Spondylodiszitis

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Klassifikation nach ICD-10
M46.49 Diszitis, nicht näher bezeichnet
ICD-10 online (WHO-Version 2013)
Diszitis mit paravertebralem Abszess bei einem zweijährigen Kind, sagittale MRT-Aufnahme

Die Spondylodiszitis ist eine Entzündung der Bandscheibe und der beiden angrenzenden Wirbelkörper, die meistens durch bakterielle Infektionen aber auch entzündliche rheumatische Erkrankungen verursacht wird.

Symptomatik[Bearbeiten]

Die Symptomatik ist zunächst unspezifisch, die Schmerzen entsprechen in Stärke und Ausbreitung denen, die durch degenerative Veränderungen der Wirbelsäule ebenso verursacht werden können. Schmerzen treten vor allem Nachts oder bei Belastung auf und sind manchmal begleitet von Nachtschweiß, Fieber oder Gewichtsabnahme. Sehr charakteristisch ist ein starker Klopf- und Druckschmerz der betroffenen Wirbel.

Erreger[Bearbeiten]

Mit Abstand der häufigste Erreger ist Staphylococcus aureus, seltener sind Staphylococcus epidermidis, Viridans-Streptokokken, Escherichia coli, Pseudomonas aeruginosa, Pneumokokken, Clostridium perfringens, Proteus mirabilis, Haemophilus aphrophilus, Mycobacterium tuberculosis, Mycobacterium leprae, und Veillonella parvula.

Diagnose[Bearbeiten]

Die Labordaten können einen Hinweis auf einen entzündlichen Prozess liefern, können aber auch unauffällig bleiben. Im Röntgenbild erscheint das Bandscheibengewebe im späteren Stadium verdichtet, anfangs ist oft kein krankhafter Befund zu sehen. Aufschluss bringt oft das Kernspintomogramm, auch eine Computertomographie kann Hinweise liefern. Ein Erregernachweis gelingt unter Umständen durch Blutkulturen.

Therapie[Bearbeiten]

Je nach der Schwere des Krankheitsbildes muss die unumgängliche, intensive antibiotische Behandlung unter Umständen durch operative Maßnahmen ergänzt werden. Eine Operation wird vor allem dann nötig, wenn eine kalkulierte Antibiose nicht zur Besserung führt oder neurologische Ausfallerscheinungen auftreten. Das Bandscheibengewebe wird operativ entfernt, die benachbarten Wirbelkörper miteinander verblockt, um jede Bewegung in dem betroffenen Segment zu unterbinden. Zur Sicherung des Erregers und Resistenzbestimmung kann manchmal eine CT-gesteuerte Biopsie angewandt werden.

Die Betroffenen müssen immer, auch bei konservativer Behandlung, eine strenge Bettruhe für 6 bis 8 Wochen einhalten. Zusätzlich wird eine stabilisierende Rumpforthese gegeben. Die notwendige Behandlung und die Überwachung des Verlaufes dauern meistens lange, in der Regel deutlich über ein Jahr.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Sobottke, R. et al.: Aktuelle Diagnostik und Therapie der Spondylodiszitis. In: Dtsch Arztebl. Nr. 105(10), 2008, S. 181-187 (Artikel).
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