Sprötau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sprötau
Sprötau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sprötau hervorgehoben
51.12511.202222222222196Koordinaten: 51° 8′ N, 11° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Sömmerda
Verwaltungs-
gemeinschaft:
An der Marke
Höhe: 196 m ü. NHN
Fläche: 8,02 km²
Einwohner: 794 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 99 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99610
Vorwahl: 036371
Kfz-Kennzeichen: SÖM
Gemeindeschlüssel: 16 0 68 052
Adresse der Verbandsverwaltung: Erfurter Str. 6
99195 Schloßvippach
Webpräsenz: www.sproetau.de
Bürgermeister: Joachim Schmidt (WG)
Lage der Gemeinde Sprötau im Landkreis Sömmerda
Alperstedt Andisleben Beichlingen Bilzingsleben Büchel Buttstädt Buttstädt Eckstedt Ellersleben Elxleben Eßleben-Teutleben Frömmstedt Gangloffsömmern Gebesee Griefstedt Großbrembach Großmölsen Kölleda Großneuhausen Großrudestedt Günstedt Guthmannshausen Hardisleben Haßleben Henschleben Herrnschwende Kannawurf Kindelbrück Kleinbrembach Kleinmölsen Kleinneuhausen Kölleda Mannstedt Markvippach Nöda Olbersleben Ollendorf Ostramondra Rastenberg Riethgen Riethnordhausen (bei Erfurt) Ringleben (bei Gebesee) Rudersdorf Schillingstedt Schloßvippach Schwerstedt Sömmerda Sprötau Straußfurt Udestedt Vogelsberg Walschleben Weißensee Werningshausen Witterda Wundersleben ThüringenKarte
Über dieses Bild

Sprötau ist eine Gemeinde im Landkreis Sömmerda in Thüringen. Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft An der Marke an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Schloßvippach hat.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemarkung Sprötau liegt an einem Bach namens Klinge in einem Taleinschnitt einer Hochebene, welche sich ca. 200 bis 245 m über NN befindet. Die Klinge entspringt im Sprötauer Wald, verläuft dann durch das Sprötauer Tal ostwärts und mündet in Vogelsberg in die Scherkonde.

Geologie[Bearbeiten]

Die Bodenwertzahlen von Sprötau liegen im Bereich von 58 bis 86 (Lehm- und Schwarzerdeböden).

Klima[Bearbeiten]

Den äußersten westlichen Abhang des Dorfes nimmt ein 42 ha großer Wald ein, welcher mit vorwiegender Traubeneichen- und Hainbuchenvegetation einen hohen klimatischen Einfluss auf das lokale Klima des Ortes hat. Die Jahresmitteltemperatur liegt bei etwa 8,5 °C, und der durchschnittliche Niederschlag pro Jahr liegt um 500 mm. Seit 2002 werden im Bereich der ehemaligen militärischen Liegenschaft durch Aufforstung 8,2 ha Laubmischwald mit "Edellaubholz"-Arten bepflanzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Evangelische Kirche "Zum Heiligen Kreuz"

Erstmals wurde die Gemeinde im Jahr 1255 urkundlich erwähnt.

Westlich des Ortes befand sich von 1542 (Urkunde) bis in die 1840er Jahre das Langensteinsche Gericht, ein Feld- und Rügegericht für die umliegenden Ortschaften.

1701 wurde die heutige evangelische Kirche "Zum Heiligen Kreuz" errichtet.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten 22 Frauen und Männer aus Polen und Russland in der Landwirtschaft Zwangsarbeit verrichten.[2]

Von 1970/1974 bis 1990 war Sprötau ein Militärstandort der Nationalen Volksarmee. Die 51. Flugabwehrraketen-Brigade und das Funktechnische Bataillon 511 waren westlich des Ortes stationiert. Das Kasernengelände und das Gelände der Technischen Abteilung nahmen zusammen 100 ha ein. Benachbart lagen die Wohnblöcke der Berufssoldaten und des Zivilpersonals. Die "Technische Zone" der Einheit lag 3 km südlich von Sprötau auf dem Großen Warthügel. Nach der Deutschen Wiedervereinigung bis 31. Dezember 1994 übernahm die Bundeswehr Teile der Anlage als Radar-Führungsabteilung. Dann wurde der Standort geschlossen.

Nach der "Wende" wurde die Dorfkirche, deren Turm schon baupolizeilich gesperrt war, aufwendig saniert. Zwischen dem Ortskern und den früheren Wohnbauten des Militärobjekts entstanden ansehnliche neue Wohnhäuser.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1994 - 910
  • 1995 - 928
  • 1996 - 943
  • 1997 - 1.001
  • 1998 - 948
  • 1999 - 866
  • 2000 - 848
  • 2001 - 805
  • 2002 - 830
  • 2003 - 845
  • 2004 - 852
  • 2005 - 835

Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Sprötau setzt sich aus acht Mitgliedern einer Wählergruppe zusammen (Stand: Kommunalwahl am 27. Juni 2004).

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Joachim Schmidt wurde am 6. Juni 2010 wiedergewählt. Er ist seit dem 26. Juni 2004 im Amt.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber eine grüne Eiche, begleitet im rechten Obereck von einem roten Kreuz, im linken Obereck von einem roten Eicheldreipass.“

Flagge[Bearbeiten]

Die Gemeindeflagge ist rot mit silbernen (weißen) Flanken (1:2:1) und trägt das Gemeindewappen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Musik[Bearbeiten]

In Sprötau gibt es einen Kirchenchor.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Evangelische Kirche "Zum Heiligen Kreuz", erbaut 1701, restauriert 1998 bis 2004
  • Dorfgemeinschaftshaus in früherer Schule
  • Windmühle (Holländermühle aus Stein) am nördlichen Ortsrand, baufällig

Vereine[Bearbeiten]

  • Heimat- und Geschichtsverein „An der Marke“ e.V.
  • Freiwillige Feuerwehr Sprötau
  • Kleingartenverein „Am Wäldchen“ e.V.
  • Kleintierzuchtverein T180 Sprötau e.V.
  • Lanzfreunde Sprötau
  • Sprötauer Carneval Verein

Sportvereine[Bearbeiten]

  • Sprötauer Sportverein e.V.
  • Schützenverein „Zur Linde“ e.V. Sprötau

Literatur[Bearbeiten]

  • Frank Boblenz: Das Langensteinsche Gericht – eine regionale Gerichtsstätte bei Sprötau/Schloßvippach. In: Heimat Thüringen 16 (2009) H. 3, S. 44-48.
  • Frank Boblenz: Sprötau. Landkreis Sömmerda. Langensteinsches Gericht. - In: Kulturelle Entdeckungen Thüringen. Bd. 3. Landeshauptstadt Erfurt, Landkreis Gotha, Ilm-Kreis, Landkreis Sömmerda, Stadt Weimar, Landkreis Weimarer Land. Herausgegeben von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen. Verlag Schnell & Steiner GmbH. Regensburg 2010, S. 231-232. ISBN 978-3-7954-2461-9

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 278, ISBN 3-88864-343-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sprötau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien