Sport in der Schweiz

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Die Sportarten, die in der Schweiz ausgeübt werden, sind teilweise durch die alpinen Lagen beeinflusst.

Historische Sportarten / Volkssport[Bearbeiten]

Ostermontagsschwingfest auf der Grossen Schanze in Bern um 1775

Zwar haben im 20. Jahrhundert auch in der Schweiz die international üblichen Sommer- und Winter-Sportarten Verbreitung gefunden und traditionelle Volkssporte in der öffentlichen Wahrnehmung weitgehend verdrängt. Jedoch pflegen insbesondere mit der Schweizer Volkskultur verbundene Kreise nach wie vor auch traditionelle Sportarten wie Hornussen, Schwingen und Unspunnenstein-Werfen, die bei Grossanlässen nach wie vor Zehntausende von Zuschauern anlocken. Andere, vor allem regional oder lokal vorkommende sportliche Betätigungen und Bräuche sind hingegen oft in Vergessenheit geraten. Die Jenischen pflegen, weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit, eine eigene Sportart namens Bootschen, die man als urtümliche Variante von Boccia oder Boule beschreiben kann.

Breitensport[Bearbeiten]

Im Winter[Bearbeiten]

Die Schweiz ist auf Grund ihrer Lage eher eine Wintersportnation. Die Mehrheit der Schweizer gehen im Winter in Form eines Tagesausfluges in die Berge um die Sportarten Ski Alpin, Snowboard oder auch Schlitteln auszuüben. Ferner wird auch recht häufig Langlauf betrieben (beispielsweise am Engadin Skimarathon).

Beliebte Wintersportregionen sind entlang der Alpen vorwiegend im Kanton Graubünden, der Zentralschweiz, im Berner Oberland oder im Kanton Wallis zu finden.

Im Sommer[Bearbeiten]

Im Sommer sind Wandern, Schwimmen, Velofahren (Fahrradfahren), Inlineskaten oder Fussball bei einer breiteren Bevölkerung beliebt.

Auf Grund der vielen Seen und Flüsse wird das Segeln, Windsurfen und Fischen und auf Grund der Berge das Mountainbiken gerne betrieben.

Insbesondere im Sommer gehen viele Sportschützen und im Herbst viele Jäger ihrem Präzisionshobby nach.

Jugendsport[Bearbeiten]

Starke Verbandsstrukturen und das staatliche Förderungsprogramm Jugend und Sport des Bundesamtes für Sport ermöglichen die Durchführung von vielen Ferien-Sport-Lagern für Jugendliche. Jungen Spitzensportlern wird ermöglicht eine spezielle Rekrutenschule zu absolvieren.[1]

Wettkampfsport[Bearbeiten]

280'000 Fussballer in der Schweiz sind in 11'200 Mannschaften an 1'500 Fussballvereinen angeschlossen. Fussball ist damit die beliebteste Vereinssportart. Gefolgt wird es vom Sportschiessen, welches von ca. 85'000 Personen in Einzel- und Teamwettkämpfen betrieben wird. Beliebt sind ebenfalls Volleyball, Handball und in auch immer mehr Trendsportarten wie Unihockey, das in jüngster Zeit mit über 29'000 Lizenzierten Handball als 4. populärste Sportart abgelöst hat, und Beachvolleyball. Eishockey sowie Curling haben in vielen Regionen ebenfalls einen sehr hohen Stellenwert.

Daneben sind noch Tennis, Golf, Squash, Kegeln, Bowling oder Schach sowie Ringen erwähnenswert. Nicht zu vergessen ist das beliebteste Spiel der Schweizer, der Jass.

Spitzensport[Bearbeiten]

Durch den Erfolg der Alinghi wurde bestätigt, dass die Schweiz auch eine Segelnation ist; wobei die Schweiz bei der Anzahl der Segelboote pro Kopf weltweit auf Platz 2 liegt. Erfolge kann die Schweiz auch dank Martina Hingis, Patty Schnyder, Roger Federer und Stanislas Wawrinka im Tennis vorweisen.

Tatsächlich haben Schweizer Sportler - vielfach unbeachtet von der breiten Öffentlichkeit - in den verschiedensten Sportarten eine Spitzenstellung. So unter anderem im Beachvolleyball, Bobsport, Curling, Eiskunstlauf, Faustball, Fechten, Gleitschirmfliegen, Judo, Orientierungslauf, Mountainbike, Radball, Rudern, Schiessen, Seilziehen, Snowboard, Tennis, Triathlon, Unihockey und Yoseikan Budo.

Die grössten Zuschaueraufmärsche in den Schweizer Ligen findet man im Fussball und Eishockey, gefolgt von Handball. Bei den Nationalmannschaften ist die Fussball-Nationalmannschaft die Nummer 1 bei den Schweizern, gefolgt von der Eishockey-Nationalmannschaft. Die beliebteste Einzelsportart bei den TV-Zuschauern ist Ski Alpin, gefolgt von Formel 1, Radsport und Tennis.

Auch im Motorsport hatten Rennfahrer aus der Schweiz weltweite Erfolge. So wurden in der Formel 1 Clay Regazzoni und Joseph Siffert zu Weltklasse-Piloten und im Motorradsport wurden Rolf Biland Strassenweltmeister, sowie Marcel Gerhard 1992 Motorrad-Langbahnweltmeister. In Flims, im Kanton Graubünden, gibt es seit mehreren Jahren ein internationales Eisspeedwayrennen.

Der Schweizer Meister wird in verschiedenen Sportarten ermittelt.

Weltsportverbände mit Sitz in der Schweiz[Bearbeiten]

Verschiedene bedeutende Weltverbände im Sport haben ihren Sitz in der Schweiz:

Die Administration der Fédération Internationale de l’Automobile (FIA) befindet sich in Genf. Daneben hat die Union of European Football Associations (UEFA) ihren Sitz in Nyon.

Schweizer Sporthilfe[Bearbeiten]

Die 1970 gegründete Stiftung Schweizer Sporthilfe ist eine nicht-subventionierte, gemeinnützige Non-Profit-Organisation, welche zusammen mit Swiss Olympic und dem Bundesamt für Sport zu den wichtigsten Sport-Organisationen der Schweiz gehört.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Spitzensport in der Armee

Weblinks[Bearbeiten]