Splint

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Dieser Artikel behandelt das Bauteil Splint; für weitere Bedeutungen siehe Splint (Begriffsklärung).

Ein Splint ist ein Sicherungselement im Maschinen- und Fahrzeugbau. Er dient der Lagesicherung verbundener Bauteile in einer Richtung, die nicht die Hauptbelastungsrichtung im Betrieb ist. Beispielsweise werden (Kronen) Muttern gegen Verdrehung oder Achsen gegen Verschieben gesichert.

Handelsübliche Bezeichnung und Einordnung[Bearbeiten]

Im technischen Teilehandel werden Splinte meist nicht unter Sicherungselemente, sondern unter Stifte aufgeführt. Versplintungen gehören zu den lösbaren Verbindungen.


Standardsplint (EN ISO 1234)[Bearbeiten]

Logo des Deutschen Instituts für Normung DIN EN ISO 1234
Bereich Maschinenelemente
Titel Splinte
Letzte Ausgabe 1998-02
ISO

Standardsplinte zur allgemeinen Verwendung sind nach EN ISO 1234 genormt. Davor galt DIN 94.

Splinte werden aus Draht mit halbrundem Querschnitt gefertigt. Die beiden Schenkel unterschiedlicher Länge sind parallel aufeinander gepresst und bilden einen runden Querschnitt mit in der Norm festgelegtem Durchmesser. An einem Ende ist der Draht zu einer annähernd kreisringförmigem Schlaufe, dem Splintkopf mit ebenfalls genormten Maßen, gestaucht.


Federstecker (DIN 11024)[Bearbeiten]

Logo des Deutschen Instituts für Normung DIN 11024
Bereich Maschinenelemente
Titel Federstecker
Letzte Ausgabe 1973-01
ISO
Federstecker

Ein Federstecker, in der Umgangssprache auch Federsplint, ist ein wiederverwendbar-selbstsichernder Splint. Er ist nicht wie der Standardsplint von gespaltenem Querschnitt, sondern rastet aufgrund der federnden Wirkung des Materials ein. Diese Splinte sind in DIN 11024 genormt.


Klappsplint (Klappstecker, DIN 11023)[Bearbeiten]

Logo des Deutschen Instituts für Normung DIN 11023
Bereich Maschinenelemente
Titel Landmaschinen und Ackerschlepper; Klappstecker
Letzte Ausgabe 10.1979
ISO
Klappsplint

Für besondere Anforderungen kommen aus konstruktiven oder Sicherheitsgründen Sonderformen wie Klappsplinte nach DIN 11023 oder Rohrklappsplinte in diversen Bauformen zur Anwendung. In der Grundform bestehen sie aus einem federnden Stahlbügel, der Mutter, Bolzen oder Schraube zusätzlich umfasst und einem prismenförmigen Grundkörper, in dem der Drahtbügel schwenkbar gelagert ist. Die Schenkel werden beim Sichern mit dem eigenen Bügel verschränkt und wirken so selbstsichernd. Klappsplinte werden häufig zur Sicherung von Wellen und Rohren genutzt, wobei auf die maximal zulässigen Werte für die Flächenpressung nicht überschritten werden sollten: Für Klappsplinte nach DIN-Norm gelten dabei Höchstwerte von 350 N/mm² bei Stiften mit bis zu 8 mm Durchmesser und 420 N/mm² bei jenen mit bis 10 mm Durchmesser[1].


Sonderformen[Bearbeiten]

Weiterhin gibt es noch verschiedene, nicht standardisierte Splintformen für Spezialanwendungen. [2]

Werkstoffe[Bearbeiten]

Als Materialien kommen ausreichend feste, aber zähe Metalle wie Eisen, Stahl oder auch Buntmetall-Legierungen (mit oder ohne Oberflächenbeschichtung) zum Einsatz.[3] Am häufigsten wird blanker, zäher Stahl verwendet. Für die selbstsichernden Splinte kommen Federstähle zur Verwendung.

Verwendung und Umgang mit Splinten[Bearbeiten]

Da sich das Materialgefüge beim Sichern und Entsichern verändert, dürfen Standardsplinte nach EN ISO 1234 aus Sicherheitsgründen nach einer Montage und einer Demontage nicht wieder verwendet werden. Sie müssen durch neue Teile ersetzt werden. Durchmesser von Splint und zugehöriger Bohrung (Splintloch) müssen aufeinander abgestimmt sein. Sie bilden gemeinsam eine Spielpassung. Der Splint muss leicht durchsteckbar sein. Die Schenkel werden nach dem Durchstecken gegeneinander aufgebogen (gespreizt). Sie dürfen durch Abschneiden gekürzt werden. Keinesfalls ist aber die Verwendung zu kurzer Splinte gestattet; die Länge sollte ungefähr das Doppelte der Bohrungslänge betragen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Konstruktion und Tipps Klappsplinte an Wellenenden
  2. Bild verschiedener Sicherungs-Federstecker (Fokkernadeln)
  3. www.schrauben-lexikon.de (Version vom 9. September 2013 im Internet Archive)