Spiraltang

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Spiraltang
Spiraltang (Fucus spiralis)

Spiraltang (Fucus spiralis)

Systematik
ohne Rang: Stramenopile (Stramenopiles)
ohne Rang: Braunalgen (Phaeophyceae)
ohne Rang: Fucales
Familie: Fucaceae
Gattung: Fucus
Art: Spiraltang
Wissenschaftlicher Name
Fucus spiralis
L.
Spiraltang: Abbildung auf einer Briefmarke

Der Spiraltang (Fucus spiralis, auch Kleiner Blasentang[1]) ist eine Fucus-Art aus der Gruppe der Braunalgen, der auch in der Nordsee und Ostsee vorkommt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Spiraltang ist eine mehrjährige Großalge (Seetang) mit einer Größe von wenigen Zentimetern bis etwa 30 cm. An der Basis ist er mit einer Haftplatte mit dem Untergrund verbunden. Der lederartig derbe, braungrüne Thallus ist abgeflacht, in einer Ebene gabelig verzweigt und von einer Mittelrippe durchzogen. Er besitzt weder Gasblasen (wie Blasentang) noch einen gesägten Rand (wie Sägetang). Manchmal ist der Thallus spiralig gedreht, worauf sich der deutsche Name bezieht. Die vegetativen Thallusenden sind flach, nach starker Besonnung auch aufgebläht und hohl. Durch die Brandung oder Fraß beschädigte Thalli können an den Wundflächen neue büschelige Sprosse regenerieren.

Fortpflanzung[Bearbeiten]

Fucus-Arten sind Diplonten ohne Generationswechsel. Von April bis Oktober trägt der Spiraltang dick geschwollene fruchtbare Thallusenden (Rezeptakeln), die mit Gallerte gefüllt sind. Die Rezeptakeln enthalten krugförmig in die Oberfläche eingesenkte Konzeptakeln, in denen die Gameten gebildet werden. Der Spiraltang ist zwittrig. In jedem Konzeptakel entstehen Eizellen und Samenzellen (Zoosporen). Daher kommt häufig Selbstbefruchtung vor.[2] Die befruchteten Eizellen setzen sich fest und wachsen zu neuen diploiden Algen heran.

Vorkommen[Bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet des Spiraltangs umfasst die Küsten des Nordatlantik und die amerikanische Nordpazifik-Küste. Im östlichen Nordatlantik ist er von Norwegen bis zu den Kanarischen Inseln und Marokko verbreitet und kommt auch in der Nordsee und Ostsee vor.

Der Spiraltang besiedelt die oberste Gezeitenzone. Von den verwandten Fucus-Arten, mit denen er oft gemeinsam vorkommt, ist er am weitesten oben zu finden. Er erholt sich besser von Austrocknung als die verwandten Arten und toleriert sowohl hohe als auch niedrige Temperaturen.[2]

Systematik[Bearbeiten]

Die Erstbeschreibung von Fucus spiralis erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species plantarum, Band 2, S. 1159. Der Spiraltang gehört zur Gattung Fucus in der Familie der Fucaceae innerhalb der Ordnung der Fucales.

Synonyme von Fucus spiralis L. sind Fucus areschougii Kjellman, Fucus areschougii f. nanus Kjellman, Fucus areschougii var. borealis (Kjellman) Kjellman, Fucus sherardii f. spiralis (L.) Areschoug und Fucus vesiculosus var. spiralis (L.) C.Agardh.

Eine ähnliche Art ist der erst 2011 von Zardi et al. beschriebene Fucus guiryi (Synonym: Fucus spiralis var. platycarpus (Thuret) Batters).[3] Er unterscheidet sich durch einen sterilen Rand um die Rezeptakeln und seine monopodiale, nicht gabelige Verzweigung, längeren Thallus (bis etwa 50 cm) und längeren Stiel. Fucus guiryi wächst in der Gezeitenzone etwas niedriger als der Spiraltang und etwas höher als der Blasentang.[4]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Harry Garms: Pflanzen und Tiere Europas. Ein Bestimmungsbuch. Braunschweig 1963, ISBN 3-423-03013-5
  2. a b E. Billard, E. A. Serrão, G. A. Pearson, C. Destombe, M. Valero: Fucus vesiculosus and spiralis complex: a nested model of local adaptation at the shore level. In: Marine Ecology Progress Series 405: S. 163–174, 2010 pdf-Datei
  3. Michael Guiry: The Seaweed Site: information on marine algae: Fucus spiralis, abgerufen 20. März 2012
  4. G. I. Zardi, K. R. Nicastro, F. Canovas, J. F. Costa, E. A. Serrão, G. A. Pearson: Adaptive traits are maintained on steep selective gradients despite gene flow and hybridization in the intertidal zone. PLoS ONE 6(6): S. 1–13, 2011 pdf-Datei

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Spiraltang (Fucus spiralis) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien