Spinning Coaster

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Maurer Söhnes Double Spinning Coaster Winja’s Fear & Winja’s Force im „Wuze Town“, Phantasialand

Ein Spinning Coaster (engl. spin = drehen) ist eine Achterbahn, bei der sich die Wagen auf einer vertikalen Achse horizontal drehen. Die Drehung kann dabei kontrolliert oder unkontrolliert erfolgen. Bei der kontrollierten Drehung steuert ein Programm die Drehung der Wagen an bestimmten Streckenabschnitten, zum Beispiel bei der Euro-Mir im Europa-Park in Rust.

Bei der unkontrollierten oder freien Drehung beginnen die Wagen sich ab einem bestimmten Streckenabschnitt frei zu drehen, wobei die Drehung nur durch die Fliehkraft bzw. die Gewichtsverlagerung beeinflusst wird, bis die Wagen an einem anderen Streckenabschnitt wieder arretiert, also in eine feststehende Position gebracht werden. Ein Beispiel hierfür sind Winja’s Fear & Winja’s Force im Phantasialand in Brühl oder verschiedene Wilde Maus-Achterbahnen. Um eine übermäßige Drehung zu vermeiden, werden bei den meisten Achterbahnen dieser Art Fliehkraftbremsen eingesetzt.

Eine weitere Variante des Spinning Coaster ist der 4th Dimension Coaster, welcher im Aufbau einem Flying Coaster ähnelt, wobei sich hier die Sitze selbst drehen lassen, allerdings nicht wie beim herkömmlichen Spinning Coaster, sondern vertikal auf einer Horizontalachse.

Geschichte[Bearbeiten]

Ein Vorläufer der Spinning Coaster waren die 1906 von William F. Mangels entwickelten Tickler. Die runden, an Kübel erinnernden Wagen fuhren nicht auf Schienen, sondern von seitlichen Führungen gehalten auf einer schrägen Ebene einen Zick-Zack-Kurs nach unten zur Station.[1]

Virginia Reel im Ontario Beach Amusement Park, Charlotte, Rochester, New York ca. 1910

Die ersten Achterbahnen, welche unter die Kategorie Spinning Coaster fielen, waren ab 1907 die von Henry Elmer Riehl erfundenen, hölzernen Virginia Reel. Der Name basiert auf einem Folkloretanz und dem Namen Riehls Tochter.[1] Bis zu 6 Fahrgäste nahmen dabei mit dem Gesicht nach innen gewandt in einem runden, hölzernen, kübelartigen Wagen platz. Die Strecken wiesen keine großen Drops und Hügel auf, sondern schlängelten sich sanft talwärts, dafür aber, ähnlich wie die Mauskurven bei Wilde Maus-Achterbahnen, sehr zickzack- und kurvenreich, damit sich die Wagen so oft wie möglich drehten. Die letzte Virginia Reel wurde bis 1982 in Blackpool Pleasure Beach betrieben.[2]

Während bei den Virginia Reels nur Einzelwagen zum Einsatz kamen, hatten die Dip-Lo-Docus genannten Bahnen von John A. Miller und Harry C. Baker Wagenverbünde aus zwei Einzelwagen und die Sitzplätze waren kleeblattförmig für drei mal zwei Personen angeordnet. Auch orientierte sich die Fahrstrecke eher an denen anderer Achterbahnen, so wurden größere Radien und mehr Hügel überfahren.[3]

Hersteller[Bearbeiten]

Im Laufe der Zeit haben verschiedene Hersteller das Konzept umgesetzt, teilweise mit eigenen Ideen wie Gerstlauer Amusement Rides, bei deren Bahnen sich die Mitfahrer gegenüber sitzen. Es wurden aber auch Bahnen und Technik zum Beispiel von Maurer Söhne mehr oder weniger kopiert.

Bei Reverchon und Fabbri sitzen die Mitfahrer in einer Reihe nebeneinander, während bei Mack und Maurer-Bahnen je zwei Fahrer Rücken-an-Rücken sitzen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b David W. Francis, Diane DeMali Francis: The Golden Age of Roller Coasters in Vintage Postcards Arcadia Publishing, Charleston, South Carolina, 2003, ISBN 978-0-7385-2338-5
  2. Daten zum Virginia Reel in Blackpool in der RCDB. Abgerufen am 14. April 2013.
  3. Robert Cartmell: The Incredible Scream Machine: A History of the Roller Coaster Bowling Green State University Popular Press, 1987, ISBN 0-87972-341-6

Weblinks[Bearbeiten]