Spiraldynamik

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Eine Beschreibung der kultursoziologischen Theorie befindet sich unter Spiral Dynamics

Spiraldynamik ist ein dreidimensionales Bewegungskonzept, das ein Schweizer Franchise-Unternehmen vermarktet. Ausreichende wissenschaftliche Studien zur Validierung des Konzepts liegen noch nicht vor.

Mit Hilfe der "Spiraldynamik" soll gesunde Bewegung erklärbar, erfahrbar und lehrbar gemacht werden. Sie wird in der Rehabilitation und der Prävention angewandt.
"Spiraldynamik" ist zudem Name und Wortmarke[1][2], mit dem dieses Konzept für Physiotherapeuten vermarktet wird.

Das Konzept verwendet zur Beschreibung von Bewegungsabläufen die Helix (Spirale) - als statisches Grundelement. Als dynamisches Prinzip wird "die Welle" als Metapher benutzt. Therapeuten versuchen damit, „gesunde Bewegungen“ zu definieren, die unter physiotherapeutischer Anleitung erlernt werden sollen [3].

Koordinationseinheit und Pole[Bearbeiten]

Das Bewegungssystem des Menschen wird nach diesem Modell in funktionelle Einheiten („Koordinationseinheiten“) zwischen endständigen Knochen, den „Polen“ gegliedert. So stellen Kopf und Becken beispielsweise die Pole der Koordinationseinheit Stamm dar. Weitere Koordinationseinheiten sind Hand, Fuß, Schulter, Hüfte, Arm und Bein. Pole sind beispielsweise Kopf, Becken, Kopf des Oberarmknochens (Caput humeri), Schulterblatt, Fersenbein (Calcaneus), Vorfuß sowie erster und fünfter Mittelfußknochen.

Spiralbewegung[Bearbeiten]

C-Bögen im Fuß:
Längs durch Aufwölbung zwischen den Polen Vorfuß und Ferse und
Quer durch die Aufwölbung zwischen den Polen erster und fünfter Mittelfußknochen

Spiralbewegungen sind dreidimensionale Bewegungen mit sechs Freiheitsgraden. Ihre Komponenten sind „C-Bogen“, „Gegenrotation“ und „S-Form“: Der C-Bogen entsteht durch das spiegelsymmetrische Einrollen von zwei Polen, beispielsweise erster und fünfter Mittelfußknochen. Die Gegenrotation ist durch das gegensinnige Drehen zweier Pole gekennzeichnet, beispielsweise Calcaneus in Supination und Vorfuß in Pronation. Die S-Form entsteht durch die achsensymmetrische Bewegung zweier Pole, beispielsweise Calcaneus in Adduktion, Vorfuß in Abduktion.

Befund und Behandlung[Bearbeiten]

Grundlage jeder spiraldynamischen Behandlung ist der in einer Untersuchung erhobene funktionelle Befund, der Zusammenhänge zwischen dem Bewegungsverhalten und den Beschwerden des Patienten sucht. Nach einer Bewegungsanleitung soll der Patient die neu- oder wiedererlernte Bewegung eigenverantwortlich in seinem individuellen Alltag umsetzen. Spiraldynamik ist – im Sinne einer begleitenden krankengymnastischen Behandlung – daher besonders bei Beschwerden geeignet, die mit unphysiologischem Bewegungsverhalten in Zusammenhang stehen. Beispiele hierfür sind Bandscheibenvorfall, Fußdeformitäten (Spreizfüße, Knickfuß, Plattfuß, Hallux valgus, Spitzfuß), Handbeschwerden (Carpaltunnelsyndrom), Tennisellenbogen (Epicondylitis), Arthrose.

Literatur[Bearbeiten]

  • Antje Hüter-Becker (Hrsg.), Christian Heel, Ulrich Betz: Lehrbuch zum neuen Denkmodell der Physiotherapie. Band 1: Bewegungssystem. Thieme, Stuttgart 2002, ISBN 3-1313-0141-4.
  • Christian Larsen: Füße in guten Händen: Spiraldynamik- programmierte Therapie für konkrete Resultate. Thieme, Stuttgart 2003, ISBN 3-1313-5552-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nachweis des Markeneintrags bei tmdb
  2. Eintrag Spiraldynamik bei Swissreg
  3. Margrit List, Physiotherapie in der Traumatologie, Ausg. 5, Kap. 19, Verlag Springer, 2008, ISBN 3-540-68241-4

Weblinks[Bearbeiten]