Sporangium

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Die Sporenkapsel der Moose (hier bei Sphagnum) ist ein Sporangium

Als Sporangium bezeichnet man in der Botanik die Bildungsstätte von Sporen. Sporangien treten bei Pilzen, Algen sowie bei allen Pflanzen auf (Moose, Schachtelhalme, Farne und Samenpflanzen).

Bei Schleimpilzen bezeichnet er eine spezielle Gestalt des Fruchtkörpers, bei der sich ein Plasmodium in mehrere bis tausende einzelne Sporenträger aufteilt.[1]

In einem engeren Sinne ist die Bezeichnung Sporangium auf die Behälter mit einer sterilen Wand beschränkt, in denen bei den Pflanzen die Meiosporen entstehen. Bei etlichen Sippen sind die gebildeten Meiosporen unterschiedlich groß: Die Sporangien, in denen die (männlichen) Mikrosporen gebildet werden, sind die Mikrosporangien; die Bildungsorte der (weiblichen) Megasporen heißen entsprechend Megasporangien.[2]

Der Begriff Sporangium wurde erstmals 1779 von Ehrhart bei Moosen verwendet, wobei er einen Teil der Sporangienwand so nannte. Die heutige Bedeutung wurde von Johannes Hedwig 1798 eingeführt. Bei den Samenpflanzen werden die Mikrosporangien als Pollensack bezeichnet und die Megasporangien als Nucellus. Diese Begriffe wurden geprägt, bevor ihre Homologie mit den Sporangien der Farne und Moose von Wilhelm Hofmeister erkannt wurde.[2]

Nachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfgang Nowotny: Myxomyceten (Schleimpilze) und Mycetozoa (Pilztiere) – Lebensformen zwischen Tier und Pflanze. In:  Wolfgang Nowotny (Hrsg.): Wolfsblut und Lohblüte. Lebensformen zwischen Tier und Pflanze = Myxomycetes (= Stapfia. Bd. 73). Oberösterreichisches Landesmuseum, Linz 2000, ISBN 3-85474-056-5, S. 7–37.
  2. a b Gerhard Wagenitz: Wörterbuch der Botanik. Die Termini in ihrem historischen Zusammenhang. 2., erweiterte Auflage. Spektrum, Akademischer Verlag, Heidelberg u. a. 2003, ISBN 3-8274-1398-2, S. 303.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sporangium – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien