Spielstein

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Verschiedene Spielsteine

Ein Spielstein (auch Spielfigur, Pöppel oder Kegel) ist ein kleiner Gegenstand, der in einem Gesellschaftsspiel entweder einen der Spieler darstellt oder ein Teil dessen Mannschaft ist und stellvertretend für diesen auf den Spielfeldern gesetzt bzw. gezogen wird.

Begrifflichkeit[Bearbeiten]

Pöppel

Die Verwendung der Begriffe Spielstein und Spielfigur ist nicht eindeutig. Teils werden beide Begriffe als Sammelbezeichnung für alle auf Spielfeldern bewegte Objekte verwendet. Jedoch kann auch mit Spielstein nur ein sehr einfacher, abstrakter Gegenstand wie die Platten bei Dame gemeint sein, mit Spielfigur dagegen eine stilisierte Nachbildung einer menschlichen Person oder einer anderen konkreten Figur mit Bezug zum Thema des Spiels, hierzu gehören Schachfiguren sowie das Zubehör vieler neuerer Brettspiele. Als Pöppel werden insbesondere die sehr stark stilisierten Menschenfiguren wie die bei Halma oder Mensch ärgere Dich nicht verwendeten Halma-Kegel, aber auch allgemeiner andere einfache Spielsteine bezeichnet.

Historisches[Bearbeiten]

Fundort Thermengasse im römischen vicus Turicum (Zürich): Haarnadeln, Schreibgriffel und Spielsteine aus Bein.

Die Brüder Grimm vermerken in ihrem Wörterbuch, dass die Stein zum Brettspiel uns [schon] in alten bodenfunden [begegnen].[1] Die älteste Form sind Spielsteine, die in der Tat ausgesuchte oder zurechtgeschliffene Steine waren. Noch heute suchen sich beim Hüpfkastenspiel die Kinder einen entsprechenden Stein. Überliefert ist, dass die ursprünglichen Go-Steine aus Holz waren. Die Symbole der Mah-Jongg-Steine waren in Bambusplättchen eingeritzt. Beim Pachisi wurden meist Muscheln verwendet. Edlere Spielsteine können auch aus Elfenbein, Marmor oder aus teurem Holz gemacht und mit Edelmetallen und -steinen verziert sein. Sehr bekannt wurde die in der Schachnovelle von Stefan Zweig geschilderte Formung der Spielfiguren aus Brotteig.

Der Begriff Pöppel entstand etwa Mitte der 1970er Jahre und hat sich, obwohl noch nicht im Duden verzeichnet, in Spielerezensionen und Beschreibungen von Brettspielen allgemein durchgesetzt.[2] Allerdings stammt das Wort eindeutig aus dem niederdeutschen Sprachgebiet in Norddeutschland. Im hochdeutschen Sprachgebiet des Südens wird die Bezeichnung Männlein oder „Männchen“ verwendet. Im Bairischen sagt man dazu „Manschgal“. Das Spiele-Fachmagazin Die Pöppel-Revue, das bis 2001 erschien, verlieh von 1979 bis 1990 den Spielepreis Der Goldene Pöppel.[3] Abgeleitet vom Begriff Pöppel hat sich besonders in Spielerkreisen auch der Begriff „Auspöppeln“ entwickelt: das erstmalige Auspacken eines Spieles, insbesondere das Herauslösen von Spielmaterialien aus produktionsbedingten Bestandteilen wie Spritzgussrahmen, Stanzresten etc.

Formen[Bearbeiten]

Zur Unterscheidung für jeden Spieler haben die Spielsteine verschiedene Farben oder Formen. Wenn das Spiel nur für zwei Spieler gedacht ist (zum Beispiel Schach, Dame, Mühle etc.) haben sie meistens die Farben Weiß und Schwarz. Zur Spielmotivation, gerade auch bei Kindern, trägt sicherlich die verkleinerte Abbildung des von der Spielfigur dargestellten Gegenstandes bei. Tiere aller Art, Fahrzeuge, Fantasyfiguren, aber einfach auch Karten mit Abbildungen können Spielsteine darstellen. Als Counter werden die seit 1958 vornehmlich in Strategiespielen verwendeten Spielsteine in Form von kleinen Pappkärtchen bezeichnet.

Sogenannte Gogos (englisch Crazy Bones) sind verschieden geformte Spielsteine mit denen direkt gespielt wird, das bedeutet, sie dienen nicht als Ersatz für einen König, Dame oder der Repräsentation des Spielers selbst, sondern werden aktiv geworfen oder geschoben.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Spielsteine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://woerterbuchnetz.de/DWB/?sigle=DWB&mode=Vernetzung&lemid=GS34825
  2. http://www.spielmaterial.de/deutsch/index.html?poeppel___andere_spielsteine.htm
  3. http://sunsite.informatik.rwth-aachen.de/cgi-bin/luding/HTML_Frame.py?lang=DE&frames=1