Sportjournalismus

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Der Sportjournalismus umfasst Berichte und Reportagen von Sportereignissen in den Medien. Die Sportberichterstattung ist in allen bekannten Mediengattungen zu finden.

Geschichte[Bearbeiten]

Von den Anfängen bis 1945[Bearbeiten]

Die Anfänge des Sportjournalismus wurden im frühen 18. Jahrhundert gelegt. Damals wurden Zeitungen hauptsächlich zur Informationsverbreitung offizieller Themen genutzt. Sport hatte jedoch keinen wirklichen Stellenwert in der noch kaum entwickelten Medienwelt. Erst zum Ende des 19. Jahrhunderts richteten Zeitungen wie die Spiel und Sport oder die Sport im Bild Sportressorts ein, die sich hauptsächlich um das Geschehen im Sport kümmerten, auch wenn dies zunächst nur den privilegierten Bürgerschichten vorbehalten war.[1] Den besten, weil kontinuierlichen Überblick gibt die deutsch-österreichische Allgemeine Sport-Zeitung: Organ für alle Sportzweige (1879 -1927), in der auch das Auf und Ab einzelner Sportarten gut nachvollziehbar wird.[2]

Der Erste Weltkrieg unterbrach die Entwicklung der Sportberichterstattung, jedoch sorgte auch derselbige dafür, dass vor allem Fußball Einzug und Akzeptanz in Deutschland fand und somit auch das Zugpferd in der Sportberichterstattung wurde. Auch die technischen Möglichkeiten sorgten dafür, dass eine neue Dimension der Berichterstattung ermöglicht wurde, sodass der Rezipient vor allem über den Volksempfänger live Sportveranstaltungen wie die Olympischen Spiele verfolgen konnte.[3]

Auch der Zweite Weltkrieg sorgte für einen Einbruch der Sportberichterstattung, waren es doch nun andere Dinge, die das Zeitgeschehen prägten. Auch die Nationalsozialisten sorgten dafür, dass namhafte jüdische Journalisten das Land verlassen mussten und somit Know-how verloren ging. Zudem wurde die Sportberichterstattung vom Propagandaministerium missbraucht, sodass nicht mehr die Information im Vordergrund stand, sondern die Ideologie der Nationalsozialisten.[1]

Von 1945 bis heute[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg brauchte es zunächst einige Jahre bis die Besatzungsmächte eine eigenständige Presse zuließen. Auch hier stellte sich natürlich die Frage, wem der vermeintlich 'unpolitische' Sport eigentlich nützt.[4] Zudem waren gelernte Journalisten mit Arbeitserlaubnis rar, waren die Alliierten Mächte mit der Erteilung von Lizenzen recht vorsichtig. Erst nach 1949 gelangten einige Sportjournalisten wieder in die Medien, welche zuvor auch in den gleichgeschalteten Medien aktiv waren.[1]

Die Medienlandschaft wurde zudem durch das Fernsehen bereichert und ermöglichte eine visuelle Darstellung von Bewegtbildern. Der Siegeszug des Fernsehens wurde sicherlich durch die Fußball-WM 1954 in der Schweiz unterstützt, welche die deutsche Bevölkerung an die noch seltenen Fernsehgeräte lockte und die mitfiebernden Fans begeisterte. Nach dem Aufkommen der öffentlich-rechtlichen Sender wurden die Sportschau und Das aktuelle Sportstudio Markenzeichen der deutschen Sportberichterstattung. Später übertrugen auch die privaten Sender RTL und Sat.1 die Fußball-Bundesliga und machten ihre Formate zu wertvollen Marken, von denen Ran auch heute noch genutzt wird.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Erik Eggers, in Schierl, T. (2007): Handbuch Medien, Kommunikation und Sport. Schorndorf, S. 11 ff.; S. 17 ff.; S. 26 ff.
  2. Wien: Verl. d. Allgem. Sportzeitung, 1879-1927
  3. Erik Eggers (2000): Dem Moment sein Geheimnis entreißen. Zur Geschichte der Sportfotografie. Jena/Quedlinburg, S. 11.
  4. Arnd Krüger(1993). Cui bono? Zur Wirkung des Sportjournalismus, in: Arnd Krüger & Swantje Scharenberg (Hrsg.): Wie die Medien den Sport aufbereiten - Ausgewählte Aspekte der Sportpublizistik. Berlin: Tischler, S. 24 - 65.