Spielkarte

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Dieser Artikel erläutert traditionelle, europäische Spielkarten; andere Spielkarten sind unabhängig voneinander in verschiedenen Kulturkreisen entstanden. Einzelheiten für die indische Tradition Spielkarte (indisch), für die ostasiatische Tradition Spielkarte (ostasiatisch). Daneben gibt es heute viele Kartenspiele mit eigenem Blatt.
Rommé-Bridge-Canasta-Blatt, französisches Bild mit deutschen Abkürzungen auf den Hofkarten

Spielkarten sind bedruckte rechteckige Kartonstücke, oder seltener auch Plastikstücke in handlichem Format, oft etwa 6 × 9 cm, die auf der Vorderseite mit Bildern, Wertangaben und Symbolen bedruckt sind und auf der Rückseite ein einheitliches Motiv aufweisen, so dass der Wert der umgedrehten Karte nicht erkennbar ist. Das Motiv der Vorderseite ist häufig punktsymmetrisch, damit die Karten auch „auf dem Kopf stehend“ lesbar sind.

Geschichte[Bearbeiten]

Ihren Ursprung haben Spielkarten in Ostasien, wo die Herstellung von Kartonplättchen früher als in Europa einsetzte. Die frühesten Spielkarten sind in Korea und China des 12. Jahrhunderts nachweisbar. In Italien sind sie ab dem 14. Jahrhundert bezeugt. In Indien spielte man mit runden Karten und in China mit mehr länglichen, schmalen Streifen.

Geschichte bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Tier-Dame, Das kleine Kartenspiel, Kupferstich, 1460/7, Meister E. S.

Wie das Kartenspiel nach Europa kam, ist nicht gesichert. Es gibt die Vermutung, dass es aus dem Orient von den Arabern, Ägyptern oder über fahrendes Volk importiert wurde, oder auch, dass eine eigenständige Entwicklung im Abendland aufgrund von Beobachtungen dieses Zeitvertreibs im Orient erfolgte.

In Europa werden sie erstmals belegt durch ein vollständiges Verbot des Gebetbuch des Teufels, wie das Kartenspielset genannt wurde, aus der Stadt Bern von 1367 (dieser Eintrag gilt in der Ansicht von untersuchenden Experten als echt, ist dennoch umstritten, weil er durch andere voll akzeptierte zeitgleiche Dokumente nicht gestützt wird). Zwei angeblich frühere Erwähnungen wurden von der Forschung widerlegt: ein Eintrag in der Chronik des Sandro di Pipozzo von Venedig (dieser gilt als unglaubwürdig und die Abschrift stammt erst aus dem 15. Jahrhundert), sowie das von dem Bischof von Würzburg im Jahre 1329 allen Klerikern seiner Diözese auferlegte Verbot des Spiels mit Spielkarten (dieses Dokument wird von Schreiber 1937 glaubwürdig widerlegt). Umstritten in ihrer Interpretation ist eine Textpassage aus dem Jahre 1337 in Marseille.[1]

Im Moment noch nicht durch Dokumente abgesichert sind wiedergefundene Verlautbarungen eines deutschen Forschers F. L. Hübsch, der im Jahre 1849 über das Thema des frühen böhmischen Handels schrieb. Hübsch erklärt, dass polnische Adlige schon vor 1340 Karten spielten, dass Kartenspiele im Jahre 1340 in Böhmen bekannt waren, zitiert ein Spielverbot des Kaiser Karls IV. (hauptsächlich aktiv in Böhmen), von dem das Kartenspiel nicht betroffen ist, und kennt für das Jahr 1354 einen Kartenmaler namens Jonathan Kraysel aus Nürnberg, der in Prag arbeitet.[1] Diesem positiven, aber nicht abgesicherten Befund steht gegenüber, dass Francesco Petrarca (1304–1374), Giovanni Boccaccio (1313–1375) und Geoffrey Chaucer in ihren Werken über Spiele berichten, aber Kartenspiele nicht erwähnen.

Gesichert ist, dass 1370 das Wort naipes (spanisch: Spielkarten) in einem spanischen Reimbuch auftaucht. Ab 1377 werden Spielkartendokumente häufig (oft Spielkartenverbote), der ausführlichste Bericht stammt aus diesem Jahr von Freiburg im Breisgau aus der Feder eines Dominikanermönchs, Johannes von Rheinfelden.[1]

Nachweislich wurde in Italien bereits in den 1370er Jahren mit Karten gespielt, die zu jener Zeit handbemalt waren. Die rapide Ausbreitung des Kartenspiels, seine Verbindung mit Geldeinsätzen und eine damit einhergehende Zunahme von Spielschulden inklusive verspieltem Haus und Hof rief alsbald städtische Obrigkeiten hervor, die oft mit einschränkenden Spielordnungen und auch Verboten reagierte (zumeist in relativ milder Form, gelegentlich auch heftiger; Würfeln z. B. wurde deutlich strenger verfolgt als Kartenspielen). Intensivere Verfolgungen verbinden sich mit den Namen besonders fanatischer Mönche, unter ihnen Bernhardin von Siena (–1445), Johannes Capistranus (–1457) und auch Savonarola (–1498), die allgemein Spiele neben anderem verwerflichem Tand auf Scheiterhaufen verbrennen ließen (für die deutsche Spielkartenproduktion erwies sich Capistranus als besonders problematisch, der zwischen 1453 und 1456 in Deutschland predigte und selbst den sehr zahlreichen Kartenmachern der Stadt Nürnberg für einige Jahre den Broterwerb unmöglich machte). Die Unterdrückung des Spiels war von Ort zu Ort und auch von Zeit zu Zeit verschieden und nahm mit der Zeit ab. Soweit Dokumente bekannt sind, kann man folgern, dass es in Deutschland und auch Frankreich weniger Verbote gab als in Italien. Von den älteren Spielkarten sind vor allem handgemalte erhalten; diese waren ein dem Adel vorbehaltener Luxus, waren diese Karten eben besonders kostbar und wurden daher eher aufbewahrt. Das älteste erhaltene europäische Spiel (datiert auf 1427–1431) stammt aus Stuttgart und zeigt Jagdszenen der Hofgesellschaft. Preiswertere Spiele hatten erst dann eine Chance unsere Zeit zu erreichen, als man begann, Fehldrucke der Spielkartenbilder als preiswerte Verstärkung in Buchrücken einzubinden.

Eine schnellere Verbreitung gelang beim breiten Publikum, als Karten durch Holzschnitttechnik vervielfältigt werden konnten und in Serien damit auch preiswert in der Herstellung wurden. Die Produktion von Spielkarten ist wahrscheinlich der Beginn der Entwicklung des Holzschnittes. Das so genannte Hofämterspiel, das um 1450 entstand, ist das älteste, gedruckte und nachträglich kolorierte Kartenspiel, das bis heute erhalten geblieben ist. Aufgrund seiner Symbolik geht man davon aus, dass es aus dem höfischen Umfeld entstanden ist. Kartenmacher-Innungen sind aus dieser Zeit im deutschsprachigen Raum aus Nürnberg, Augsburg, Ulm und Straßburg bekannt. In Österreich war Wien ein früher Ausgangspunkt der Spielkartenproduktion.

In Italien entwickelten sich sogenannte Trionfi-Karten, die sich in einigen Entwicklungsstufen zum Tarot- (franz.), Tarock- (deutsch) oder Tarocchi-Spiel (ital.) weiterentwickelten (unter diesem neuen Namen erstmals 1505 dokumentarisch belegt). Der Beginn dieser Entwicklung lag vermutlich in der höfischen Kultur der Visconti-Familie in Mailand und der Este in Ferrara (ca. 1440).[1] Der Begriff der Trionfi führte später u. a. zum deutschen Begriff „trumpfen“, der immer noch im Kartenspiel geläufig ist. Das farbenprächtige Visconti-Sforza-Tarock, um 1450 entstanden, enthält im Vergleich zu den normalen Kartensätzen zusätzliche Karten mit Trumpffunktion im Spiel.

Im Laufe der Zeit entstanden lokale Farbzeichensysteme in Europa: darunter das nach und nach an Dominanz gewinnende französische System mit Treff, Pik, Herz und Karo, das deutsche mit Eicheln, Blatt, Herz und Schellen und das spanisch/italienische mit Münzen, Stäben, Schwertern und Kelchen.

In der Frühzeit – soweit es aus den Dokumenten ersichtlich ist – wurden besonders in Deutschland die Produktionsverfahren vereinfacht, wodurch die Spielkarten zum Exportgut wurden. Nebenbei entwickelten sich dadurch Holzschnitt, Kupferstich und Buchdruck in Deutschland früher als in anderen Ländern. Lyon entwickelte ab ca. 1480/1510 eine zentrale Rolle in der Kartenspielproduktion und ließ Kartenspiele zu seinem Exportschlager werden – das Resultat war eine Dominanz des französischen Farbsystems, die immer noch vorherrscht. Spielkarten erhielten cœur (Herz), pique (Lanze), trèfle (Kleeblatt) und carreau (Quadrat).

Ab dem 16. Jahrhundert wurden Kartenspiele in den Spielsalons gesellschaftlicher Kreise gepflegt. Fiskalisches Interesse gebar später die Spielkartensteuer. Reine Glücksspiele mit Spielkarten wurden schließlich staatlich verboten und nur noch unter staatlicher Aufsicht in Spielkasinos, etwa „Poker“ und „Blackjack“, zugelassen. In Deutschland wurde ab dem 1. Januar 1900 durch das Bürgerliche Gesetzbuch geregelt, dass eine Spielschuld nicht einklagbar ist (§ 762 BGB), es sei denn, eine staatliche Genehmigung liegt zugrunde. Spielschulden sind Ehrenschulden.

Geschichte ab dem 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Spielkartenherstellung in der Altenburger Spielkartenfabrik im Januar 1990

Heute übliche Spielkarten dürften sich von dem 4 × 13-Blatt mit 52 Karten ableiten, das schon dem Johannes von Rheinfelden 1377 bekannt war, ein Blatt 10 Zahlkarten und 3 Hofkarten. Üblich war eine Hofkartenkonstruktion mit 3 männlichen Figuren (König und 2 Marschällen), aber auch Damen waren Johannes schon bekannt. In diesem System hat jede Karte einen Zahlenwert und eine von 4 Farben. Somit ergeben sich im vollständigen Blatt die Zahlenwerte 1 (= Ass), 2, …, 10 und den drei Hofkarten 13 Karten pro Farbe, also insgesamt 52 Karten pro Spielsatz, auch Blatt genannt. Der Name Ass leitet sich vom altfranzösischen as (eine Einheit) ab.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden Spielkarten in Deutschland hauptsächlich in Altenburg und Stralsund hergestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte eine Verlagerung der Produktion nach Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart. In Altenburg entstand unter Landesregie der VEB Altenburger Spielkartenfabrik mit der Marke „Coeur“. Diese beiden Betriebe wurden 2002 durch den neuen belgischen Eigentümer Carta Mundi als ASS Altenburger wieder vereinigt.

Das Deutsche Spielkartenmuseum in Leinfelden-Echterdingen hat heute eine umfangreiche Sammlung historischer Spielkarten. Die Sammlung wurde von der ehemals dort ansässigen traditionellen Spielkartenfabrik erworben. Eine weitere umfangreiche Sammlung befindet sich im Schloss- und Spielkartenmuseum in Altenburg.

Die Firmen Dal Negro in Treviso (Italien) und Piatnik in Wien gehören zu den größten und bekanntesten europäischen Spielkartenherstellern.

Das Kartenspiel wird als dramatisches oder gestalterisches Element auch in Szenen der Oper oder des Films verwendet. In Igor Strawinskis Ballett „Jeu de cartes“ stehen Pokerkarten im Mittelpunkt des Bühnengeschehens, die Oper „Pique Dame“ von Peter Tschaikowski handelt von einem dem Pharo verfallenen Helden.

Kartenblätter[Bearbeiten]

Gebrauch und Verbreitung von französischen (blau) und deutschen (gelb) Kartenblättern in Deutschland, der Schweiz, Liechtenstein und Österreich (mit Südtirol)

Im deutschsprachigen Raum sind mehrere verschiedene Typen in Gebrauch, in Deutschland und Österreich das Fränkische, das Altenburger, das Bayerische und das französische Blatt; in Österreich kommt noch das Tarockblatt hinzu; in der Schweiz sind hingegen das französische und das als „deutsches Blatt“ bezeichnete Schweizer Blatt üblich. Dort gibt es eine Kulturgrenze, die mitten durch den Kanton Aargau verläuft: Östlich davon ist das deutsche Blatt üblich, westlich davon das französische.

Französisches Blatt[Bearbeiten]

Es hat die Farbwerte

Kreuz
(Treff)
Pik Herz Karo
Trèfle Pique Cœur Carreau
♣ ♠ ♥ ♦

Das Kartensymbol der Farbe Kreuz ist ein Kleeblatt. Der französische Originalname dafür ist trèfle für Klee. In Anlehnung daran wird die Farbe in Österreich als Treff bezeichnet, was schon 1776 im elsässischen Straßburg nachweisbar ist. Möglicherweise glaubte man, dass die Endsilbe „le“ im zuvor üblichen Treffle eine Verkleinerungsform wäre. Die Farbe Pik wird im Rheinland umgangssprachlich Schippe, in den deutschsprachigen Regionen der Schweiz und in manchen Regionen Süddeutschlands hingegen Schaufel (Schuufle). Die Farbe Karo nennt man hier Ecken (Egge).

Die Kartenwerte reichen von Eins (Ass) (A) bis Zehn und setzen sich dann mit den Hofkarten Bube/Page (B bzw. V für fr. Valet = Diener, Knecht), Dame (D, fr. Dame, bzw. Q für engl. Queen) und König (K bzw. R für fr. Roi) fort. Das ergibt insgesamt 52 Karten (Blatt). Für manche Spiele (Rommé, Canasta) werden diese noch um ein bis drei Joker erweitert.

Spielkartenpakete (Blätter) gibt es im Handel in folgenden gängigen Zusammenstellungen:

  • Rommé – Bridge – Canasta: 2 × 52 Blatt + 6 Joker = 110 Blatt. Um schnell ein einzelnes Blatt mit 55 Karten (52 Blatt + 3 Joker) separieren zu können, haben die Rückseiten der beiden enthaltenen Blätter à 55 Karten unterschiedliche Farben. Seltener sind Ausführungen, bei denen alle 110 Karten einheitliche Rückseiten aufweisen. Mit diesem Blatt können alle gängigen Kartenspiele, die keine speziellen für das Spiel entwickelten Karten verwenden, gespielt werden. Nach Bedarf werden nicht benötigte Karten aus dem Blatt entfernt.
  • Patience: entspricht Rommé – Bridge – Canasta mit unterschiedlichen Farben der beiden enthaltenen Blätter à 55 Karten. Die Karten sind um fast die Hälfte kleiner als übliche Spielkarten mit französischem Blatt, um auch bei begrenztem Platzangebot Patiencen legen zu können.
  • Poker, Whist oder Bridge: 52 Blatt. Gelegentlich liegen dem Blatt noch drei Joker bei, womit zwei dieser Blätter zu einem Rommé – Bridge – Canasta-Blatt kombiniert werden können.
  • Skat: 32 Blatt, Kartenwerte 7…10, Bube, Dame, König, Ass.
  • Doppelkopf: 2 × 24 Blatt = 48 Blatt, Kartenwerte 9, 10, Bube, Dame, König, Ass, wobei jede Karte doppelt vorhanden ist. Gelegentlich liegt dem Blatt noch ein Joker bei.
  • Tarot: 78 Blatt, 56 Fehlfarben mit Kartenwerten 1…10, Bube, Reiter, Dame, König, dazu 21 Trümpfe I…XXI und eine Excuse. Das Tarotblatt ist das vollständige französische Kartenblatt und wird in kunstvoller gestalteten Varianten (z. B. mit italienischem Bild) zum Kartenlegen verwendet.

Höherwertige Blätter sind im originalverpackten Zustand in eine Klarsichtfolie eingeschweißt. Dieser Umstand wird von Kartenspielern häufig genutzt, um den Mitspielern anzuzeigen, dass die Partie mit einem neuen, nicht gezinkten Blatt gespielt wird. Das Deckblatt ist eine zusätzliche Karte, beim Rommé – Bridge – Canasta-Blatt je eine Karte pro Blatt à 55 Karten, auf der in der Regel halbseitig eine Hofkarte, beim Skatblatt meist der Kreuz-Bube, dargestellt ist und auf der anderen Halbseite Angaben zum Blatt (Hersteller, Art des Blatts und des verwendeten Bildes, Anzahl der enthaltenen Karten ohne Deckblatt) aufgedruckt sind. Hat das Deckblatt die gleiche Rückseite wie die übrigen Karten des Blatts, kann es im Spiel, meist unter Anwendung von Sonderregeln, mit verwendet werden. Beim Skatblatt enthält das Deckblatt alternativ auch eine Kurzform der Skatregeln.

In der Schweiz und in Nordamerika findet man auch eine – weniger gebräuchliche – Variante des französischen Blattes, bei welcher die vier Symbole (Farben) alle unterschiedlich gefärbt sind: Die Kreuz-Karten sind olivgrün (statt schwarz) und die Karo-Karten sind in hellblau (statt rot). Diese Spielkartenfarben sind auch beim Poker praktisch, da es verhindert, dass Karo und Herz bzw. Pik und Kreuz verwechselt werden, was vor allem bei einem vermeintlichen Flush sehr unangenehm werden kann. Diese sogenannten Four-color decks (im Gegensatz zu 2-Color-Decks) haben sich beim Spielen mit realen Spielkarten nicht auf breiter Front durchgesetzt, sind aber beim Online-Poker, zumindest als Option sehr verbreitet, da eine schlechte Bildauflösung (zum Beispiel wegen Spielens an mehreren Tischen gleichzeitig) oder Übermüdung die exakte Unterscheidung der Spielkartenfarben anstrengend machen. Zudem ist es technisch problemlos möglich, dass einige Spieler an einem Tisch die Karten als beliebtes 2-Colour-Deck sehen und andere Spieler am gleichen Tisch dieselben Karten als praktisches 4-Colour-Deck sehen.

Spielkarten, Ungarn

Symbolik der Bildkarten[Bearbeiten]

Die Bildkarten Bube (Bauer), Dame und König stellen verschiedene historische oder mythologische Personen dar:[2]

  • Kreuz-Dame: Juno Regina (römische Hauptgöttin und Gemahlin Jupiters sowie Schutzherrin der Ehe)
  • Pik-Dame: Pallas Athene (griechische Göttin der Weisheit)
  • Herz-Dame: Judit (biblisches Ideal der Frömmigkeit)
  • Karo-Dame: Rachel (biblische Figur als Ideal der Schönheit)

Anglo-amerikanisches Blatt[Bearbeiten]

Anglo-amerikanisches Blatt
Normal und Large Index-Karten

Dieses Blatt entspricht in den Farben und Werten dem französischen Blatt. Die Bilder und das zumeist als Schmuckbild gestaltete Pik-Ass (Ace of Spades) unterscheiden sich im Design vom französischen Blatt. Die Damen tragen den Buchstaben Q für Queen und die Buben den Buchstaben J für Jack.

Die anglo-amerikanischen Karten waren die ersten Spielkarten mit Index-Bezeichnungen. Sie sind mittlerweile mit wenigen Ausnahmen (Baccara, Écarté, Préférence und Schnapsen) bei allen Blättern mit französischen Farben üblich geworden.

Eine Sonderform des anglo-amerikanischen Blattes ist die Poker-Karte; Poker-Karten sind gleich lang aber etwas breiter als Karten im Standard-Format (sog. Bridge-Size).

Für Black Jack und bestimmte Poker-Varianten (z. B. Seven Card Stud, Five Card Stud, Texas Hold'em, Omaha Hold'em) werden gerne Karten mit sehr großen Indizes (Large Index) benutzt – beim Draw Poker weniger gerne, da sich die großen Indizes beim Auffächern von fünf Karten als recht unpraktisch erweisen.

Deutsches Blatt[Bearbeiten]

Schafkopf-Tarock-Blatt, bayerisches Bild

Das Deutsche Blatt kennt die Farben Eichel, Grün (Laub, Schippen), Herz (Rot) und Schellen, wie die Tabelle es darstellt. Neben den Karten mit Zahlenwerten gibt es die vier Bildwerte Unter, Ober, König und Daus.

Eichel
Eckern
Grün
Gras
Laub
Pik
Blatt
Schippen
Herz
Rot
Schellen
Bollen
Bay eichel.svg Bay gras.svg Bay herz.svg Bay schellen.svg

In den meisten heute gebräuchlichen Varianten reichen die Kartenwerte von 6 bis 10 sowie Unter (Bauer), Ober (Dame), König und Daus oder Sau (möglicherweise aufgrund des Schweins auf dem Schell-Daus des Salzburger oder einfachdeutschen Bildes sowie des Bayerischen Bildes. Um 1500 war auf allen vier Däusern des Ulm-Münchner-Bildes jeweils ein Schwein abgebildet.). Das Daus wird häufig als Ass ausgeführt. Der Name Daus leitet sich von franz. deux oder lat. duo ab: Das Daus war ursprünglich die Zwei und nicht die Eins; im Salzburger oder Einfachdeutschen und im Schweizer Blatt hat sich das in der Darstellung noch erhalten. Im Schwäbischen wird der Daus auch oft als „Alte“ bezeichnet.

Die Karten mit dem Wert 6 kommen nur in wenigen Spielen zum Einsatz. In manchen Spielen kommt dazu der Weli als Joker. Der Ober leitet sich vermutlich vom Ritter des Tarot-Blattes ab.

Das Deutsche Blatt zerfällt in viele regionale Ausführungen, die sich in unterschiedlichen Details der Farbsymbole und speziell in den Zeichnungen der Hofkarten und der Sau unterscheiden. Es gibt z. B. altdeutsches, schweizerdeutsches, bayerisches, fränkisches, sächsisches, Salzburger oder badisches Blatt. Das Württemberg-Blatt folgt der Thematik der deutschen Blätter, orientiert sich bei den Königen am französischen Blatt und weist ihnen die gleichen Attribute (Zepter, Apfel, Harfe) zu.

Viele populäre Kartenspiele verwenden ein weiter reduziertes Blatt, wobei die kleinen Zahlenkarten (im Jargon der Kartenspieler Luschen, Schwanzal oder Spatzen genannt) entfallen. Im Extremfall verbleiben damit beim kurzen Schafkopf nur noch die Kartenwerte 9, 10, Unter, Ober, König und Ass, beim sehr kurzen entfallen auch noch die Neuner, ähnlich wie beim Schnapsen, das Blatt reduziert sich damit auf 20 Karten. Auch die Reihenfolge in der Wertigkeit der Karten kann sehr verschieden sein. Andere Spiele verdoppeln ein evtl. reduziertes Blatt. So wird beispielsweise Doppelkopf mit zwei kurzen Schafkopfblättern, also 2 × 24 Blatt = 48 Blatt gespielt.

Die Farbzuordnung zwischen Deutschem und Französischem Blatt erfolgt meist in folgender Form:

Deutsches Blatt Eichel Grün Herz Schellen
Französisches Blatt Kreuz Pik Herz Karo

Verschiedene Karten haben auch eigene Namen, so heißt der Herz-König auch „Max“, möglicherweise als Anspielung auf den bayerischen König Maximilian. In Thüringen und Sachsen wird der Eichel-Unter (Kreuz-Bube) häufig als „Alter“ bezeichnet.

Ein doppeldeutsches Blatt mit 36 Karten
Deutsch-französische Schnapskarten

Ungarisches/Mitteleuropäisches/Doppeldeutsches Blatt[Bearbeiten]

In Österreich, Ungarn, der Slowakei, Slowenien, Kroatien, Teilen Bosniens und Teilen Tschechiens ist ein Blatt in Verwendung, das dieselben Farben wie das Bayerische Blatt verwendet, die mit Persönlichkeiten aus der Wilhelm-Tell-Sage bebildert ist (siehe Bild).

Die Tell-Karte entstand zur Zeit der ungarischen Aufstände gegen die Habsburger: Um die Zensur zu umgehen, die die Bebilderung mit Führern des Aufstandes verhindert hätte, griff man auf die Wilhelm-Tell-Sage zurück, die ja auch einen Aufstand gegen die Habsburger zum Gegenstand hat. Schillers Wilhelm Tell war 1827 im siebenbürgischen Klausenburg (ungarisch Kolozsvár, rumänisch Cluj-Napoca) aufgeführt worden. In einer englischen Privatsammlung entdeckte man 1974 die ältesten dieser Karten, auf denen auch die Daten gefunden wurden: „Zu finden bei Joseph Schneider in Pesth.”. In Österreich ist dieses Blatt als doppeldeutsch bekannt – im Unterschied zum Salzburger oder einfachdeutschen Blatt. Interessanterweise ist trotz der Bebilderung mit Persönlichkeiten aus der Schweizer Geschichte dieses Blatt in der Schweiz nahezu unbekannt.

Unter, Ober und Daus jeder Farbe zeigen jeweils eine bestimmte Person (Unter, Ober) aus Friedrich Schillers Drama Wilhelm Tell oder eine Jahreszeit (Daus). Diese sind:

Da das Spiel Sechsundsechzig bzw. Schnapsen teilweise mit französischen, teilweise mit deutschen Karten gespielt wird, werden bei Turnieren deutsch-französische Karten verwendet, diese sind in der Mitte geteilt und zeigen in einer Hälfte das deutsche, in der anderen Hälfte das entsprechende französische Bild, also z. B. Schell-Ober und Karo-Dame.

Beim bayerischen Schafkopf haben die einzelnen Karten besondere Bezeichnungen, zum Beispiel der Alte für den Eichel-Ober, der Blaue für den Blatt-Ober, der Fuchs für den Herz-Ober, die Alte, die Blaue und die Bumpel für Eichel-, Laub- und Schell-Ass, letzteres auch Sau genannt. Weiters Grün, Gras oder Laub für Blatt.

Altenburger Blatt[Bearbeiten]

Deckblatt mit Eichel-Unter

Das Altenburger Blatt ist ein leicht verändertes Deutsches Blatt, welches aus dem sächsischen Bild entstand. Es besteht aus genau 32 Karten. Die Kartenwerte reichen von 7 bis 10, sowie Unter, Ober, König und Ass. Die Farbwerte sind mit dem Deutschen Blatt identisch, deren Gestaltung unterscheidet sich geringfügig (z. B. ist bei Eichel die Eichel rot gefärbt, etwas länger und kantiger, Grün bzw. Blatt sieht Grün aus, Schell ist verzierter).

Das Altenburger Blatt ist traditionell in Mitteldeutschland verbreitet, wird also in etwa in den Ländergrenzen von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gespielt.

Bayerisches Blatt[Bearbeiten]

Das Bayerische Bild entwickelt sich ab ca. 1650 in verschiedene Typen. In allen Varianten kämpfen die Ober und Unter, wobei sie vom Gras-Ober und -Unter mit Trommel bzw. Pfeife begleitet werden. Bayerische Karten haben in etwa ein Seitenverhältnis von 2:1. Im früher üblichen Einfach-Bild wurde das vor allem auf den Zahlenkarten für verschiedene bildliche Darstellungen genutzt. Die einzigen bildlichen Darstellungen finden sich nur auf den Dausen (Zwei, Säue oder fälschlicherweise Asse).

Heute noch gebräuchliche Varianten sind:

  • Bayerisch-Schwäbisches Bild
  • Bayerisches Doppelbild, Münchner Typ
  • Bayerisches Doppelbild, Stralsunder Typ
  • Einfachbilder der heute üblichen Doppelbilder
  • Fränkisches Doppelbild
  • Böhmisches Bild
  • Salzburger Bild

Heute nicht mehr gebräuchliche Varianten sind:

  • Altbayerisches Bild (gemeinsamer Vorläufer) mit Varianten in Polen und Russland
  • Isarkreis-Bild (Vorläufer des Salzburger Bilds)
  • Nürnberger Adler (Wappen)-Karte
  • Regensburger Bild (Vorläufer des Böhmischen Bildes)
  • Tiroler Bild
Das Augsburger Bild[Bearbeiten]

Urtyp des heutigen Bayerischen Blattes ist um 1500 neben dem Ulm-Münchner Bild das Augsburger Bild. Die vier auf Thronen sitzenden Könige werden jeweils von zwei waffenschwingenden Knechten begleitet. Ober und Unter der Farbe Gras sind Militärmusiker, der Ober ist ein dudelsackspielender Narr, der Unter spielt eine Fanfare oder Flöte. Herz-Ober und -Unter kämpfen mit Stangenwaffen, Schellen-Ober und -Unter mit einem Schwert, Eichel-Ober und -Unter mit Streitkolben und Buckelschild.

Das Altbayerische Bild[Bearbeiten]

Ab der Mitte des 17. Jahrhunderts, nach dem Dreißigjährigen Krieg, wandelt sich das Augsburger Bild zum sog. Altbayerischen Bild. Eichel-Ober und -Unter kämpfen nun mit Degen und Parierdolch. Gras-Ober und -Unter spielen nun mit Trommel und Pfeife; Trommler und Pfeifer werden ab jetzt zum Erkennungszeichen des Bayerischen Bilds. Ober und Unter gleicher Farbe kämpfen, wie in einer Fechtschule, mit gleichen Waffen gegeneinander. In dieser Zeit wird auch die Anzahl der Karten, wohl aus Papiermangel, von bisher 48 (die Eins – Ass – war bereits vorher verschwunden) auf 36 Blatt reduziert (Drei, Vier und Fünf verschwinden, Zwei – Daus – war damals schon höherwertiger als der König). Ende des 17. Jahrhunderts, während der Türkenkriege, tauschen Gras- und Eichel-König ihre Kronen gegen Turbane. Die Daus-Karten zeigen auf der Gras-Daus eine Pyramide aus Einhorn, Hirsch und Adler, auf der Eichel-Daus Bacchus, auf Schellen-Daus ein Wildschwein mit Jagdhund und auf Herz-Daus meist einen Cupido. Um 1750 ist dieses Bild im ganzen bajuwarisch besiedeltem Gebiet verbreitet gewesen. Kleinere Varianten dieses Bilds sind bis 1918 in Kongresspolen verbreitet.

Das moderne Bayerische Bild[Bearbeiten]

Im neu entstandenen Königreich Bayern wandelt sich das Altbayerische Bild nach 1810 zum modernen Bayerischen Bild. Auf der Gras-Daus erscheint nun eine Vase, der Eichel-König erhält wieder eine Krone – einziger „Orientale“ bleibt nun der Gras-König. Der Herz-Ober tauscht seine Stangenwaffe gegen ein Schwert, auf das er sich stützt. Eichel-Ober und -Unter erhalten jeweils nur noch eine Waffe, der Eichel-Ober zusätzlich einen ovalen Schild. Dieser vom Münchner Kartenmacher Josef Fetscher geschaffene Typ ist in der Zeichnung des Frankfurter Kartenmachers „C. L. Wüst“, die um 1854 entstand, heute als Münchner Typ des Bayerischen Bild bekannt und fand durch die Spielkarten-Fabrik „F. X. Schmidt“ weite Verbreitung.

Ab 1882 drucken die Vereinigten „Altenburger und Stralsunder Spielkarten-Fabriken“ ihre eigene Version des Bayrischen Bilds, die auf ein Kartenbild der Frankfurter Kartenfabrik „Lennhoff & Heuser“ zurückgeht. Die Könige, Ober und Unter sind in Phantasie-Uniformen im Stil des Historismus gekleidet. Wesentliche Unterscheidungsmerkmale dieses Stralsunder Typs des Bayerischen Bilds zum Münchner Typ sind:

  • Der Gras-Ober trägt seine Trommel auf dem rechten Knie statt links.
  • Der Eichel-Unter erhält ein Barett.
  • Der Eichel-Ober hat einen spitzen Schild statt eines ovalen.
  • Der Bacchus auf der Eichel-Daus hat einen Bierkrug statt eines Weinkrugs.
  • Der Cupido hat Schmetterlingsflügel.

Im 20. Jahrhundert erhalten die Zahlen- und Figuren-Karten nach und nach Indexzeichen, zuletzt setzt sich auf den Dausen fälschlicherweise das „A“ statt richtigerweise „D“ durch. Nach dem Zweiten Weltkrieg verschwindet schließlich das bisher dominierende Einfachbild und wird durch das bis heute verbreitete Doppelbild ersetzt.

Fränkisches Blatt[Bearbeiten]

Das Fränkische Blatt besteht aus 36 Karten: Eichel, Grün, Herz und Schell jeweils als Ass, König, Ober, Unter, 10, 9, 8, 7 und 6. Es unterscheidet sich im Design vom bayerischen Blatt. Es entstand nach 1840 aus dem Münchner Typ des Bayerischen Bilds.

Französisches Blatt mit deutschen Farben[Bearbeiten]

Skatblatt, französisches Bild mit deutschen Farben

Das französische Blatt mit deutschen Farben ist das offizielle Turnierblatt der Internationalen Skatordnung für Skat. Es handelt sich dabei um ein Blatt, das die französische Symbolik verwendet, wobei die Farben der Symbole nicht Schwarz und Rot, sondern Schwarz, Grün, Rot und Gelb (Vierfarbenblatt) sind.

Diese Variante ist nach der Wiedervereinigung Deutschlands entstanden, da in Westdeutschland und im Norden Ostdeutschlands das französische Blatt gebräuchlich war, im Süden Ostdeutschlands das Altenburger Blatt. Um beide Spielerverbände zu vereinen, einigte man sich 1990 auf dem 25. Skatkongress auf diesen Kompromiss.

Kreuz Pik Herz Karo
♣ ♠ ♥ ♦

Schweizer Blatt[Bearbeiten]

Das Schweizer Nationalspiel Jass bedient sich östlich der Brünig-Napf-Reuss-Linie einer Variante der deutschen Karten mit 36 Karten, der Deutschschweizer Karten. Sie bestehen aus den Farben Eichel, Schilten, Rosen und Schellen. Die Werte sind Sechser bis Neuner, Banner, Under, Ober, König und Ass (Sau, Daus).

Die Schilten entsprechen der Farbe Grün, die Rosen den Herzen; die vier Banner den Zehnern.

Eichel Schilten Rosen Schellen
EichelndeutschschweizerBlatt2.svg SchiltendeutschschweizerBlatt.jpg RosendeutschschweizerBlatt.svg SchellendeutschschweizerBlatt.jpg

Westlich der Brünig-Napf-Reuss-Linie und in Graubünden wird der Jass mit französischen Karten gespielt (36 Karten pro Spiel: Je 6 bis 10, Bauer, Dame, König, Ass); Karo wird „Ecken“ genannt, Pik „Schaufeln“.

In den Jass-Sendungen des Schweizer Fernsehens werden französische Karten in vier (statt zwei) Farben eingesetzt: Kreuz in grüner (statt schwarzer) und Ecken (Karo) in blauer (statt roter), Herz wie üblich in roter und Schaufeln (Pik) in schwarzer. Diese Karten werden auch in Kaufhäusern angeboten und sollen es für Anfänger einfacher machen, die Farben auseinanderzuhalten.

Tarockblatt[Bearbeiten]

Das heute gebräuchliche Tarockblatt kennt dieselben Farben wie das Französische Blatt: Herz, Karo, Pik und Kreuz. Als Kartenwerte werden verwendet: 7 bis 10, Bube/Page, Ritter/Reiter, Dame, König. In manchen Varianten werden bei den roten Farben Herz und Karo als Zahlenkarten auch die Werte 4, 3, 2 und 1 verwendet. Dazu kommen die „Tarock“, das sind Bildkarten mit fortlaufender Nummerierung von I(Pagat) bis XXI (Mond, fälschlich für fr. le monde, die Welt) und der Sküs(s). Insgesamt ergibt das ein Blatt von 54 Karten. Bei den meisten Spielvarianten des Spieles Tarock haben diese Karten die Funktion der Trumpffarbe; der Sküs(s) übersticht auch alle anderen Tarock.

Auch beim Tarockblatt gibt es viele regionale Ausführungen, die sich in der Gestaltung der Hofkarten und den Abbildungen auf den Tarockkarten unterscheiden.

Italienisch-spanisches Blatt[Bearbeiten]

Spanische Spielkarten von 1778
Piacentine
Napoletane

Das italienisch-spanische Blatt hat die Farben

italienisch
spanisch
deutsch
kroatisch
Spade
Espadas
Schwerter
Špade
Coppe
Copas
Kelche
Kupe
Denari
Oros
Münzen
Dinari
Bastoni
Bastos
Stäbe
Baštoni
Farbe piacentine Suit Spade.svg Suit Coppe.svg Suit Denari.svg Suit Bastoni.svg
Farbe napoletane Seme spade carte napoletane.svg Seme coppe carte napoletane.svg Seme denari carte napoletane.svg Seme bastoni carte napoletane.svg
Farbe siciliane Seme spade carte siciliane.svg Seme coppe carte siciliane.svg Seme denari carte siciliane.svg Seme bastoni carte siciliane.svg
Farbe romagnole Seme spade carte romagnole.svg Seme coppe carte romagnole.svg Seme denari carte romagnole.svg Seme bastoni carte romagnole.svg
Farbe sarde Seme spade carte sarde.svg Seme coppe carte sarde.svg Seme denari carte sarde.svg Seme bastoni carte sarde.svg
Farbe bergamasche Seme spade carte bergamasche.svg Seme coppe carte bergamasche.svg Seme denari carte bergamasche.svg Seme bastoni carte bergamasche.svg
Farbe trevisane Seme spade carte trevisane.svg Seme coppe carte trevisane.svg Seme denari carte trevisane.svg Seme bastoni carte trevisane.svg
Farbe triestine Seme spade carte triestine.svg Seme coppe carte triestine.svg Seme denari carte triestine.svg Seme bastoni carte triestine.svg
Farbe trentine Seme spade carte trentine.svg Seme coppe carte trentine.svg Seme denari carte trentine.svg Seme bastoni carte trentine.svg
Farbe bresciane Seme spade carte bresciane.svg Seme coppe carte bresciane.svg Seme denari carte bresciane.svg Seme bastoni carte bresciane.svg
Farbe bolognesi Seme spade carte bolognesi.svg Seme coppe carte bolognesi.svg Seme denari carte bolognesi.svg Seme bastoni carte bolognesi.svg

Die Kartenwerte reichen von Asso/Ass (Eins) bis Sieben bzw. bis Neun und setzen sich dann mit den Bildkarten Fante/Sota (Bube, Soldat), Cavallo/Caballo (Reiter) und Re/Rey (König) fort. Obwohl die Bildkarten mit der Zahl Zehn beginnen, werden die Karten Acht bis Neun kaum verwendet, sodass es Pakete zu 40 statt 48 Blatt gibt.

Eine Variante der italienisch-spanischen Karte ist die Trappolierkarte (nach dem Kartenspiel Trappola), diese war insbesondere in Schlesien verbreitet, sodass sie auch Schlesische Spielkarten genannt werden. Der König wird nach dem Italienischen Re dabei „das Reh“ genannt; die Zahlkarten sind Ass, Zwei, Sieben, Acht, Neun und Zehn, also insgesamt 36 Blatt.

Die Zuordnung der italienisch-spanischen zu den französischen Farben ist folgende:

  • Spade, Espadas – Pik, vgl. engl. spades
  • Coppe, Copas – Herz
  • Denari, Oros, Ouro (portugiesisch) – Karo, vgl. engl. diamonds
  • Bastoni, Bastos, Palo, Paus (portugiesisch) – Kreuz oder Treff, vgl. engl. clubs, dt. Stäbe

Die Farben des italienisch-spanischen Blattes finden sich auch auf den zum Wahrsagen verwendeten Tarotkarten. (Die französischen Tarot- bzw. österreichisch-deutschen Tarockspielkarten nutzen die Farben des französischen Blatts).

Andere Spielkarten[Bearbeiten]

Neben den traditionellen Karten gibt es auch andere Motive[3] und zahlreiche Kartenspiele mit eigenem Blatt.

Außerdem gibt es auch noch sogenannte Divinations-, Orakel- oder Wahrsagekarten, die zum Zwecke der Vorhersage der Zukunft eingesetzt werden. Das können speziell für diesen Zweck gefertigte Karten, oder aber auch ein gewöhnliches Skatblatt sein. In Japan gibt es die traditionellen Hanafuda.

Andere Verwendung[Bearbeiten]

Traditionell wurden (nicht versteuerte und darum unbrauchbar gemachte) Spielkarten, bzw. abgeschnittene Stücke davon, in der Apotheke bei Rezepturen verwendet, um Salben oder Pulver von Pistill und Reibschale abzuschaben.

Spielkartensteuer[Bearbeiten]

In verschiedenen Ländern wurden Spielkarten schon bald nach der Einführung steuerpflichtig und wurden daher von dem Landesherrn, der die Steuer einzog, bzw. seinen Beauftragten gestempelt. In Frankreich beispielsweise wurde diese Steuer seit 1583 erhoben. Der Spielkartenhersteller druckte auf einer festgelegten Karte auf die Vorderseite einen kleinen weißen Kreis, auf der dann der Steuerbeamte seinen Stempel setzte. Danach durften die Karten verkauft werden. Die Steuer war ein wesentlicher Anteil des Verkaufspreises.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d trionfi.com (engl.)
  2. Kartenbilder. DSkV.de, 17. Januar 2012, abgerufen am 25. November 2013.
  3. http://www.spielkartenladen.de/de/spielkarten/skat-franzosisches-bild/skat-erotisches-kartenspiel-biedermeier

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Playing cards – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien