Sportavia-Pützer RF 6

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RF 6 Sportsman
Slingsby T.67M Firefly
Typ: Sportflugzeug
Entwurfsland: DeutschlandDeutschland Deutschland
Hersteller: Sportavia-Pützer GmbH
Erstflug: 15. März 1973
Produktionszeit: 1973 - 1980
Stückzahl: 66 + 281 Firefly

Die RF 6 Sportsman ist ein Sportflugzeug des deutschen Herstellers Sportavia-Pützer GmbH.

Geschichte[Bearbeiten]

1964 gründete Alfons Pützer in der Eifel zusammen mit der französischen Société Alpavia und René Fournier die Sportavia-Pützer GmbH, in der die Motorsegler RF 4 und RF 5 in großer Stückzahl gebaut wurden. Nach dem Erfolg mit diesen beiden Modellen planten Fournier und Pützer den Bau eines Motorflugzeuges auf Basis eines Entwurfs von Fournier, das RF 6 Sportsman heißen sollte. Der Erstflug des mit einem Vierzylinder Boxermotor Lycoming O-235-E2A mit 91 kW Leistung ausgestatteten Prototyps (D-EHYO) folgte am 15. März 1973. Der 1974 gebaute zweite Prototyps (D-EASK) war für den Schlepp von Segelflugzeugen ausgelegt und wurde dementsprechend mit einem 110 kW starken Lycoming O-320-A1B ausgerüstet.

Beide wurden auf der 1974 auf der ILA in Hannover präsentiert, wobei der 2+2 sitzige Entwurf nicht auf Interesse stieß und sich die Firma daraufhin zur Weiterentwicklung zu einem echten Viersitzer mit dem Namen RF 6C bzw. RF 6-180 entschloss. Dazu wurde gegenüber dem ursprünglichen Entwurf der Rumpf verlängert und mit einer größeren Kabine ausgerüstet. Auch die Tragflächen wurden verändert und mit einem neuen Profil versehen. Als Antrieb wurde nun der 132 kW starke Lycoming O-360-A3A, der einen Verstellpropellerantrieb hatte, gewählt. Der Erstflug des Flugzeugs (D-EHYO) dieser Version erfolgte am 28. April 1976 mit Klaus Gruber am Steuer. Das Flugzeug zeigte jedoch ein kritisches Trudelverhalten, welches zu einem Absturz des Flugzeuges führte. Dabei kam am 16. Mai 1977 der Testpilot Otto Schuler ums Leben. Daraufhin wurde das von der RF 5 übernommene Höhenleitwerk beim nächsten Prototyp (D-ECSQ) durch ein Kreuzleitwerk ersetzt. Im Mai 1978 wurde die Maschine in RS 180 Sportsman umbenannt und im Juni 1978 erfolgte die Zulassung.

Die Maschine verkaufte sich (auch wegen des hohen Preises von 92.600 DM) nur schlecht und so wurden nur 20 Maschinen dieses Typs produziert. Besser verkaufte sich die von Fournier entwickelte zweisitzige Variante RF 6B-100, die von einem 74 kW starken Continental O-200 angetrieben wurde und von der Firma Avions Fournier vertrieben wurde. Es wurden bis 1980 46 Maschinen verkauft.[1]

Die Lizenzrechte an der stärkeren RF 6B-120 mit Lycoming O-235 kaufte später die Firma Slingsby Aviation, welche die Maschine modifizierte und die Holzbauweise durch Verbundwerkstoffe ersetzte. Der Erstflug der ersten von neun noch in Holzbauweise gebauten T-67A erfolgte am 16. April 1981. Danach wurde die Maschine als T67B aus Verbundwerkstoffen gebaut. Die zivile Version wurde als T67C bezeichnet (je nach Cockpitcancel als C-1,2 oder 3) und war mit einem stärkeren 120 kW Textron Lycoming O-320 ausgerüstet. Die militärische T-67M hatte ihren Erstflug im Dezember 1982 und war anfangs als T-67M-160 mit einem 119 kW starken Textron Lycoming AEIO-320-D1B ausgerüstet. Die T-67M Mk2 unterschied sich von der ersten Version durch zusätzliche Tanks in den Flügeln und einer anderen Kanzel. Die nächste Variante war die T-67M-200 die mit einem 149 kW starken AEIO-360-A1EA ausgerüstet war und ihren Erstflug am 16. Mai 1985 hatte. Die letzte Variante war die T-67M-260 die durch einen 195 kW starken AEIO-540 ausgerüstet war und im Mai 1991 zum ersten mal flog. Die 113 an die USAF gelieferten Maschinen dieses Typs werden in der USAF als T3A Firefly bezeichnet. Insgesamt konnte die Firma ab Dezember 1982 mehr als 250 Stück in verschiedenen Versionen verkaufen.[2]

Konstruktion[Bearbeiten]

Die RF 6 Sportsman ist ein viersitziger Tiefdecker in Holzbauweise mit Bugfahrwerk.[1]

Technische Daten[Bearbeiten]

Kenngröße RS 180[3] T67B[2]
Besatzung 1 1
Passagiere 3 1
Länge 7,15 m 7,32 m
Spannweite 10,50 m 10,59 m
Höhe 2,56 m 2,36 m
Flügelfläche 14,5 m² 12,6 m²
Zuladung 460 kg
Leermasse 640 kg 610 kg
max. Startmasse 1100 kg 862 kg
Reisegeschwindigkeit 235 km/h 204 km/h
Höchstgeschwindigkeit 320 km/h 213 km/h
Dienstgipfelhöhe 5400 m 12.000 ft
Startstrecke 210 m  ? m
Reichweite 1210 km 835 km
Triebwerke ein Lycoming O-360-A3A mit 132 kW ein Textron Lycoming O-235-N2A mit 87 kW

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b FliegerRevue Oktober 2010, S.56-59, Die Konstruktionen des Alfons Pützer - Kurzer Höhenflug der Elster
  2. a b The Slingsby T-67 Firefly (Airliners)
  3. Rolf Wurster, 50 Jahre Deutsche Motorflugzeuge, ISBN 978-3-8311-1854-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Slingsby T.67 Firefly – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien