Sportwagen-Weltmeisterschaft

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Die Sportwagen-Weltmeisterschaft, auch Markenweltmeisterschaft, ist eine von der FIA ausgetragene Rennserie für Sportwagen, die von 1953 bis 1992 ausgetragen wurde. Seit 2012 gibt es mit der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft eine neue Weltmeisterschaft für Sportwagen.

Geschichte[Bearbeiten]

Analog zur Formel 1 wollte man mehrere Rennen zu einer Meisterschaft zusammenfassen. In der Anfangsphase zählten neben Rundstreckenrennen auch noch Straßenrennen wie die Mille Miglia und die Carrera Panamericana dazu, in den 1960er Jahren kamen neben Langstreckenrennen und 24-Stunden-Rennen auch noch Sprintrennen und Bergrennen dazu.

Wie das ganze FIA-Regelwerk, so wurden auch die technischen Regeln für die Sportwagen-WM mehrmals geändert.

In den Anfangszeiten der Meisterschaft wurde nur ein Konstrukteurstitel vergeben, ab 1982, mit Einführung der Gruppe C dann auch ein Fahrertitel.

Ab 1989 wollte die FIA mehr Einfluss auf die Sportwagen-Weltmeisterschaft nehmen, so wurden (wie zum damaligen Zeitpunkt in der Formel 1) 3,5-Liter-Saugmotoren eingeführt, außerdem wurde der Rennkalender auf 12 Rennen erweitert. Die Hersteller sollten sich für die komplette Saison einschreiben, nur so war auch ein Antritt beim Saisonhöhepunkt, den 24 Stunden von Le Mans, möglich. Die Vermarktung wurde Bernie Ecclestone übertragen.[1]

1992 fand mit dem 500-km-Rennen von Magny-Cours der letzte Wertungslauf statt. Danach wurde die Weltmeisterschaft aufgrund der Kostenexplosion und dem abnehmenden Interesse der Automobilhersteller eingestellt.

Nachfolgeserie[Bearbeiten]

Nach 20 Jahren wurde die Weltmeisterschaft 2012 in Form der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft neu ausgeschrieben. Der Automobil-Weltverband FIA gab dem bisherigen Intercontinental Le Mans Cup (ILMC) offiziellen WM-Status. Gemeinsam mit Le-Mans-Veranstalter ACO wird die Serie organisiert. Der Rennkalender, beinhaltete auch das 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Die Titel wurden an Konstrukteure und Piloten verliehen, zusätzlich gab es einen GT-WM-Titel für Konstrukteure.[2]

Statistik[Bearbeiten]

Jahr Weltmeister Konstrukteurs-WM Wichtige Fahrer
1953 Ferrari Giuseppe Farina, Alberto Ascari, Mike Hawthorn
1954 Ferrari Maurice Trintignant, José Froilán González, Umberto Maglioli
1955 Mercedes Stirling Moss, Peter Collins
1956 Ferrari Eugenio Castellotti, Juan Manuel Fangio, Maurice Trintignant
1957 Ferrari Peter Collins, Phil Hill, Piero Taruffi
1958 Ferrari Peter Collins, Phil Hill, Olivier Gendebien
1959 Aston Martin Stirling Moss, Jack Fairman, Carroll Shelby, Roy Salvadori
1960 Ferrari Olivier Gendebien, Phil Hill
1961 Ferrari Olivier Gendebien, Phil Hill
1962 Ferrari Olivier Gendebien, Phil Hill
1963 Ferrari Ludovico Scarfiotti, Pedro Rodríguez, John Surtees
1964 Porsche Joakim Bonnier, Richie Ginther, Edgar Barth
1965 Ferrari Mike Parkes, John Surtees, Ludovico Scarfiotti
1966 Ford Ken Miles, Lloyd Ruby
1967 Ferrari Lorenzo Bandini, Chris Amon
1968 Ford Ken Miles, Lloyd Ruby
1969 Porsche Jo Siffert, Brian Redman
1970 Porsche Pedro Rodríguez, Jo Siffert, Leo Kinnunen
1971 Porsche Pedro Rodríguez, Jackie Oliver
1972 Ferrari Jacky Ickx, Mario Andretti
1973 Matra Henri Pescarolo, Gérard Larrousse
1974 Matra Henri Pescarolo, Jean-Pierre Jarier, Jean-Pierre Beltoise
1975 Alfa Romeo Arturo Merzario, Jacques Laffite, Derek Bell
1976 Porsche Jacky Ickx, Jochen Mass
1977 Alfa Romeo Arturo Merzario, Vittorio Brambilla
1978 Porsche Henri Pescarolo, Bob Wollek
1979 Porsche Klaus Ludwig, Bob Wollek, John Fitzpatrick
1980 Porsche Jürgen Barth, Henri Pescarolo, John Fitzpatrick
1981 Porsche Bobby Rahal, Rolf Stommelen
1982 Jacky Ickx Porsche
1983 Jacky Ickx Porsche
1984 Stefan Bellof Porsche
1985 Derek Bell/Hans-Joachim Stuck Porsche
1986 Derek Bell Porsche
1987 Raul Boesel Jaguar
1988 Martin Brundle Jaguar
1989 Jean-Louis Schlesser Sauber-Mercedes
1990 Jean-Louis Schlesser/Mauro Baldi Sauber-Mercedes
1991 Teo Fabi Jaguar
1992 Derek Warwick/Yannick Dalmas Peugeot

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Marcus Schurig: Der Niedergang der alten Sportwagen-WM: Die Gründe für das Scheitern. Sportauto.de, 15. März 2012, abgerufen am 9. November 2012.
  2. Endlich: Die Langstrecken-Weltmeisterschaft kommt! motorsport-total.com, abgerufen am 3. Juni 2011.