Spleen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ein Spleen bezeichnet umgangssprachlich meist abwertend eine leichte Verrücktheit oder fixe Idee.[1] Der Begriff wird oft im Zusammenhang mit Exzentrikern verwendet.[2]

Der Ausdruck selbst stammt aus dem Englischen für das Organ Milz (englisch spleen, griechisch σπλήν, splēn)[2] sowie übertragen für „schlechte Laune, Ärger, Verdruss“. Die Milz galt als Sitz bestimmter Gemütskräfte und bei Erkrankung als Ursache für Hypochondrie („Milzsucht“).[3]

Bereits Galen (2. Jahrhundert n. Chr.) sah den Ursprung der Melancholie in einem Überschuss an schwarzer Galle, einem der vier Körpersäfte, die unter anderem in der Milz produziert werde. In der französischen Sprache wurde der Begriff splénétique als Synonym zu Weltschmerz und Melancholie durch Charles Baudelaire (1821–1867) popularisiert und in seinen Werken wie Les Fleurs du Mal thematisiert.[4] Heute bedeutet „einen Spleen zu haben“ in der Umgangssprache eine kleine Verrücktheit, Schrulle, sonderbare Idee oder Marotte zu haben.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

Online-Sammlung von Spleens

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag zu Spleen im Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG), dwds.de Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
  2. a b c Duden. Das große Wörterbuch der deutschen Sprache in 10 Bänden. Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 1999, 3., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage..
  3. Adelung: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 3. Leipzig 1798, S. 213. auf zeno.org
  4. Ariane Wild: Poetologie und Décadence in der Lyrik Baudelaires, Verlaines, Trakls und Rilkes. In: Epistemata. Reihe Literaturwissenschaft. Band 387, Königshausen & Neumann, Würzburg 2002, ISBN 3-8260-2214-9 (Diss. Univ. Freiburg (Brsg.), 2000)