Spionageabwehr

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Die Spionageabwehr beschäftigt sich mit der Aufklärung und Bekämpfung von Spionageaktivitäten. Dazu sammelt sie Informationen über geheimdienstliche Tätigkeiten gegnerischer Nachrichtendienste und wertet sie aus mit dem Ziel, Erkenntnisse über Struktur, Aktivitäten, Arbeitsmethoden, nachrichtendienstliche Mittel und Zielobjekte dieser Nachrichtendienste zu gewinnen.

Organisation[Bearbeiten]

Viele Nationen verfügen über eine oder mehrere Behörden, die diese Aufgabe übernehmen. Die konkreten Erscheinungsformen sind vielfältig. Manchmal handelt es sich um Abteilungen von Polizeibehörden, z. B. die „National Security Division“ (Abteilung Nationale Sicherheit) der amerikanischen Bundespolizei Federal Bureau of Investigation, manchmal um Abteilungen des Nachrichtendienstes eines Staates wie beim russischen Geheimdienst FSB, manchmal um eigenständige Behörden innerhalb der Armee wie den deutschen Militärischen Abschirmdienst. Bei der Liste von Behörden der Spionageabwehr weiter unten finden sich daher Polizeibehörden, Nachrichtendienste und Militärbehörden.

Methodik[Bearbeiten]

Die dabei verwendeten Methoden beinhalten unter anderem die Überwachung von Verdächtigen und ihrer Kommunikation, den Einsatz von verdeckten Ermittlern, sowie die Beobachtung von Diplomaten.

Wenn ein Fall von Spionage entdeckt wird, haben die Behörden normalerweise das Recht, die Festnahme des Verdächtigen zu veranlassen. Oft ist es jedoch weitaus produktiver, den Verdächtigen besonders genau zu beobachten, um herauszufinden, was er weiß, wohin er geht und mit wem er Kontakt aufnimmt. Darüber hinaus kann durch Einsatz von Desinformation erreicht werden, dass Spione und ihre Auftraggeber getäuscht werden. Das kann zur Beendigung von deren Aktivitäten führen, wenn der Spion beispielsweise erfolgreich über das Ziel seiner Mission getäuscht wurde oder die Auftraggeber wissen, dass er enttarnt (verbrannt) ist.

Gegenspionage[Bearbeiten]

Gegenspionage ist ein Teil der Spionageabwehr und darauf gerichtet, in Sicherheitsbehörden, insbesondere Nachrichtendiensten eines fremden Staates, Agenten zu werben und zu führen und so Struktur, Arbeitsweise und Absichten dieser Nachrichtendienste oder Organisationen auszuforschen. Folgende Methoden werden dabei verwendet:

  • Anwerbung von Agenten fremder Dienste (siehe Doppelagent)
  • Überwachung der Kommunikation
  • Technische Aufklärung durch Satelliten
  • Physische Informationsbeschaffung

Deutsche Spionageabwehrbehörden[Bearbeiten]

Die Spionageabwehr gehört gemäß § 3 Abs. 1 Nr. 2 BVerfSchG zu den Aufgaben der Verfassungsschutzbehörden des Bundes und der Länder. Für die Bekämpfung der Spionage gegen die Bundeswehr ist der Militärische Abschirmdienst zuständig.

Liste von Spionageabwehrbehörden[Bearbeiten]

Land Spionageabwehrbehörde
Australien Australian Security Intelligence Organisation (ASIO)
Brasilien Agência Brasileira de Inteligência (Abin)
Deutschland Bundesamt für Verfassungsschutz
Militärischer Abschirmdienst (MAD)
Frankreich Direction de la surveillance du territoire (DST)
Großbritannien MI5
MI6
Indien Intelligence Bureau
Israel Schin Bet
Italien Agenzia Informazioni e Sicurezza Interna
Centro Intelligence Interforze
Kanada Canadian Security Intelligence Service (CSIS)
Österreich Abwehramt
Pakistan Inter-Services Intelligence
Portugal Serviço de Informações e Segurança (SIS)
Rumänien Serviciul Român de Informații (SRI)
Russland FSB
Schweden Swedish Security Service (Säpo)
Südafrika National Intelligence Agency (NIA)
Türkei MIT
USA Federal Bureau of Investigation (FBI)
Defense Intelligence Agency (DIA)

Geschichte[Bearbeiten]

Musterbeispiel für erfolgreiche Gegenspionage Großbritannien/Deutschland

Besonders erfolgreich in der Gegenspionage war der britische Secret Service MI5 während des Ersten und Zweiten Weltkriegs gegen Deutschland.

Der Security Service war in den Vorjahren des Ersten Weltkriegs sehr erfolgreich. Er wurde in einer Zeit der Hysterie über ein vermeintlich riesiges Netzwerk deutscher Spione, die vor einer deutschen Invasion für Spionage und Sabotage bereit seien, gegründet. In Wirklichkeit waren nur etwa 20 deutsche Agenten aktiv. Der MI5 identifizierte diese Gruppe rasch und dessen Chef Kelly traf die sinnvolle Entscheidung, sie vorerst noch nicht zu verhaften, sondern sie bis zum Ausbruch des Krieges nur zu observieren. Er argumentierte, dass Deutschland im Fall ihrer Verhaftung einfach neue Agenten schicken würde, die den Behörden zunächst unbekannt wären. Stattdessen wartete er mit ihrer Verhaftung bis kurz vor Ausbruch des Krieges und schnitt Deutschland damit praktisch vollständig von verlässlichen Geheimdienstinformationen aus Großbritannien ab.

Er war in den 1910ern und 1920ern weiterhin erfolgreich in der Gegenspionage. Deutschland versuchte weiterhin, Großbritannien über den gesamten Ersten Weltkrieg hinweg zu infiltrieren, aber durch strenge Kontrolle der Ein- und Ausreisen in und von der Insel sowie einer noch effektiveren, groß angelegten Kontrolle der Post war es dem MI5 ein leichtes Spiel, alle ausgesandten Agenten zu identifizieren.

Im Zweiten Weltkrieg hatte der MI5 zunächst einen sehr schlechten Start. Er war zum Ausbruch des Kriegs unvorbereitet, sowohl organisatorisch als auch in der Verwendung seiner Ressourcen – in keinem Verhältnis zu der dem MI5 zugewiesenen Aufgabe: einer großangelegten Internierung von feindlichen Ausländern, um feindliche Agenten zu enttarnen. Die Operation wurde schlecht gehandhabt und führte 1940 fast zum Ende der Behörde.

Eine der ersten Handlungen von Winston Churchill nach seiner Amtsübernahme Anfang 1940 war die Absetzung des langjährigen Leiters der Behörde, Vernon Kell. David Petrie übernahm den Posten, nachdem sich der zunächst ernannte A.W.A. Harker als ineffektiv herausstellte. Petrie führte den MI5 schließlich zu einem der größten Erfolge des Zweiten Weltkriegs, dem sogenannten "double-cross"-System.

Nach diesem System sollten enttarnte feindliche Agenten nicht sofort verhaftet und vor Gericht geschickt werden, sondern stattdessen „umgedreht“ werden, sofern möglich. Feindlichen Agenten wurde demnach die Chance gegeben, einem Gerichtsverfahren (und der möglichen Todesstrafe) zu entgehen und falsche, aber dennoch glaubwürdige, Informationen an den eigenen Geheimdienst, beispielsweise die deutsche Abwehr, zu senden. So konnte man feindliche Geheimdienste in die Irre führen. Diese Vorgehensweise entwickelte sich zu einem außerordentlich erfolgreichen System der Täuschung im Zweiten Weltkrieg.

Eine Analyse nach Ende des Krieges anhand deutscher Geheimdokumente ergab, dass von etwa 115 ausgesandten Agenten alle Agenten (bis auf einen, der Selbstmord beging) identifiziert und gefangen werden konnten, von denen mehrere „umgedreht“ und Doppelagent wurden. Das System hatte einen entscheidenden Anteil in der Täuschung der deutschen Militärs bezüglich Zeit und Ort der Landung alliierter Truppen am D-Day.

Der MI5 wurde wiederum erfolgreich von der Sowjetunion infiltriert.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jürgen W. Schmidt (Hrsg.): Geheimdienste, Militär und Politik in Deutschland. 2. Auflage Ludwigsfelde 2009.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Spionageabwehr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien