Spitzkletten

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Spitzkletten
Elbe-Spitzklette (Xanthium albinum subsp. albinum)

Elbe-Spitzklette (Xanthium albinum subsp. albinum)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Heliantheae
Gattung: Spitzkletten
Wissenschaftlicher Name
Xanthium
L.

Die Spitzkletten (Xanthium) sind eine Pflanzengattung aus der Unterfamilie der Asteroideae innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration von Gewöhnliche Spitzklette (Xanthium strumarium)

Xanthium-Arten wachsen meist als einjährige krautige Pflanzen, die Wuchshöhen von 10 bis über 200 Zentimeter erreichen. Die aufrechten Stängel sind verzweigt. Die meist wechselständigen (zwei bis sechs können auch gegenständig sein) Laubblätter sind gestielt und einfach bis gelappt. Der Blattrand ist glatt bis gezähnt.

Xanthium-Arten sind einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Die diskusförmigen, kleinen, körbchenförmigen Blütenstände stehen selten einzeln, meist in verzweigten Gesamtblütenständen zusammen. Die Blütenkörbe enthalten nur Blüten eines Geschlechtes. Die männlichen Blütenkörbchen sind tellerförmig abgeflacht, weisen einen Durchmesser von 3 bis 5 mm auf, enthalten 6 bis 16 Hüllblätter in ein bis zwei Reihen und 20 bis über 50 funktional männliche Blüten mit weißlichen, trichterförmigen, fünflappigen Blütenkronen. Die Staubfäden sind verwachsen. Die weiblichen Blütenkörbchen weisen während der Blütezeit einen Durchmesser von 2 bis mehr als 5 mm auf und später als Fruchtkörbchen weisen sie einen Durchmesser von 6 bis über 20 Millimeter auf. Ihre 30 bis über 75 Hüllblätter stehen in sechs bis über zwölf Reihen; ihre Spitzen sind mehr oder weniger gekrümmt und bilden während der Fruchtreife harte Dornen. Die weiblichen Blütenkörbchen enthalten nur zwei Blüten ohne Kronblätter.

Die „Kletten“ sind die Diasporen der Xanthium-Arten, hier von der Gewöhnlichen Spitzklette (Xanthium strumarium).

Die schwarzen Achänen besitzen keinen Pappus und werden in den dornigen, zweikammerigen Fruchtkörbchen (es sind in diesem Fall die Diasporen), den „Kletten“, verbreitet. Sie nutzen den Kletteffekt, indem sie am Fell vorbeistreifender Tiere oder an Treibgut hängen bleiben und so ausgebreitet werden.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Xanthium wurde durch Carl von Linné aufgestellt.[1] Der botanische Gattungsname Xanthium leitet sich vom griechischen Wort xanthos für gelb ab und bezieht sich darauf, dass früher aus einer der Arten ein gelber Farbstoff gewonnen wurde.

Die Xanthium-Arten sind ursprünglich in der Neuen Welt beheimatet. Sie sind in weiten Teilen der Welt Neophyten.

Die Spitzkletten sollten nicht mit der Gattung Kletten (Arctium), beispielsweise Große Klette, Arctium lappa, verwechselt werden.

Die Systematik der Gattung der Spitzkletten (Xanthium) wird kontrovers diskutiert. In der Gattung der Spitzkletten (Xanthium) gibt es zwei[1] bis drei[2] (4 bis 25 Arten je nach Autor):

  • Ufer-Spitzklette (Xanthium albinum (Widder) H. Scholz): Mit zwei Unterarten:
    • Elbe-Spitzklette oder Dickköpfige Ufer-Spitzklette (Xanthium albinum L. subsp. albinum),
    • Östliche Ufer-Spitzklette oder Schlankköpfige Ufer-Spitzklette (Xanthium albinum subsp. riparium (Čelak.) Widder & Wagenitz)
  • Dornige Spitzklette (Xanthium spinosum L.)
  • Gewöhnliche Spitzklette oder Stechende Spitzklette (Xanthium strumarium L., Syn.: Xanthium pungens Wallroth, Xanthium sibiricum Patrin): Mit mehreren Varietäten:

Nutzung[Bearbeiten]

Von manchen Arten können die grünen Pflanzenteile und die Samen roh oder gekocht gegessen werden. Manche Arten werden medizinisch genutzt.[3]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Xanthium im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  2. John L. Strother: Xanthium Linnaeus, S. 19 – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Volume 21 – Magnoliophyta: Asteridae (in part): Asteraceae, part 3, Oxford University Press, New York und Oxford, 2006. ISBN 0-19-530565-5
  3. Einträge zu Xanthium bei Plants For A Future

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Spitzkletten (Xanthium) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien