Správa železniční dopravní cesty

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Správa železniční dopravní cesty
Logo der SŽDC
Rechtsform staatliche Organisation
Gründung 1. Januar 2003
Sitz Prag, TschechienTschechien Tschechien
Mitarbeiter 17.200 (31. Dez. 2013)[1]
Umsatz 14,5 Mrd. CZK (2009)
Branche Eisenbahnverkehr
Website www.szdc.cz

Správa železniční dopravní cesty (SŽDC; deutsch: Verwaltung der Eisenbahn-Verkehrswege) ist das staatliche Eisenbahninfrastrukturunternehmen in Tschechien. SŽDC ist als staatliche Organisation („státní organizace“) Betreiber und Eigentümer aller Eisenbahnstrecken in tschechischem Staatsbesitz. Die Gesellschaft entstand am 1. Januar 2003 durch Abspaltung von der staatlichen Eisenbahngesellschaft České dráhy (ČD).

Die Aufgabe der Gesellschaft ist die Sicherstellung von Betrieb, Betriebsführung, Modernisierung und Entwicklung der Eisenbahnverkehrswege.

Geschichte[Bearbeiten]

Streckennetz

Grundlage für die Gründung eines eigenen Infrastrukturunternehmens für die staatseigenen Eisenbahnen in Tschechien war das Gesetz Nr. 77/2002 vom 5. Februar 2002. Am 1. Januar 2003 trat es mit der Abspaltung der SŽDC aus den ČD in Kraft. SŽDC verwaltet seitdem mit Ausnahme einiger weniger Nebenstrecken fast das gesamte Schienennetz Tschechiens. Neben SŽDC bestehen in Tschechien nur noch fünf weitere Eisenbahninfrastrukturunternehmen, die Eisenbahnen mit öffentlichem Verkehr betreiben: Jindřichohradecké místní dráhy (79 km), PDV Railway (37 km), SART (22 km), Advanced World Transport (20 km) und KŽC (5 km).

Große Anstrengungen werden von SŽDC unternommen, die aus der k.u.k.-Zeit stammenden, nicht mehr zeitgemäßen Bahnhöfe ohne Bahnsteige an den Hauptstrecken umzubauen. Ein gelungenes Beispiel dafür ist Bahnhof Děčín an der Hauptstrecke Prag–Dresden (Elbtalbahn). Seit 2008 befindet sich der Prager Hauptbahnhof in einer großen Umbauphase, welche bis 2011 abgeschlossen werden soll.

Verkehrskorridore[Bearbeiten]

Aktuell wird das Schienennetz in den vier nationalen multimodalen Korridoren ausgebaut, d.h. parallel zu den anderen Verkehrsträgern Straße und Wasserstraße. Diese waren ebenfalls Teil der Paneuropäischen Verkehrskorridore. Es handelte sich um den Korridor Nr. IV Dresden−Prag−Bratislava/Wien−Budapest−Arad mit dem Zweig Nürnberg−Prag, und den Korridor Nr. VI Gdańsk−Warschau−Katowice−Žilina mit dem Zweig Katowice−Ostrava−Břeclav/Brno. 2004 wurde durch die Entscheidung 884/2004/EG der Aufbau der transeuropäischen Verkehrsnetze (TEN-T) auf die neuen EU-Mitgliedstaaten erweitert. Auf dem Gebiet Tschechiens befinden sich zwei TEN-T-Eisenbahnprojekte: Nr. 22 − Eisenbahnachse Athen–Sofia–Budapest–Wien–Prag–Nürnberg/–Dresden mit der Eisenbahnverbindung Břeclav–Prag–Nürnberg und dem Abschnitt Prag–Linz, und Nr. 23 − Eisenbahnachse Danzig–Warschau–Brünn–Bratislava/–Wien mit der Eisenbahnverbindung Katowice–Břeclav.

Weitgehend fertiggestellt ist die Schienenverbindung des sogenannten 1. Korridor (Berlin–Dresden–)DěčínPragBrünnBřeclav (–Wien). Hier wurde eine Streckenhöchstgeschwindigkeit von 160 km/h realisiert. Ein wichtiger Teil des Projektes war die bessere Anbindung des Prager Hauptbahnhofes an die von Norden kommende Strecke. Seit 1999 wurde dafür die viergleisige „Neue Verbindung“ erstellt, die im Dezember 2008 in Betrieb ging. Internationale Züge, die vorher nur am peripher gelegenen Bahnhof Praha-Holešovice hielten, können nun direkt den Hauptbahnhof erreichen. Untersucht jedoch bislang nicht näher geplant wurde ferner eine Neubaustrecke nördlich von Ústí nad Labem, um die nicht weiter ausbaufähige Elbtalbahn zu umgehen.

Von dieser Strecke zweigt die Schienenstrecke des 2. Korridor über Olomouc in Richtung Slowakei und Polen ab. Die Gesamtlänge beträgt 213 km.

Der 3. Korridor führt von der Grenze bei Mosty u Jablunkova über Ostrava nach Prag und von dort über Pilsen nach Cheb. In Deutschland besteht Anschluss an die Bahnstrecke in Richtung Nürnberg hat. Dieser Korridor mit einer Gesamtlänge von 665 km hat östlich Prag den größten Teil seiner Strecke mit den Korridoren 1 und 2 gemeinsam.

„Neue Verbindung“ durch Prag. Links der stillgelegte Tunnel, daneben die neuen Tunnel

Der Ausbau des westlichen Abschnitts Prag - Cheb soll insgesamt 55 Mrd. Kronen (ca. 2,2 Mrd. Euro) kosten. Die gesamte Strecke ist in sieben Baulose eingeteilt. In vier Abschnitten hatten Mai 2009 die Arbeiten bereits begonnen. Der Abschnitt Plzeň-Stříbro ist bereits fertiggestellt. Der Bauarbeiten sollen bis 2016 abgeschlossen werden. Die Fahrzeit zwischen Prag und Cheb würde sich dann von 3,5 Stunden auf 1,5 Stunden verkürzen. [2]

Ein bemerkenswertes Unternehmen ist dabei der Neubau der Strecke Prag - Beroun. Geplanter Baubeginn ist 2012. Die Fernverkehrszüge werden nicht mehr im kurvenreichen Berounkatal fahren, wo ein sinnvoller Ausbau kaum möglich wäre, sondern beide Orte auf einer 27 km langen Neubaustrecke verbinden. Diese verläuft zum größten Teil in Tunnels und ist um die Hälfte kürzer als die bisherige Strecke. Die Höchstgeschwindigkeit im Neubauabschnitt soll bei 270 km/h liegen, während die restlichen Ausbauabschnitte für Streckenhöchstgeschwindigkeiten von 160 km/h umgebaut werden. Diese Strecke ist der erste Bauabschnitt der geplanten Hochgeschwindigkeitsstrecke Praha - Plzeň - Bayern. [3] Dazu ist für die Verbindung zwischen München und Prag eine Schnellfahrstrecke mit der Bezeichnung Donau-Moldau-Bahn in Untersuchung.

Der 4. Korridor durchschneidet Tschechien in Nord-Süd-Richtung. Von Děčín verläuft er parallel zum Korridor 1 nach Prag und von dort über České Budějovice (Budweis) zur Grenze bei Summerau, wo man Anschluss nach Linz hat. Dieser ist zurzeit ebenfalls im Bau, vorerst wurde hier jedoch nur der Abschnitt von České Budějovice bis ins österreichische Summerau modernisiert.

Projekte[Bearbeiten]

Die Strecke Prag–TurnovLiberec soll zukünftig als Korridor V ebenfalls ausgebaut werden. Vorgesehen ist dort eine teilweise Neutrassierung und der Ausbau für eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h.

Auch im Regionalverkehr bestehen zurzeit mehrere Projekte zur Modernisierung des Streckennetzes. Geplant ist etwa der Ausbau der Strecke Prag–Kladno zu einer richtigen S-Bahn („Esko“), dabei soll auch der Flughafen Praha-Ruzyně mit angebunden werden.

Bis 2012 soll zwischen Brno und Přerov die erste Strecke für eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h (evtl. 230 km/h) entstehen. Weitere Bahnstrecken sind für diese Geschwindigkeitserhöhung in der Diskussion.[4]

Wirtschaftliche Daten[Bearbeiten]

Die SŽDC erzielte in den ersten drei Quartalen des Jahres 2011 einen Gewinn von 72 Mio. €.[5]

Trassenpreise[Bearbeiten]

Für Nahverkehrszüge erhebt die SŽDC auf dem gesamten Streckennetz 22 €/km. Ab 1. Juli 2012 soll dieser Betrag auf den Korridorstrecken auf 0,30 €/km angehoben werden.

Nostalgie-, Touristik- und Sonderzüge müssen seit dem 1. Januar 2012 auf dem gesamten Streckennetz 1,74 €/km entrichten.[5]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jahresbericht der SŽDC 2013
  2. www.ct24.cz (tschechisch), Bericht des Fernsehsenders ct24 (abgerufen am 2. Oktober 200)
  3. www.praha-beroun.cz (tschechisch), (Abgerufen am 2. Oktober 2009)
  4. www.ct24.cz (tschechisch), Bericht des Fernsehsenders ct24 (Abgerufen am 2. Oktober 2009)
  5. a b Nahverkehrs-Nachrichten 6/2012 S. 8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: SŽDC – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • www.szdc.cz Offizielle Homepage der SŽDC (tschechisch, englisch)