Sprache im technischen Zeitalter

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Sprache im technischen Zeitalter
Beschreibung deutsche Literaturzeitschrift
Verlag SH-Verlag, Köln
Erstausgabe 1961
Erscheinungsweise vierteljährlich
Chefredakteur Thomas Geiger
Herausgeber Norbert Miller, Joachim Sartorius
Weblink www.spritz.de
ISSN 0038-8475

Sprache im technischen Zeitalter (abgekürzt Spritz) ist eine 1961 von dem Autor und Literaturwissenschaftler Walter Höllerer gegründete Literaturzeitschrift mit Redaktionssitz am Literarischen Colloquium Berlin (LCB).

Charakteristik[Bearbeiten]

Den Titel hat Höllerer im Vorwort zum ersten Heft so erläutert:

„Nicht einer ‚Sprache der Technik‘ wird hier das Wort geredet, noch soll die Sprache auf ihre zählbaren, mechanischen Gesetzmäßigkeiten zurückgeführt werden, sondern der notwendige Gebrauch und Widerstand der Sprache in einem durch die Technik beeinflussten Jahrhundert ist zu untersuchen.“

Charakteristisch ist die Verbindung von literarischen Originaltexten mit theoretischen und literaturwissenschaftlichen Beiträgen sowie Essays und Interviews. Sprache im technischen Zeitalter griff wiederholt in große Kontroversen wie den Zürcher Literaturstreit ein. Heute sind u. a. Marcel Beyer, Katja Lange-Müller, Ingo Schulze, Volker Sielaff und Burkhard Spinnen besonders häufig in der Zeitschrift vertreten. Neben der Erstveröffentlichung neuer Texte dieser und anderer deutschsprachiger Autoren engagiert sich die Zeitschrift heute besonders für ausländische Autoren, deren Werke hier teilweise erstmals in deutscher Übersetzung vorgestellt werden. Erkennbare Schwerpunkte liegen hier bei Autoren aus Ostmitteleuropa sowie dem anglo-amerikanischen Sprachraum. Die grafische Gestaltung knüpft seit den 1990er Jahren bewusst an das betont sachlich-ruhige Erscheinungsbild der ersten Jahrgänge an, prägend sind die grundsätzlich in Schwarz-Weiß wiedergegebenen Autorenporträts, die meist von der Fotografin Renate von Mangoldt stammen.

Geschichte und Erscheinungsweise[Bearbeiten]

Die Zeitschrift war in ihren ersten Jahren eng angebunden an Höllerers gleichnamiges Institut an der Technischen Universität Berlin. Sie erscheint seit ihrer Gründung viermal im Jahr, die Hefte werden fortlaufend seit Nr. 1 gezählt. Seit 2002 werden zusätzlich in unregelmäßiger Folge Sonderhefte publiziert. Von 1980 bis 1991 existierte das Supplement Literatur im technischen Zeitalter (dessen Titel konsequenterweise mit „Litz“ abgekürzt wurde). Mit dem Jahrgang 1992 wurde die Trennung in einen theoretischen Teil (Spritz) und eine Beilage mit literarischen Texten (Litz) aufgegeben. Der Verlag wechselte mehrfach: Kohlhammer Verlag (bis 1976), Selbstverlag des LCB (bis 1992), Rütten & Loening (1993), Aufbau-Verlag (1994–1996). Nach Erscheinen von Heft Nr. 140, dem letzten Heft des Jahrgangs 1996, gab der Aufbau-Verlag überraschend die Einstellung der Zeitschrift bekannt. Das starke Medienecho führte jedoch dazu, dass sich andere Verlage um die Weiterführung bewarben; Höllerer und seine Mitarbeiter entschieden sich schließlich im Sommer 1997 für den SH-Verlag, in dem „Spritz“ seither erscheint. Seit Höllerers Tod 2003 führen seine Mitherausgeber Norbert Miller und Joachim Sartorius die Zeitschrift fort. 2006 erhielt „Spritz“ den Calwer Hermann-Hesse-Preis; aus der Begründung: „Die Herausgeber und Redakteure der Zeitschrift haben die beeindruckende Leistung vollbracht, die Zeitschrift von Moden frei zu halten und sie dennoch zu einer aktuellen Chronik des literarischen Lebens zu machen.“

Weblinks[Bearbeiten]