Splügenpass

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Splügenpass / Passo dello Spluga
Schweizer Seite vom Splügenpass mit Blick zum Teurihorn

Schweizer Seite vom Splügenpass mit Blick zum Teurihorn

Himmelsrichtung Nord Süd
Passhöhe 2'115 m ü. M.
Graubünden (Schweiz) Val San Giacomo (Lombardei, Italien)
Wasserscheide HüscherenbachHinterrheinRhein LiroMeraComerseeAddaPo
Talorte Splügen Chiavenna
Ausbau Passstrasse Strada Statale 36 Italia.svg
Erbaut 1821–1823
Sperre November – Mai
Gebirge Adula-Alpen / Oberhalbsteiner Alpen
Profil
Denzel-Skala SG 2-3 SG 2-3
Ø-Steigung 7,1 % (638 m / 9 km) 5,9 % (1780 m / 30 km)
Max. Steigung 11 % 13 %
Karte
Splügenpass (Schweiz)
Splügenpass
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Koordinaten 745183 / 15222146.5055555555569.33027777777782115Koordinaten: 46° 30′ 20″ N, 9° 19′ 49″ O; CH1903: 745183 / 152221

Der Splügenpass (italienisch Passo dello Spluga) liegt auf einer Höhe von 2115 Metern[1] und verbindet Splügen im schweizerischen Rheinwald im Kanton Graubünden mit Chiavenna in der italienischen Provinz Sondrio und den Comer See. Über den Pass verläuft die Wasserscheide zwischen dem Rhein und dem Po und die Staatsgrenze zwischen Italien und der Schweiz.

Geschichte[Bearbeiten]

um 1810

Der Pass war bereits den Römern bekannt (wahrscheinlich unter dem Namen „Cunus Aureus“ - „goldene Spitze“, wenn dies nicht den Julierpass bezeichnet hat. Splügen soll sich von „specula“, lateinisch für „Ausguck“ oder vom romanischen „Speluca“ „Höhle“, ableiten) und wurde anscheinend auch im Mittelalter benutzt. Die heutige Strasse wurde von den Österreichern, die damals in Mailand herrschten, auf eigene Kosten erbaut und im Sommer 1822 fertiggestellt.[2] Seit dem Bau eines Tunnels durch den San Bernardino hat der Pass seine frühere Bedeutung weitgehend verloren.

Blick auf die Splügenpassstrasse, Bataillon IV/85, 1914–1918

Im 19. Jahrhundert bestanden Pläne, eine Eisenbahnlinie über den Splügen zu bauen; diese scheiterten jedoch am Widerstand des Kantons Tessin, der dadurch umfahren worden wäre. Schliesslich wurde dem Bau des ersten Gotthardtunnels der Vorzug gegeben.

In den 1980er Jahren wurde ein 46,7 km langer Splügen-Basistunnel, zwischen Thusis und Chiavenna diskutiert. Es war eines von fünf diskutierten Eisenbahntunnelprojekten im Bereich der Schweizer Alpen. Das Projekt wurde zu Gunsten des Gotthard- und Lötschberg-Basistunnels zurückgestellt.[3]

Galerie[Bearbeiten]

Galerie am Splügenpass

Die 312 Meter lange Lawinengalerie unterhalb der Passhöhe auf der Nordseite wurde 1843 nach den Plänen des italienischen Ingenieurs Carlo Donegani und des Bündner Ingenieurs Richard La Nicca gebaut [4]. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb der Splügenpass im Winter geschlossen; die Galerie wurde ausser Betrieb gesetzt und durch eine neue Strasse umfahren. Um einen drohenden Zerfall zu verhindern, wurde sie mit finanzieller Unterstützung von Bund und Kanton Graubünden von 2007 bis 2010 saniert [5]

Streckenverlauf[Bearbeiten]

Beginn der Passstrasse oberhalb Splügens, um 1920. Rechts das ehemalige Wädenswilerhaus, heute Hüschera-Lodge

Die neun Kilometer lange Nordrampe von Splügen aus erreicht die Passhöhe über zwei Kehrengruppen, eine mit sechs Kehren hinter Splügen, die andere mit 15 Kehren vor der Passhöhe. Dort befindet sich nur die ehemalige Grenzstation, eine Restauration o. ä. existiert nicht. Bemerkenswert ist die Südrampe (SS 36) durch das italienische Val San Giacomo: Zwischen der Passhöhe und Chiavenna ist auf einer Strecke von etwa 30 Kilometern ein Höhenunterschied von knapp 1800 Metern zu überwinden. Die Strecke führt vorbei am Lago di Montespluga, Madesimo, Lago d'Isola und Campodolcino nach Chiavenna. Von hier sind der Comer See bzw. der Malojapass zu erreichen. Die Strasse ist durchgängig asphaltiert und zweispurig ausgebaut. Im Winter ist der Pass geschlossen.

Sonstiges[Bearbeiten]

Unweit der Strasse führt der Kultur- und Weitwanderweg Via Spluga auf dem historischen Saumpfad über den Splügenpass.

Unweit des Scheitelbereiches der Passstrasse gewann man auf 2100 Metern Höhe einen Quarzit in Plattenform. Dieser fand zur Dachdeckung in der Region Verwendung.[6] Der Abbau ist eingestellt.

Bilder[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Splügenpass – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. map.geo.admin.ch. In: map.geo.admin.ch. Abgerufen am 3. April 2014.
  2. Bündner Kalender 2010, S. 113
  3. Zwei neue Eisenbahntunnels durch die Alpen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. Mai 1989, S. 11.
  4. Heimatschutz GR
  5. Terra Grischuna 2/2011
  6. F. de Quervain: Die nutzbaren Gesteine der Schweiz. Bern (Kümmerly & Frey) 1969, S. 91