Spitzencluster-Wettbewerb

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Der Spitzencluster-Wettbewerb ist neben der Exzellenzinitiative und dem Pakt für Forschung und Innovation der dritte wesentliche Baustein der Forschungspolitik des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, durch den die Leistungsfähigkeit des deutschen Wissenschaftssystems gestärkt und Deutschland als Wissenschaftsstandort attraktiver gemacht werden soll. Es gab drei Wettbewerbsrunden, in denen jeweils fünf Spitzencluster gekürt wurden. Die Cluster mussten eine Jury durch ihre strategischen Konzepte, ihre Leistungsfähigkeit und die maßgebliche finanzielle Einbindung von Wirtschaft und privaten Investoren überzeugen. Die Sieger werden über einen Zeitraum von fünf Jahren mit einer Summe von jeweils bis zu 40 Millionen Euro gefördert. Insgesamt erhalten die 15 geförderten Spitzencluster 600 Millionen Euro.

Zielsetzung und Förderung[Bearbeiten]

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat in den Förderrichtlinien[1] unter anderem die Zielsetzung und die Kriterien des Wettbewerbs sowie die Rahmenbedingungen der Förderung festgelegt.

Die Cluster sollen ein herausragendes Kompetenzprofil mit hoher Innovationsfähigkeit entwickeln und sichern. Ein wichtiges Ziel ist dabei auch die internationale Netzwerkbildung und Kooperation; auch die Ansiedlung ausländischer Unternehmen soll gefördert werden. Weiteres Ziel ist die Entwicklung und Erprobung innovativer Kooperationsformen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Auch sollen die Cluster durch gezielte Nachwuchsförderung und praxisnahe Qualifizierung Personal für die Region bereitstellen.

Die Cluster beschreiben in einer Strategie, wie sie diese Ziele erfüllen wollen. Gefördert werden dann Projekte der Clustermitglieder, maßgeblich zur Umsetzung dieser Strategie beitragen. In der Regel werden Projekte von Unternehmen mit 50 % der Kosten gefördert; die beteiligten Unternehmen bringen also selbst noch einmal eigene finanzielle Mittel in Höhe der staatlichen Förderung ein. Projekte von Hochschulen können bis zu 100 % gefördert werden.

Die übergreifende Betreuung des Spitzencluster-Wettbewerbs übernimmt der Projektträger Jülich.

Geförderte Spitzencluster[Bearbeiten]

Erste Wettbewerbsrunde[Bearbeiten]

  • BioRN - Der Biotechnologie-Cluster Zellbasierte & Molekulare Medizin in der Metropolregion Rhein-Neckar (im Raum Heidelberg, Mannheim, Ludwigshafen, Darmstadt)
  • Cool Silicon - Energieeffiziente Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) durch Mikro- und Nanotechnologie in der Region um Dresden, Chemnitz
  • Forum Organic Electronics in der Metropolregion Rhein-Neckar
  • Luftfahrtcluster Metropolregion Hamburg
  • Solarvalley Mitteldeutschland (Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen)

Zweite Wettbewerbsrunde[Bearbeiten]

  • EffizienzCluster LogistikRuhr
  • Medical Valley Europäische Metropolregion Nürnberg
  • MicroTEC Südwest (Baden-Württemberg)
  • Münchner Biotech Cluster - m4
  • Software-Cluster in der Region um Darmstadt, Walldorf, Kaiserslautern, Karlsruhe, Saarbrücken

Dritte Wettbewerbsrunde[Bearbeiten]

  • BioEconomy Cluster in der Region Sachsen-Anhalt, Sachsen
  • Cluster für Individualisierte ImmunIntervention (CI3) in der Rhein-Main-Region (Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg)
  • Elektromobilität Süd-West in der Region Karlsruhe, Mannheim, Stuttgart und Ulm
  • it's OWL - Intelligente Technische Systeme Ostwestfalen-Lippe, Nordrhein-Westfalen
  • MAI Carbon für kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe (CFK) im Drei-Städte-Eck München - Augsburg - Ingolstadt

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Richtlinien zur Förderung für den "Spitzencluster-Wettbewerb" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Rahmen der Hightech-Strategie 2020 für Deutschland (3. Wettbewerbsrunde). Bundesministerium für Bildung und Forschung, 8. Dezember 2010, abgerufen am 20. Januar 2012.