Spiridion von Lusi

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Spiridion Graf von Lusi (griechisch Σπυρίδων Λούζης, Spyridon Louzis, ital.: Spiridione Lusi; * 1741 auf Kefalonia; † 1. September 1815 in Potsdam) war ein griechischer Gelehrter und preußischer Diplomat.

Leben[Bearbeiten]

Spiridione Lusi (1741 – 1815).jpg

Das griechische Adelsgeschlecht Lusi geht auf das 13. Jahrhundert zurück, ein Zweig ließ sich später auf Insel Kefalonia nieder,[1] welche damals zur Republik Venedig gehörte. Spiridion Graf von Lusi studierte am griechischen Kollegium in Venedig, danach an der Universität Padua, wo er von 1763 bis 1765 die vier Werke Lukians übersetzte. Nach dem Studium ging er nach Wien und später nach Breslau, wo ihn der kaiserliche Gesandte König Friedrich II. vorstellte.

Spiridion von Lusi verfasste einen Artikel in der venezianischen Zeitung über die Geheimpläne Preußens. Die zahlreichen Hintergrundinformationen veranlassten den preußischen Gesandten den Artikel nach Potsdam zu schicken. König Friedrich II. lud 1777 unter einem Vorwand von Lusi nach Sanssouci ein, um einem Verrat auf die Schliche zu kommen. Auf den Artikel angesprochen belegte Spiridion von Lusi, wie er aus amtlichen Bekanntmachungen Geheimpläne rekonstruierte. König Friedrich II. war von den Fähigkeiten des 42-jährigen beeindruckt, und bot ihm eine Stelle als Kammerherr an, um ihn später in den diplomatischen Dienst zu schicken. Aufgrund seiner Herkunft hatte er den Spitznamen "Kammerherr des Ulysses" (Odysseus).[2]

Ab 1780 wurde er preußischer Botschafter in London; das Budget der Gesandtschaft war mit 6000 Taler sehr bescheiden. Wiederholt versuchte er erfolglos beim König eine Anhebung zu erreichen. Als letzten Ausweg bat er um eine Genehmigung, über die Botschaft Handel mit Olivenöl zu treiben. Es gelang von Lusi, die Unkosten der Botschaften aus dem Handel zu bestreiten und darüber hinaus selbst noch gut zu verdienen. Gleichzeitig warb er auch für den preußischen Aussenhandel. Anschließend wurde er nach St. Petersburg beordert, um dort ebenfalls den Handel zu fördern, und wurde in den Grafenstand erhoben.[3]

Nach seiner diplomatischen Tätigkeit trat er als Oberst in das preußische Heer ein, wo er nach mehrmaliger Beförderung später in einem Frieden zwischen Kaiser und Osmanischem Reich vermittelte. 1792 erfolgte seine Ernennung zum Generalmajor, 1798 zum Generalleutnant. Am 7. Januar 1792 wurde sein Sohn Friedrich Wilhelm August in Berlin geboren, dieser wurde nach einer Karriere beim Militär später preußischer Gesandter am griechischen Hof. Ein Nachfahre war der irische Physiker John Joly (1857–1933).

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues preussisches Adels-Lexicon, S. 323
  2. Carl Eduard Vehse: Geschichte der deutschen Höfe seit der Reformation: 1. Abth., Geschichte des preußischen Hofs und Adels und der preußischen Diplomatie Hoffmann und Campe, 1851, S. 270 ff.
  3. Carl Eduard Vehse: Geschichte der deutschen Höfe seit der Reformation: 1. Abth., Geschichte des preußischen Hofs und Adels und der preußischen Diplomatie Hoffmann und Campe, 1851, S. 270 ff.