Spracherwerb

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Der Spracherwerb oder die Sprachbildung (auch: Sprachentwicklung) ist ein Forschungsgegenstand sowohl der Angewandten Linguistik, bzw. der Psycholinguistik im Speziellen, als auch der Linguistik im Allgemeinen, der Entwicklungspsychologie, der Didaktik sowie diverser anderer wissenschaftlicher Disziplinen.

Spracherwerb kontrastiert mit dem Sprachenlernen wie folgt: Erwerb bedeutet stets unbewusste und implizite Vorgänge in natürlicher Umgebung. Erwerb findet also durch alltägliche soziale Kontakte statt, etwa „beim Einkaufen“ oder „auf der Straße“. Beispiel: Immigranten, die die Sprache im Zielland erwerben.

Sprachenlernen hingegen erfolgt bewusst, ist explizit und wird gesteuert, findet also mit Lehrern innerhalb von Institutionen wie der Schule statt. Siehe auch Sprachunterricht.

Formen[Bearbeiten]

Man unterscheidet im Wesentlichen drei Formen des Spracherwerbs rsp. der Sprachaneignung:

  • als Erstsprache (L1) beim Kind
  • als Zweisprachigkeit (paralleler Erwerb von zwei oder mehr Sprachen)
  • als Zweitsprache (L2) im „natürlichen“ Kontext
  • als Fremdsprache in gelenkten Lernsituationen (Unterricht, Kurs)

Im Folgenden wird der Spracherwerb hinsichtlich der unterschiedlichen Erwerbsprozesse, der Sprachentwicklung und der erreichbaren Kompetenzgrade untersucht.

Der Spracherwerb lässt sich unter den Aspekten „äußerer“ und „innerer“ Faktoren beschreiben, die wiederum miteinander interagieren.

Äußere Faktoren:

  • Das soziale Umfeld des Kindes
  • Der Erwerbsbeginn und die aufgewendete Zeit
  • Qualität des Inputs und emotionale Hinwendung
  • Die Wertschätzung der zu erwerbenden Sprachen (Sprachprestige)
  • Die Ähnlichkeiten zwischen den zu erlernenden Sprachen

Innere Faktoren:

  • Die Entwicklung der Primärsprache
  • Der parallele Erwerb von zwei oder mehr Sprachen
  • Das Alter zum Zeitpunkt der Konfrontation mit einer Zweitsprache
  • Das Weltwissen und der Aufbau sprachlicher Konzepte
  • Der Zweck des Spracherwerbs bzw. die individuelle Orientierung, z.B. intrinsische und / oder extrinsische Motivation

L1-Erwerb bei Kindern[Bearbeiten]

Der L1-Erwerb bei Kindern ist besonders bemerkenswert, weil Kinder auch Sprachregeln erwerben, für die es in ihrem Alltag keine Evidenz gibt, die also im alltäglichen Sprachgebrauch, mit dem sie konfrontiert werden, kaum vorkommen. Von allen Regeln der Muttersprache wird nur eine begrenzte Anzahl ausprobiert. Abweichungen von den Normen der Muttersprache sind dabei systematisch. Auch wenn Kinder von ihren Eltern sprachlich nicht korrigiert werden, erwerben sie die Muttersprache vollständig. Ähnlich verhält es sich mit dem Erwerb einer zweiten Sprache, die parallel zur Erstsprache erworben wird. Man spricht dann von Zweisprachigkeit[1].

Wird ein Kind mit drei Jahren mit einer weiteren Sprache konfrontiert, so kann es sich diese ebenfalls bis zum Schulanfang korrekt aneignen. Der Zweitspracherwerb erfolgt teilweise nach den gleichen Prinzipien wie der Erstspracherwerb. Das ändert sich jedoch mit Erreichen einer kritischen Grenze, die jedoch für unterschiedliche sprachliche Parameter variiert. Unbestritten ist wohl das Zeitfenster für die Prosodie der Sprache bis zum Alter von 14 Jahren (vgl. Lenneberg, E.M.,1967): Die Intention des Spracherwerbs ist der Aufbau sozialer Kontakte. Das Erlernen einer Sprache im schulischen Kontext wird als Fremdsprachenlernen bezeichnet und verläuft nach Aneignungsprozessen, die sich deutlich von den Spracherwerbsprozessen unterscheiden.

Theorien zur Erklärung von Sprachentwicklung[Bearbeiten]

Zur Entstehung von Sprache gibt es drei theoretische Ansätze: Den nativistischen (Noam Chomsky), den kognitiven (Jerome Bruner) und den Interaktionsansatz (Alfred Adler, Emil Fröschels). Während die Nativisten das Vorhandensein einer erblichen Universalgrammatik (Sprachstruktur) annehmen, vertritt der kognitive Ansatz die Ansicht, dass erste sprachliche Kategorien aus sensomotorischen Strukturen entstehen, und die Vertreter der sozialen Interaktion, dass die Sprache durch die Interaktion von Mutter und Kind erworben wird. Die Entwicklung der Sprache beim Kind stellt ein psychisches Phänomen dar, dass durch eine entwicklungspsychologische Theorie (Jean Piaget, Mary Ainsworth, Zdeněk Matějček) erklärt werden sollte[2]. Die Art und Weise, wie sich der Spracherwerb entwickelt, wird von sozialen, biologischen, und kognitiven Faktoren beeinflusst. Die Sprache ist ihrerseits ein massgebender Faktor für die kognitive Entwicklung.

Medizinischer Forschungsstand (biologische Faktoren)[Bearbeiten]

Neuere Forschungen über das Sprachzentrum im Gehirn zeigen, dass eine ganze Reihe relativ breit verteilter Areale an der Sprachverarbeitung beteiligt sind und dass sich die meisten Sprachverarbeitungsareale im zweiten Lebensjahr in der dominanten Hirnhälfte ausbilden.

Das Ohr ist beim menschlichen Embryo bereits nach viereinhalb Monaten als eines der ersten Organe vollständig ausgebildet und kann erste Spracheindrücke erwerben.

Gehörlose oder Schwerhörige, die keine Therapie (mit Hörgerät oder Cochleaimplantat) erhalten, verstummen. Für eine nahezu natürliche Sprachentwicklung muss im ersten Lebensjahr mit einer auditiv-verbalen Therapie begonnen werden. Nach dem 3. Lebensjahr ist die ungesteuerte, spontane Sprachentwicklung in der Regel abgeschlossen, dann muss die Sprache bewusst, gesteuert erlernt werden.

Der Spracherwerbsmechanismus nach Noam Chomsky (kognitive Faktoren)[Bearbeiten]

Diese Tatsachen führten Noam Chomsky zur Annahme eines spezifischen, angeborenen, kognitiven Moduls im Gehirn. Eine solche Position nennt man in der Wissenschaft „nativistisch“. Chomsky gab diesem Modul die Bezeichnung Spracherwerbsmechanismus („Language Acquisition Device“, „LAD“). In ihm enthalten ist die sog. Universalgrammatik. Sie erlaubt den Erwerb jeder natürlichen Sprache. (Weiteres unter: Fodors kognitionswissenschaftliche Grundlage, Angeborene oder erlernte Sprache, Sprache und Denken: Geist- und/oder Körper-Philosophie, Die semantische Theorie in der Diskussion sowie Chomskys und Fodors Vorstellungen der angeborenen Modularität des Geistes.)

Ursprung der Sprache im sozialen Leben der Menschen nach Alfred Adler (soziale Faktoren)[Bearbeiten]

Adler sieht die Sprache als Produkt und Bindemittel des gemeinsamen Lebens der Menschen, als gemeinsame Schöpfung der Menschheit und als Ergebnis des Gemeinschaftsgefühls. Sprache wäre für ein einzeln lebendes Wesen völlig überflüssig. Einen Beweis für diesen Zusammenhang sieht er darin, dass Menschen, die unter Bedingungen aufwachsen, unter denen der Anschluss an andere Menschen erschwert oder verwehrt ist oder die diesen Anschluss verweigern, fast regelmässig an ihrer Sprache oder Sprachfähigkeit Mangel leiden. Sprache hat für ihn eine tiefe Bedeutung für die Entwicklung des menschlichen Seelenlebens, weil logisches Denken nur unter der Voraussetzung der Bildung von allgemeingültigen Begriffen durch die Sprache möglich sei[3].

Erwerbssequenzen[Bearbeiten]

Sowohl im Erst- als auch im Zweit- und Fremdsprachenerwerb geht man von bestimmten Erwerbssequenzen aus. Diese sind feste Abfolgen grammatischer Strukturen, die nacheinander durchlaufen werden. Bei L1 und L2 sind einige Sequenzen ähnlich, andere verlaufen unterschiedlich. Über die Bedeutung von Erwerbssequenzen für den Spracherwerb liegen unterschiedliche Befunde vor. Auch hier unterscheidet man viele unterschiedliche Faktoren, wie das oben genannte LAD, den Einfluss des Unterrichts auf Erwerbssequenzen, kognitive Komplexität und vieles andere mehr. Die folgende Auflistung ist ein zu erwartendes Verhalten bei Kindern in bestimmten Altersgruppen.

Pränatal[Bearbeiten]

Das Ohr ist eines der ersten Organe, die beim Menschen funktionieren. Eine Woche nach der Befruchtung bilden sich Ansätze der Ohren am Embryo. Nach ungefähr viereinhalb Monaten ist das Hörorgan (Labyrinth mit Cochlea) vollständig entwickelt und hat seine endgültige Grösse erreicht. Das ermöglicht dem Fötus erste Spracherfahrungen zu machen. Wegen der intrauterinen Bedingungen (Uterus und Fruchtwasser wirken wie ein Tiefpassfilter) ist die Wahrnehmung vor allem auf prosodische Aspekte, die Sprachmelodie, beschränkt. Es werden tiefe Frequenzen bis 500–700 Hz übertragen, der Druckpegel sinkt signifikant bei steigender Frequenz. Viele der vorhandenen Außengeräusche werden nicht von biologischen Geräuschen überdeckt. Der Pegel von sehr niedrigen Frequenzen (< 300 Hz) erreicht ähnliche Werte wie ex utero. Die mütterliche Stimme und Stimmen in der Nähe der Mutter treten deutlich gegenüber den Hintergrundgeräuschen hervor (sofern sie über 100 Hz liegen) und neben prosodischen Eigenschaften sind auch einige Phoneme verständlich. Die Dämpfung der mütterlichen Stimme ist sehr gering bis hin zu Verstärkung durch die Knochenleitung.

So kommt es, dass Kinder schon direkt nach der Geburt die Stimme ihrer Mutter erkennen können, genauso wie ihre Muttersprache und Geschichten oder Melodien, die sie oft während der Schwangerschaft präsentiert bekamen. Diese Erkennung beruht auf den prosodischen Faktoren, Lautfolgen ohne prosodische Informationen können sie nicht unterscheiden. Aktuelle Studien lassen aber vermuten, dass Kinder im Mutterleib doch schon mehr von der Sprache mitbekommen, und dort auch verschiedene Stimmen unterscheiden und Silben voneinander trennen können[4].

So kann man an der Schreimelodie von Babys aus einem französisch- oder deutschstämmigen Umfeld unterscheiden, woher sie stammen. Erstere präferieren ansteigende Melodiemuster, während letztere häufiger abfallende Muster produzieren.[5]

Von der Geburt bis zum 20. Monat[Bearbeiten]

Grundsätzlich bewegen sich Neugeborene oder machen große Augen als Reaktion auf ein lautes Geräusch. Sie drücken außerdem Wohlgefallen oder Unwohlsein durch Lachen, Kichern, Weinen und Lächeln aus.

6 bis 8 Wochen 
Babys verfeinern ihre Hörfähigkeiten und suchen nach den Quellen von Klängen in ihrer Umgebung, die bestimmte prosodische Merkmale aufweisen. Neugeborene erzeugen Laute reflektorisch, z. B. bei der Nahrungsaufnahme. Von einem bewussten Nachahmen von Lauten kann in dieser Phase noch nicht gesprochen werden. Schreien dient als Ausdruck des Missbehagens und Wunsch nach Versorgung. Durch Reaktionen der Bezugsperson wird die kommunikative Funktion der Sprache kennen gelernt und das Schreien wird differenzierter.
2 bis 4 Monate 
Die neuronalen Strukturen des Babys haben sich soweit entwickelt, dass es inzwischen lacht und erste Laute, zumeist Vokale, und kurze Zeit später auch Silben produzieren kann. Ferner gibt es Urlaute von sich wie beispielsweise gurgeln, lallen, schmatzen, knurren. Bevor das Baby redet, ist es in der Lage, die Bedeutung von Gebärden (Gebärdensprache) zu erfassen und sich damit auszudrücken.
5 bis 9 Monate 
Das sogenannte kanonische Lallen (siehe auch: Idiolalie) tritt auf, welches durch Verdoppelung von bekannten Silben gekennzeichnet ist und die Vorstufe zur Wortbildung darstellt. Störungen beim Auftreten des Lallens sind ein guter Prädiktor für spätere Sprachstörungen. Dieses Übungsverhalten wird von Eltern oft freudig überbewertet, wenn das Kind beispielsweise „Mama“ oder „Papa“ sagt, und so scheinbar eine Person benennt. Tatsächlich kommen diese Lautketten wahrscheinlich insofern zufällig zustande, als die betreffende Laute leicht zu bilden sind. Das Kind kann Wörter erst später mit Bedeutungen verbinden, wenn phonologische Komponenten der Sprache gefestigt sind. Vielfältige sensomotorische Erfahrungen sind Voraussetzung für das wachsende Sprachverständnis. Ferner kommt es zum Einüben von Satzmelodien und Sprechrhythmen.
10 bis 14 Monate 
Das Kleinkind bildet erstmals einfache Worte, die für gewöhnlich sehr spezifische „soziale“ Wörter sind und nur kontextgebunden eingesetzt werden, wie „essen“ und „schlafen“. Andere Wörter sind anfangs noch objektkonstant und werden nur bei Augenkontakt des Genannten artikuliert. Vorläufer sind die Protowörter, bei denen das Kind erstmals Lautäußerungen mit bestimmten Situationen, Gegenständen, Personen und Tätigkeiten verbindet. Das Kleinkind bildet Ein-Wort-Sätze. Es ist kognitiv in der Lage über Abwesendes zu sprechen.

18 Monate 
Einige Kinder haben hier die 50-Wort-Marke (expressives Lexikon) erreicht. Dies wird deshalb als wichtig angesehen, da von hier an der Worterwerb deutlich schneller erfolgt, die Wortschatzexplosion[6] findet statt, welche auf der Erkenntnis fußt, dass alle Wörter einen semantischen Gehalt haben und somit alle Dinge benannt werden können. Das Kind befolgt einfache Doppelaufträge. Das 1. Fragealter tritt ein, es werden Was-Fragen (Bezeichnung) und Wo-Fragen gestellt.

2 Jahre[Bearbeiten]

Bis zu diesem Alter haben Kinder die „magische 50“ an gesprochenen Wörtern erreicht, ansonsten werden sie als late talker bezeichnet[7]. Sie verwenden Alltagswörter, die sie zu Hause gehört haben, und sprechen einfache Zwei-Wort-Sätze. Außerdem lernen sie in diesem Alter ihre ersten Lieder. Wortschöpfungen treten auf und das Kind versteht noch viel mehr Aussagen aus dem vertrauten Alltagsleben als zuvor. Mit ca. 2 1/2 Jahren wird Gebrauch von dem Wort „Ich“ gemacht, ebenso bildet es Echolalien von Sätzen oder aber auch Satzteilen.

3 Jahre[Bearbeiten]

Jetzt werden einfache Verben, Präpositionen, Adjektive und Pronomina verwendet und verstanden. Kinder können jetzt häufiger vollständige Sätze bilden und sind in der Lage, die Quelle eines Klanges zu erkennen.

4 bis 5 Jahre[Bearbeiten]

Die Sprache ist jetzt verständlich, aber bei längeren oder komplexeren Wörtern kann weiterhin eine abweichende Aussprache auftreten. So können bei Konsonanten-Clustern einzelne Konsonanten ausgelassen werden wie z. B. bei der Ersetzung von „spritzen“ durch „spitzen“ (Deletion-Prozess, vgl. Romonath 1991). Auch das Weglassen unbetonter Silben (Silbenreduktion) wie z. B. die Ersetzung von „Lokomotive“ durch „Lokotive“ kommt vor. Das aktive Vokabular steigt rasch an und die meisten Kinder in diesem Alter können einer Unterhaltung folgen (vgl. Rothweiler 1999). Sie sprechen im kontextgebundenen Stil.

Die zwei Zeitfenster der Sprachentwicklung[Bearbeiten]

Die zwei Zeitfenster stimmen mit der jüngsten Forschung auf dem Gebiet der experimentellen Neurophysiologie und Neurowissenschaften über die Existenz einer kritischen (dauerhaft festgelegten) und einer sensitiven (besonders empfänglichen) Periode in der Entwicklung des Menschen überein. Sie bestätigen die Bedeutung der frühen Erkennung (Neugeborenenhörscreening) und Intervention (Hörverstärkung, Hörerziehung).

Das erste Zeitfenster (kritische Periode[8]) reicht bis zum 8–9 Monat. In den 1970er Jahren entdeckte die Sprachheilpädagogin Ciwa Griffiths bei der Versorgung von gehörlosen Säuglingen mit bilateralen Hörgeräten, dass die Hörgeräte nach ein paar Monaten abgesetzt werden konnten, weil die Säuglinge inzwischen eine normale Hörfähigkeit entwickelt hatten. Ihre klinische Studie von 1969 bis 1973 an 21 gehörlosen Säuglingen zeigte, dass 67 % der Säuglinge, die im Alter bis 8 Monate an der Studie teilnahmen und mit Hörgeräten versorgt wurden, eine normale Hörfähigkeit entwickelten, während das bei keinem der Säuglinge, die erst nach 8 Monaten Hörgeräte erhielten, der Fall war[9]. Bei einer ähnlichen Studie, die durch den Otologisten Arpad Götze am Janos Spital in Budapest, Ungarn 1978−1981 mit 68 gehörlosen Säuglingen durchgeführt wurde, konnten 51 (75 %) eine normale Hörfähigkeit entwickeln, die übrigen 17 hatten gehörlose Eltern oder erhielten ihre Hörgeräte erst nach 8.5 Monaten[10].

Mit der Studie über kindliches Lernen von 2000 wies Alison Gopnik von der University of California nach, dass sieben Monate alte japanische und amerikanische Babys gleich gut zwischen „R“ und „L“ unterscheiden konnten, was nach zehn Monaten bei den japanischen Babys nicht mehr möglich war. Diese Studie bestätigt Ergebnisse der Hirnforschung, dass sich das Gehirn, gesteuert durch die Ohren, auf die Muttersprache spezialisiert und deshalb fremde Laute, die es in der Sprachumgebung nicht hört, nach dem 8–9 Monat einschränkt. Bei gehörlosen Kindern, die gar keinen sensorischen Input erhalten, ist die Einschränkung noch massiver[11][12].

Das zweite Zeitfenster (sensitive Periode) reicht von 8–9 Monaten bis etwa 3.5 Jahre, das als Reifeperiode der Sprachentwicklung angesehen wird. Je länger dem Gehirn akustischer Input vorenthalten wird, desto größer wird die resultierende sensorische Deprivation, die einen Mangel an sensorischer Stimulation des Gehirns verursacht. Nicht nur, dass sensorische Deprivation auditives Lernen verhindert, es verhindert auch das neuronale Wachstum. Bei der Abwesenheit von normaler Stimulation gibt es eine empfindliche Periode bis etwa 3.5 Jahre, in denen das menschliche zentrale auditorische System maximal plastisch bleibt, nach dem Alter von 7 Jahren wird die Plastizität stark reduziert. [13][14].

Grammatik[Bearbeiten]

Präferenzen von Säuglingen bei der Wahrnehmung der Pausen, bei Unterbrechungen natürlich strukturierter Texte im Vergleich zu jenen künstlicher Texte sowie Präferenzen von Kleinkindern bei Übereinstimmung von Vorgesprochenem und Bild im Unterschied zur Nicht-Übereinstimmung weisen auf ein frühes ‚grammatisches Verständnis‘ der Kinder hin.

Bei der Entwicklung der Syntax kann es zu Überregulationen (z.B. bei der Beugung unregelmäßiger Verben nach dem Muster regelmäßiger Verben) kommen, die nicht als Rückstand in der Entwicklung (im Sinne einer Unterregulation) zu interpretieren sind.

Standardsprache[Bearbeiten]

Die kindliche Sprachproduktion bleibt lange Zeit eine spontane Produktion, welche die Erwachsenen mehr oder weniger beachten und auf die sie mehr oder weniger eingehen (beginnend mit dem sogenannten baby-talk). Im Verlaufe der Entwicklung kommt der Standardsprache bei der Aneignung der Sprache als Richtschnur eine immer größere Bedeutung zu (z.B. ersetzt die Mutter das kindliche „Pupa“ durch „Püpp“, das in „Püppchen“ enthalten ist).

Interiorisierung[Bearbeiten]

Ab dem Kindergartenalter wird die extern angeeignete Sprache interiorisiert. Fortan ist die Sprache nicht nur das Medium des stillen Denkens, sondern auch das wichtigste Hilfsmittel bei der Bewältigung psychischer Aufgaben (z.B. beim ‚Behalten‘ von Sachverhalten).

Kinder lernen die Sprache weder einfach nach dem behavioristischen Prinzip der operanten Konditionierung noch nach den rationalistischen Vorstellungen unbewusster Regeln, die zu gegebener Zeit realisiert werden, sondern eher nach dem kulturhistorischen Ansatz der Sprache, der von der kommunikativen Funktion von Sprache in Interaktionen mit anderen Personen ausgeht und dem Sprechen nicht in kognitivistischer Art das Denken voraussetzt, sondern über das Sprechen zu sogenannten inneren Prozessen gelangt.

Gelernte Verhaltensweisen hinterlassen im Kortex Spuren, doch sind die entsprechenden neuronalen Muster nicht im Sinne einer statischen Organisation konstant verankert respektive ein für allemal lokalisierbar. Während der Entwicklung des Kindes werden diese Muster umorganisiert und auch in den folgenden Lebensphasen verändern sich die Mikrostrukturen im Sinne der sogenannten neuronalen Plastizität (s. u.).

Sprachstandserhebung[Bearbeiten]

Hauptartikel: Sprachstandserhebung

Mit den Ergebnissen der ersten PISA-Studien, die seit 2000 alle drei Jahre im internationalen Vergleich über den Bildungsstand 15-jähriger Schüler in Deutschland Auskunft geben, rückte die Sprachförderung in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Es stellte sich heraus, dass sich Deutschlands Schüler im unteren Drittel der 31 getesteten OECD1-Mitgliedsstaaten befinden. Da der Kindergartenbesuch die erste Bildungsstufe des Bildungssystems seit über 30 Jahren darstellt und die sprachlichen Fertigkeiten bis zur Einschulung ausschlaggebend für weiteren schulischen Erfolg sind, ist die Kindergartenpädagogik mit in das Visier der bildungspolitischen Debatte geraten. Alle Bundesländer haben mittlerweile mit der Ermittlung der sprachlichen Kompetenzen von Kindern anhand einer Vielzahl verschiedener Sprachstandserhebungsverfahren begonnen.[15][16][17][18][19][20] [21] Zu NRW und Sachsen-Anhalt siehe beispielsweise Delfin-4. Mit LiSe-DaZ liegt nun ein reliables Testverfahren vor, mit dem auch Erzieher die Sprachentwicklung mehrsprachiger Kinder überprüfen können.[22]

Sprachförderung[Bearbeiten]

Sprachförderung ist die Bemühung, Kinder/Jugendliche auf den Entwicklungsstand der Gleichaltrigen zu bringen, indem man sie mit angemessenen Methoden konfrontiert, die Fortschritte ermöglichen.

Am häufigsten trifft man den Begriff in der vorschulischen Erziehung an – u. A. auch in der Pädagogik der Primarstufe des Schulsystems und in den Förderschulen Sprache (vgl. Tatjana Kolberg, 2007). Grundsätzlich aber ist Sprachförderung eine Bemühung, die heute von allen Bildungseinrichtungen – und neuerdings auch von Familien – gefordert wird. Sprachförderung ist dann von großer Bedeutung, wenn Kinder im Verlaufe ihrer Entwicklung Defizite im Sprachverständnis oder Ausdruck haben (im Vergleich mit den Gleichaltrigen); sinnvoll ist es dann, dem Kind durch gezielte sprachliche Interaktionen zu helfen, diese Defizite auszugleichen. Dabei ist die Aktivität des Kindes gefragt – zusätzliches passives Konsumieren von Sprache (z. B. vor dem Fernsehgerät) ist ohne (Förder-)Effekt. So zeigt eine Studie aus dem Jahr 2009, dass Kinder unter drei Jahren auch von speziell für Kleinkinder konzipierten Fernsehsendungen oder Videos „zur Förderung der Sprachbildung“ kaum profitieren: Kleinkinder waren nur dann in der Lage, neue Verben zu erlernen, wenn ein Erwachsener sie dabei aktiv unterstützte.[23]

Die Ergebnisse von Sprachstandserhebungen beweisen, dass Kinder mit DaZ (Deutsch als Zweitsprache) signifikant mehr von Spracherwerbsproblemen betroffen sind als Kinder mit deutscher Erstsprache. Neben der Mehrsprachigkeit stellte sich die soziale Situation, in der sich die Familien der Kinder befinden, als ausschlaggebender Indikator für das Sprachvermögen der Kinder heraus. Kinder mit DaZ und Kinder aus sozial schwachen Familien haben besonderen Bedarf an Sprachfördermaßnahmen, deswegen finanzieren die Bundesländer unterschiedliche Sprachförderkonzepte im vorschulischen und schulischen Bereich, die diese Kinder zur Hauptzielgruppe haben.[24]

Die Sprachförderung in Kindergärten und in Grundschulen ist ein interdisziplinäres Aufgabengebiet, an welchem verschiedene Wissenschaften beteiligt sind. Diese Wissenschaften, dazu gehört die Lern- und Entwicklungspsychologie, die Neurophysiologie und Neurobiologie sowie die Linguistik mit ihren Teildisziplinen (Phonetik, Phonologie, Syntaktik, Semantik und Pragmatik), entwickeln die für die Sprachförderung relevanten Theorien stetig weiter. Die pädagogische Praxis hat dabei die Aufgabe, neueste Erkenntnisse der Wissenschaft im Alltag der Kitas zu realisieren und in konkreten Anwendungen nutzbar zu machen.[25]

Vor allem im Bereich vorschulischer Sprachförderung (auch im Bereich der Grundschulpädagogik) gibt es inzwischen eine reichhaltige Literatur, die Profis und Laien (Eltern) das Fördern leicht macht. In Periodika (Kindergarten Heute; klein&groß; Welt des Kindes usw.) erscheinen relativ regelmäßig Beiträge zur Sprachentwicklung, was die Aktualität des Themas verdeutlicht.

Störungen des Spracherwerbs[Bearbeiten]

Es gibt zahlreiche äußere und innere Einflüsse, die zu Störungen des Spracherwerbs führen können, beispielsweise zu wenig sprachliche Anregung, mangelnde Zuwendung und fehlender Kontakt (sprachliche Interaktion) mit anderen Kindern. Bei länger andauernden Störungen oder Verzögerungen oder sogar Ausbleiben der Sprachentwicklung sollte man an Hörstörungen, an eine Entwicklungs­verzögerung, eine geistige Behinderung oder an Autismus denken. Es gibt jedoch auch die sogenannten spezifischen Sprachentwicklungsstörungen (SES), die eben nicht auf mangelnder Fürsorge, unzureichendem Hörvermögen, geringem IQ oder geistiger Behinderung beruhen. In der Forschung wird dies seit einigen Jahren diskutiert, siehe dazu auch John Locke, L.B. Leonard und D. Bishop. Als Risikofaktor für eine Sprachentwicklungsstörung, sei sie spezifisch oder eingebettet in eine andere Symptomatik, gilt die 50-Wörter-Regel: Wenn Kinder zum Zeitpunkt des 2. Geburtstags weniger als 50 verschiedene Wörter aktiv benutzen, gelten sie als „late talker“. Dann ist eine weiterführende Diagnostik (Hörprüfung, Entwicklungstest, i.d.R. im Rahmen der Kindervorsorgeuntersuchung U7) erforderlich. Weiterhin sollten sich die Eltern beraten lassen, wie sie die Sprachentwicklung ihres Kindes fördern können. Bei late talkern ist – im Gegensatz zu Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen – eine logopädische Therapie hingegen nach heutigem Erkenntnisstand nicht erforderlich.[26] Etwa die Hälfte der Kinder sind sogenannte „sprachliche Spätentwickler“ (engl. „Late Bloomer“) und haben bis zum 3. Geburtstag den Anschluss geschafft.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Julia Analena Hollmann: Language & the Brain: The Neural Basis of Foreign Language Proficiency. Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2010, ISBN 978-3-8300-5340-8. http://www.verlagdrkovac.de/3-8300-5340-1.htm
  • Karl-Heinz Best: Zur Entwicklung von Wortschatz und Redefähigkeit bei Kindern. In: Göttinger Beiträge zur Sprachwissenschaft 9, 2003, 7–20.
  • Karl-Heinz Best: Gesetzmäßigkeiten im Erstspracherwerb. In: Glottometrics 12, 2006, 39–54.
  • Galliker, M. (2013). Sprachpsychologie. Tübingen und Basel: A.Francke/UTB.
  • Werner Bleyhl: Sprachlernen: Psycholinguistische Grunderkenntnisse. In: Gerhard Bach, Johannes-Peter Timm (Hrsg.): Englischunterricht. Grundlagen und Methoden einer handlungsorientierten Unterrichtspraxis. Francke, Tübingen, 5., aktualisierte Aufl. 2013, ISBN 978-3-8252-4037-0, S. 23–42.
  • Jerome Bruner: Wie das Kind sprechen lernt. Huber, Bern 2002, ISBN 3-456-83891-3.
  • Wolfgang Butzkamm, Jürgen Butzkamm: Wie Kinder sprechen lernen. Kindliche Entwicklung und die Sprachlichkeit des Menschen. Francke, Tübingen 2004, ISBN 3-7720-8057-X.
  • Noam Chomsky: Probleme sprachlichen Wissens. Beltz Athenäum, Weinheim 1996, ISBN 3-89547-098-8.
  • David Crystal: Die Cambridge Enzyklopädie der Sprache, Campus Verlag, Frankfurt/New York 1993; ISBN 3-593-34824-1.
  • Jürgen Dittmann: Der Spracherwerb des Kindes. Verlauf und Störungen. C.H. Beck, München, 3., überarb. Aufl. 2010, ISBN 3-406-48000-4.
  • Willis Edmondson, Juliane House: Einführung in die Sprachlehrforschung. Francke, Tübingen 2000, ISBN 3-8252-1697-7.
  • Hilke Elsen: Erstspracherwerb. Der Erwerb des deutschen Lautsystems. DUV, Wiesbaden 1991. ISBN 3-8244-4087-3.
  • Hilke Elsen: Der Aufbau von Wortfeldern. In: Lexicology 1. Februar 1995, 219–242.
  • Hilke Elsen: Ansätze zu einer funktionalistisch-kognitiven Grammatik. Konsequenzen aus Regularitäten des Erstspracherwerbs. Niemeyer, Tübingen 1999.
  • Gertraud Finger: Sprichst du mit mir? Basiswissen zum kindlichen Spracherwerb. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2012. ISBN 978-3-525-70139-3
  • Paul Fletcher, Brian McWhinney (Hrsg.): The Handbook of Child Language. Blackwell, Oxford 2004, ISBN 0-631-20312-5.
  • Manuela Freitag, Nicole Hendriks: Zweitspracherwerb und Migration – kindgerechte und motivierende Unterstützung. In: K. Zimmermann-Kogel, N. Kühne: Praxisbuch Sozialpädagogik, Band 4, S. 126–161, Troisdorf, Bildungsverlag EINS, 2007; ISBN 978-3-427-75412-1.
  • Angela D. Friederici, Jutta L. Müller, Regina Oberecker: Precursors to natural grammar learning. Preliminary evidence from 4-month-old infants, PLOS one, 22. März 2011.
  • Gerd Kegel: Sprache und Sprechen des Kindes. 3. neubearbeitete und erweiterte Auflage. Westdeutscher Verlag, Opladen 1987, ISBN 3-531-22059-4.
  • Gisela Klann-Delius: Spracherwerb. Metzler, Stuttgart 1999, ISBN 3-476-10321-8.
  • Tatjana Kolberg (Hrsg,) (2007): Sprachtherapeutische Förderung im Unterricht, Stuttgart: Kohlhammer
  • Norbert Kühne: 30 Kilo Fieber – Die Poesie der Kinder, Ammann-Verlag, Zürich 1997, ISBN 3-250-10326-8.
  • Norbert Kühne: Wie Kinder Sprache lernen – Grundlagen, Strategien, Bildungschancen; Wissenschaftliche Buchgesellschaft & Primus Verlag, Darmstadt 2003, ISBN 3-89678-467-6.
  • Norbert Kühne: Sprach- und Leseförderung; in: Katrin Zimmermann-Kogel: Praxisbuch Sozialpädagogik, Band 2, Bildungsverlag EINS, Troisdorf 2006, Seiten 68 - 93, ISBN 3-427-75410-3.
  • Jean Piaget: Sprechen und Denken des Kindes.Ullstein, Frankfurt/M. 1983, ISBN 3-548-35159-X.
  • Steven Pinker: Der Sprachinstinkt. Wie der Geist die Sprache bildet. Kindler, München 1996, ISBN 3-426-77363-5.
  • Roswitha Romonath: Phonologische Prozesse an sprachauffälligen Kindern. Eine vergleichende Untersuchung an sprachauffälligen und nichtsprachauffälligen Kindern, Berlin, 1991,: Edition Marhold Im Verlag Volker Spiess, ISBN 3-89166-136-3.
  • Monika Rothweiler (1999): Neue Ergebnisse zum „fast mapping“ bei sprachnormalen und sprachentwicklungsgestörten Kindern. In: Jörg Meibauer und Monika Rothweiler (Hrsg.): Das Lexikon im Spracherwerb, Tübingen und Basel: Francke, 252-277.
  • Manuel Schrepfer: Ich weiß, was du meinst!: Theory of Mind, Sprache und kognitive Entwicklung. AVM Verlag, München 2013, ISBN 978-3869245027
  • Burrhus Frederic Skinner: Verbal Behavior. Prentice Hall, Englewood Cliffs, N.J. 1985, ISBN 0-13-941591-2.
  • Clara Stern, William Stern: Die Kindersprache. Eine psychologische und sprachtheoretische Untersuchung. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1987, ISBN 3-534-07203-0. (Reprint der Ausgabe Leipzig 1928)
  • Michael Tomasello: Die kulturelle Entwicklung des menschlichen Denken. Zur Evolution der Kognition. Suhrkamp, Frankfurt/M. 2006, ISBN 3-518-29427-X
  • Michael Tomasello: Constructing a language. A usage-based theory of language acquisition. Harvard University Press, Cambridge, Mass. 2005, ISBN 0-674-01764-1
  • Anna Winner: Kleinkinder ergreifen das Wort. Cornelsen, Berlin, 2007, ISBN 3-589-24522-0
  • Anna Winner: Bildungsjournal Frühe Kindheit – Sprache und Literacy. Cornelsen, Berlin, 2009, ISBN 978-3-589-24580-2.
  • Lev S. Vygotskij (Lew Semjonowitsch Wygotski): Denken und Sprechen. Psychologische Untersuchungen. Beltz, Weinheim 2002, ISBN 3-407-22125-8.
  • Manfred Spreng: Physiologische Grundlagen der kindlichen Hörentwicklung und Hörerziehung. Arbeitsgruppe Biokybernetik, Universität Erlangen 2004 [1]
  • Eckhard Friauf: Neuronale Grundlagen der Wahrnehmung – die „kritische Periode“ in der frühkindlichen Entwicklung. Universität Kaiserslautern 2012 [2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rosemarie Tracy: Deutsch als Erstsprache: Was wissen wir über die wichtigsten Meilensteine des Erwerbs? (PDF; 238 kB)
  2. Gisela Szagun: Sprachentwicklung beim Kind. Urban & Schwarzenberg, München-Wien-Baltimore 1983, ISBN 3-541-09492-3
  3. Alfred Adler: Menschenkenntnis (1927). Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2007–2010: ISBN 978-3-525-46052-8
  4. M. Mahmoudzadeh, G. Dehaene-Lambertz, M. Fournier, G. Kongolo, S. Goudjil, J. Dubois, R. Grebe, F. Wallois: Syllabic discrimination in premature human infants prior to complete formation of cortical layers. In: Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America. [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck] Februar 2013, ISSN 1091-6490. doi:10.1073/pnas.1212220110. PMID 23440196.
  5. Birgit Mampel, Angela D. Friederici, Anne Christophe, Kathleen Wermke: Newborns' Cry Melody Is Shaped by Their Native Language. (PDF) In: Current Biology. 19, Nr. 23, November 2009, S. 1994-1997. ISSN 0960-9822. doi:10.1016/j.cub.2009.09.064. PMID 19896378. Abgerufen am 28. Juni 2012.
  6. http://www2.dbl-ev.de/index.php?id=898
  7. S. Weinert & H. Grimm: Sprachentwicklung. In: R. Oerter & L. Montada: Entwicklungspsychologie. 6. Aufl., 2008, S. 510–511.
  8. Somit hängt der Sprachwerwerb obligat von einer adäquaten akustischen Wahrnehmung ab, deren kritische Periode innerhalb der ersten 6 bis 8 Lebensmonate liegt. Ludwig Gortner: Gesichtspunkte zur Prävalenz und Ätiologie von frühkindlichen Hörstörungen, in: Annette Leonhardt, Theodor Hellbrügge (Hrsg.): Ausbildung des Hörens – Erlernen des Sprechens: frühe Hilfen für hörgeschädigte Kinder. Beltz Verlag, Weinheim 2009, ISBN 978-3-407-57222-6
  9. Ciwa Griffiths, J. Ebbin: Effectiveness of early detection and auditory stimulation on the speech and language of hearing impaired children. HEAR Center 1978
  10. Fachportal Pädagogik: Arpad Götze: Wahre Habilitation hörgeschädigter Säuglinge, in: Hörgeschädigte Kinder 20, 1983
  11. Kritische Periode: Asiaten können kein „R“ aussprechen
  12. Eckhard Friauf: Neuronale Grundlagen der Wahrnehmung – die „kritische Periode“ in der frühkindlichen Entwicklung. Universität Kaiserslautern 2012
  13. Judith Simser: Die Bedeutung früher Erkennung und Intervention, in: Auditory-Verbal Therapy for Children with Hearing Impairment, Annals Academy of Medicine, Singapore, Volume 34, May 2005
  14. Manfred Spreng: Physiologische Grundlagen der kindlichen Hörentwicklung und Hörerziehung, Universität Erlangen 2004
  15. Tabellen aus dem Nationalen Bildungsbericht 2010 (MS Excel; 302 kB)
  16. Andrea Lisker und Sandra Dietz: Sprachstandsfeststellung und Sprachförderung im Kindergarten (PDF; 702 kB) – Deutsches Jugendinstitut e.V., 2008
  17. Andrea Lisker: Sprachstandsfeststellung und Sprachförderung im Kindergarten sowie beim Übergang in die Schule (PDF; 546 kB) – Deutsches Jugendinstitut e.V., 2010
  18. Andrea Lisker: Additive Maßnahmen zur vorschulischen Sprachförderung in den Bundesländern (PDF; 535 kB) – Deutsches Jugendinstitut e.V., 2011
  19. Angelika Redder, Knut Schwippert, Marcus Hasselhorn, Sabine Forschner, Detlef Fickermann, Konrad Ehlich: Grundzüge eines nationalen Forschungsprogramms zu Sprachdiagnostik und Sprachförderung (PDF; 645 kB) – ZUSE Hamburg / Universität Hamburg, 2010
  20. Angelika Redder, Knut Schwippert, Marcus Hasselhorn, Sabine Forschner, Detlef Fickermann, Konrad Ehlich: Bilanz und Konzeptualisierung von strukturierter Forschung zu „Sprachdiagnostik und Sprachförderung“ (PDF; 2,7 MB) – ZUSE Hamburg / BMBF, 2011
  21. Neugebauer, Uwe/Becker-Mrotzek, Michael: Die Qualität von Sprachstandsverfahren im Elementarbereich (2013) (PDF; 1,5 MB)
  22. Rita Zellerhoff: Rezension zu Schulz. P. & Tracy. R. (2011): LiSe-DaZ. Linguistische Sprachstandserhebung – Deutsch als Zweitsprache. LOGOS INTERDISZIPLINÄR, 20. März 2012, 68–69
  23. Roseberry, S. et al.: Live Action: Can Young Children Learn Verbs From Video?. In: Child Development. 80, Nr. 5, 2009, S. 1360–1375.
  24. S. 65 Jampert, Karin / Best, Petra / Guadatiello, Angela / Holler, Doris / Zehnbauer, Anne (2007): Schlüsselkompetenz Sprache. Sprachliche Bildung und Förderung im Kindergarten, München: Deutsches Jugendinstitut e.V. (2. Aufl.)
  25. S. 25, Günther, Herbert (2006): Sprachförderung konkret. Weinheim und Basel: Beltz Verlag
  26. Leitlinie Indikation zur Logopädie der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Spracherwerb – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen