Sprachplanung

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Sprachplanung ist ein Prozess, bei dem bewusst auf die Entwicklung einer Sprache Einfluss genommen wird. Das Ziel dabei ist, die Sprache für (neue) Anwendungsbereiche auszubauen.

Nach Heinz Kloss unterscheidet man zwischen Korpusplanung und Statusplanung.

  • Korpusplanung bezieht sich auf die Struktur, Rechtschreibung, Aussprache und den Wortschatz der Sprache. Dazu kann auch die Festlegung einer Schrift für schriftlose Sprachen gehören.[1]
  • Statusplanung soll die Rolle der Sprache in einer Gesellschaft fördern, für die Verwendung etwa als Unterrichtssprache sorgen. Dies ist letztlich keine sprachwissenschaftliche, sondern eine soziologische und politikwissenschaftliche Aufgabe.[2]

Beispiele für erfolgreiche Sprachplanung sind viele Sprachen der Dritten Welt wie Swahili und Indonesisch. Ein Sonderfall der Sprachplanung sind Plansprachen wie Esperanto, das mittlerweile sogar Muttersprachler hat.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  •  David Crystal: Die Cambridge Enzyklopädie der Sprache. Campus, Frankfurt am Main 1995 (Originaltitel: The Cambridge Encyclopedia of Language, übersetzt von Stefan Röhrich), ISBN 3-593-35265-6, S. 364–367.
  • Nina Janich: Sprachplanung. In: Karlfried Knapp (Hrsg.): Angewandte Linguistik: ein Lehrbuch. Francke: Tübingen 2007, S. 481-501.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Hadumod Bußmann: Lexikon der Sprachwissenschaft. 2. Auflage. Kröner, Stuttgart 1990, ISBN 3-520-45202-2, S. 712.
  2. a b Ulrich Ammon: Sprachplanung. In: Helmut Glück (Hrsg.): Metzler Lexikon Sprache, Stuttgart / Weimar: 1993, S. 583.