstraße vergeben, die dort ein Hotel und Kaffeehaus im Maison Bouget betrieb. 1766 wurde die Spiellizenz auf deren Sohn, Richard Reumont übertragen. Nach Bau der Neuen Redoute an der Komphausbadstraße 1782 bis 1786 wurde der Spielbetrieb durch Richard Reumont hierhin verlegt. In der jetzt auch so genannten Neuen Redoute wurde das Glücksspiel – bis auf kurze Unterbrechungen während der französischen Herrschaft – bis 1854 durchgeführt. 1854 forderte die preußische Regierung endgültig die Einstellung der Spielbetriebe in Aachen, weil sie den Grundsätzen der Moral zuwiderliefen. Um die Stadt Aachen zu besänftigen, schlug man vor, sie bei der Standortwahl für ein Polytechnikum bevorzugt zu berücksichtigen. Das „Aus“ der Aachener Spielbank war somit die Geburtsstunde des Polytechnikums, der Vorläuferinstitution der heutigen RWTH Aachen.

Darüber hinaus existierte im 18. Jahrhundert noch eine Spielbank in der Nähe des Adalbertstores, die Ketschenburg sowie an dem Bach Bever gelegen, eine so genannte Vauxhall, die beide von Hotelwirten aus der Komphausbadstraße, Richard Reumont und Georg Dubingk, betrieben wurden. Auch im damals benachbarten Ort Burtscheid gab es eine Spielbank.[3] Die Straßenbezeichnung Kasinostraße verweist noch heute auf ihren Standort.

Erst 1976 wurde erneut eine Spielbank in Aachen eröffnet. Im Jahre 2002 lagerte man die Spielautomaten aus.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Westspiel beendet den Standort-Poker. In: Aachener Nachrichten vom 29. September 2011. Abgerufen am 11. Dezember 2012.
  2. Aachen: Casino wirft weniger Ertrag ab. Belgischer Rundfunk am 13. April 2011, abgerufen am 11. Dezember 2012.
  3. Henry Lohner: Nur wer tot ist, geht kein Risiko mehr ein: Geschichte der Spielbanken ...; Norderstedt 2012; ISBN 978-3844809770; Kap.: Aachen, S. 33-, Burtscheid, S. 52-