Spieltherapie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Spieltherapie ist ein kinderpsychoanalytischer Ansatz, der ab 1920 von der Psychoanalytikerin Hermine Hug-Hellmuth entwickelt und in den 1930er Jahren von Anna Freud und Melanie Klein übernommen und weiterentwickelt wurde.

In der Spieltherapie wird ein Patient durch die Methode des Spiels innerhalb eines therapeutischen Prozesses zu Heilung angeregt. Das Spiel in diesem Rahmen fördert den Patienten und initiiert eine Stärkung des Selbst.

Für die Entwicklung eines Kindes nimmt das Spielen eine zentrale Rolle ein. Dem so genannten Spieltrieb folgend, lernt das Kind beim Kinderspiel sowohl sich selbst als auch seine Umwelt kennen, arbeitet kreativ und entwickelt dabei sein Verständnis für soziale Rollen. Im Spiel findet das Kind die Möglichkeit, sich auf eine ihm vertraute, angemessene Weise auszudrücken, auch in Situationen, wo es ihm nicht möglich ist, sich durch gesprochene Sprache mitzuteilen. So lässt sich das Spielen sowohl therapeutisch als auch diagnostisch als Zugang zum Unbewussten nutzbar machen.

Unterschieden werden direktive und non-direktive Spieltherapie. In der direktiven Spieltherapie geschehen die Prozesse unter Leitung und Verantwortung des Therapeuten, bei der non-direktiven werden Leitung und Verantwortung dem Kind selbst überlassen. Die spezielle Form der Fokalen Spieltherapie (Giocoterapia Focale) zur Behandlung von Essstörungen und Ausscheidungsstörungen bei Kleinkindern wurde ab den 1970er-Jahren an der Universität Bologna vom Gestaltpsychologen und Psychoanalytiker Giancarlo Trombini und seinen Mitarbeiterinnen entwickelt.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. siehe die Literaturangaben bei Giancarlo Trombini, insbesondere Trombini 2006 und 2007, sowie Elena Trombini 2010, Il cibo rifiutato, Bologna: Pendragon.