Sprakensehl

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sprakensehl
Sprakensehl
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sprakensehl hervorgehoben
52.76666666666710.5115Koordinaten: 52° 46′ N, 10° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Gifhorn
Samtgemeinde: Hankensbüttel
Höhe: 115 m ü. NHN
Fläche: 83,82 km²
Einwohner: 1246 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 15 Einwohner je km²
Postleitzahl: 29365
Vorwahl: 05837
Kfz-Kennzeichen: GF
Gemeindeschlüssel: 03 1 51 028
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Bürgermeisterin: Christiane Fromhagen (CDU)
Lage der Gemeinde Sprakensehl im Landkreis Gifhorn
Schwülper Vordorf Didderse Adenbüttel Hillerse Meine Wasbüttel Rötgesbüttel Leiferde Isenbüttel Ribbesbüttel Calberlah Wagenhoff Meinersen Osloß Bokensdorf Ummern Wesendorf Müden (Aller) Sassenburg Gifhorn Schönewörde Wahrenholz Wahrenholz Groß Oesingen Steinhorst Hankensbüttel Sprakensehl Obernholz Dedelstorf Weyhausen Tappenbeck Jembke Barwedel Bergfeld Tiddische Rühen Parsau gemeindefreies Gebiet Giebel Parsau Tülau Brome Ehra-Lessien Wittingen Landkreis Gifhorn Niedersachsen Wolfsburg Braunschweig Landkreis Helmstedt Landkreis Peine Region Hannover Landkreis Celle Landkreis Uelzen Sachsen-Anhalt Sachsen-AnhaltKarte
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Sprakensehl ist eine Gemeinde im Landkreis Gifhorn in Niedersachsen. Die Gemeinde setzt sich aus den Dörfern Behren, Bokel, Blickwedel, Hagen, Masel und Sprakensehl selbst zusammen.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Sprakensehl liegt direkt an der Bundesstraße 4. Die nächstgrößeren Ortschaften sind Uelzen, nördlich an der B4 und Gifhorn, südlich an der B4. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Hankensbüttel an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Hankensbüttel hat.

In der Sprakensehler Gemarkung entspringt das Schmalwasser.

Etymologie[Bearbeiten]

  • Sprakensehl

Sprakensehl, früher sprakensele, setzt sich aus den Bestandteilen "-sele", was soviel heißt wie "kleiner Teich, Tümpel" und "sprok", was "Gebüsch oder Gestrüpp" bedeutet. Daraus ergibt sich die Bedeutung Gebüsch-/Gestrüppteich.

  • Masel

Masel wurde im Jahre 1344 noch "morsole" genannt, was soviel bedeutet wie "Moorteich".

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Sprakensehl gehören, neben Sprakensehl selbst, sechs weitere Ortschaften:

Behren[Bearbeiten]

Einwohnerzahl: 131 Einwohner

Behren liegt nordöstlich von Sprakensehl. In dem kleinen Dorf befindet sich die Gaststätte Heidekrug, zu ihr gehörte früher auch ein Lebensmittelgeschäft. Behren ist der Hauptsitz der Firma Scheerer Zäune, deren Betriebsgelände einen Großteil der Dorfgeländes einnimmt und die der größte Arbeitgeber in der Gemeinde ist. Für Freizeitaktivitäten stehen ein Bolzplatz sowie ein Spielplatz zur Verfügung. Regelmäßige Feste finden nicht statt.

Blickwedel[Bearbeiten]

Einwohnerzahl: 58 Einwohner

Blickwedel liegt westlich von Sprakensehl und ist von der Einwohnerzahl her das kleinste Dorf in der Gemeinde. Das Dorfbild ist von einigen Bauernhöfen und Ferienhäusern geprägt. Dazu liegt ein Teil des Dorfes im Wald, was ein friedliches und schönes Dorfbild ergibt. Einmal im Jahr gibt es außerhalb des Dorfes das Osterfeuer.

Bokel[Bearbeiten]

Einwohnerzahl: 367 Einwohner

Bokel liegt nord-östlich von Sprakensehl und ist von der Einwohnerzahl her das zweitgrößste Dorf. Wirtschaftlich nimmt, wie bei den anderen Dörfern auch, die Landwirtschaft den größten Teil ein. Weiterhin gibt es in Bokel noch ein Heidecafe und eine Gaststätte. Auch ein Seniorensitz ist in Bokel angesiedelt. In der Nähe befindet sich die Bullenkuhle, zu der auch eine Sage existiert. Für Freizeitaktivitäten stehen ein Freibad und ein Bolzplatz zur Verfügung. Ferner bietet das umliegende Heideland viele Wandermöglichkeiten. Die Bokeler feiern einmal im Jahr ihr Schützenfest.

Hagen[Bearbeiten]

Einwohnerzahl: 141 Einwohner

Hagen liegt westlich von Sprakensehl und noch vor Blickwedel. Im Dorf befindet sich ein Sportplatz, wo der SC Hagen-Bokel seine Heimspiele austrägt und jährlich ein Sportfest begeht. Außerdem existiert ein Schützenverein, der einmal im Jahr sein Schützenfest feiert. Direkt am Sportplatz steht auch ein Hallenbad und im Dorf gibt es eine Gaststätte. Auch in Hagen wird viel Landwirtschaft betrieben, doch sind Bauernhöfe im Verhältnis zum übrigen Dorfbild eher weniger vorhanden. Ein anderer Wirtschaftszweig ist der Tourismus, denn es besteht die Möglichkeit, Urlaub auf dem Bauernhof zu machen. Nebenbei gibt es um Hagen schöne Wanderwege in den umliegenden Wäldern.

Masel[Bearbeiten]

Einwohnerzahl: 94 Einwohner

Masel liegt süd-östlich von Sprakensehl. Im Dorf wird hauptsächlich Landwirtschaft betrieben und es gibt eine Vielzahl von großen Bauernhöfen. Auch der Tourismus ist ein Wirtschaftszweig, denn es gibt etwas abseits vom Dorf einen Campingplatz. Eine Tischlerei ist nun seit längerer Zeit stillgelegt. Der Maseler Schützenverein feiert jährlich am 2. Maiwochenende sein Schützenfest. Prägend für das Dorfbild ist der große Dorfteich. Dort finden das Osterfest, sowie in unregelmäßigen Abständen ein Teichfest oder bei entsprechender Witterung ein Eisfest mit einem Eishockeyturnier statt. Ein beliebter Treffpunkt ist der Maseler Schuppen, direkt am Dorfteich, wo oftmals Partys oder Sit-Ins veranstaltet werden.

Zittel[Bearbeiten]

Einwohnerzahl: 11 Einwohner

Zittel liegt nördlich von Sprakensehl, direkt an der Bundesstraße 4. Der Ort besteht aus drei Häusern.

Geschichte[Bearbeiten]

Frühgeschichte[Bearbeiten]

Aus der Gemeinde Sprakensehl sind nach aktuellem Forschungsstand nur sehr wenig Funde aus vorchristlicher Zeit bekannt. Dies liegt unter anderem an den wenigen archäologischen Feldbegehungen, sodass es kaum bekannte Fundstellen gibt. Funde, die mit hoher Wahrscheinlichkeit der Gemarkung Sprakensehl zugeordnet werden können, befinden sich heute im Historischen Museum Schloss Gifhorn. Dabei handelt es sich um 4 Äxte, je ein Felsgestein- und Bronzebeil, sowie einen Klingenkratzer aus Flint. Das älteste Stück ist ein Trichterbecher aus Keramik, welcher in die Jungsteinzeit um 4.000 v. Ch. datiert wurde.

Das Dorf selbst gab es auch schon vor der ersten Urkundlichen Erwähnung, allerdings fehlen dafür schriftliche Aufzeichnungen. Ansatzpunkte für die Entstehung der Dörfer der Gemeinde finden sich in der frühen deutschen Ostkolonisation um die Mitte des 12. Jahrhunderts. Damals wurden weite Gebiete des östlichen Niedersachsens wohl unter Anordnung Heinrichs des Löwen und der Grafen von Schwerin, Lüchow und Dannenberg, planmäßig besiedelt. Sprakensehl ist in seinen Eigenschaften, was den Ortsnamen, die Lagewahl der Dorflagen und die äußere Form eines Hufeisens, mit seinen Nachbarorten verbunden. Und da für Allersehl, Weddersehl, Blickwedel und Hagen die Entstehung um 1196/97 als gesichert gilt, kann dieses auch für Sprakensehl behauptet werden.

Mittelalter bis Neuzeit[Bearbeiten]

Sprakensehl gehörte zunächst zum Gebiet der Billunger. Die erste urkundliche Erwähnung ist auf den 23. Oktober 1246 datiert. In Hildesheim wurden an diesem Tage 2 Urkunden in lateinischer Schrift ausgestellt, in denen der Ortsname "sprakensele" lautet. Der Grund für die Ausstellung war, dass die Grafen Heinrich und Otto von Lüchow das Dorf dem Kloster Isenhagen übereignen wollten. Solche Schenkungen galten damals als üblich, zumal Sprakensehl sehr weit von der eigentlichen Residenz der Grafen entfernt lag. Die älteste Abbildung des Dorfes und seiner Umgebung befindet sich auf älteren Flurkarten, wie etwa einer Verkopplungskarte von 1846/47 oder eine Vermessung von 1754. Sprakensehl bildete im 18. Jahrhundert mit den Orten Blickwedel und Hagen das einzige Kirchspiel neben Hankensbüttel und Isenhagen in der nordwestlichen Gogräfschaft Hankensbüttel. Eine mittelalterliche Fernstraße durchquerte damals das Gebiet, wobei Hankensbüttel der wichtigste Rastort war. Diese Straße verlegte sich im Laufe der Jahre aber immer weiter nach Westen, bis sie schließlich Sprakensehl durchzog und so Suderburg und Groß Oesingen verband. Aus dieser Straße entstand 1797 die Chaussee Uelzen-Gifhorn und wurde später zur Bundesstraße 4. Mit der der preußischen Kreisverfassung am 1. April 1885 wurden die Kreise Isenhagen und Gifhorn gebildet, welche durch die Kreisreform 1932 zum Landkreis Gifhorn vereinigt wurden. Seitdem gehört die Gemeinde Sprakensehl zum Landkreis Gifhorn. Die politische Gemeinde selbst gründete sich im Jahre 1928 aus den Dörfern Sprakensehl und Behren. Im Jahre 1965 wurden die Dörfer Masel, Hagen und Blickwedel integriert und zur Samtgemeinde Sprakensehl gebildet. Gründe waren Verwaltungsvereinfachung und Kostenersparnis. Mit der letzten Reform im Jahre 1974 wurde letztlich auch noch das Dorf Bokel integriert und dieser Zusammenschluss aus den Dörfern besteht bis heute als Gemeinde Sprakensehl.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Blickwedel, Bokel, Hagen bei Sprakensehl und Masel eingegliedert.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1. Dezember 1905 ¹ 835
16. Juni 1925 ¹ 892
16. Juni 1933 ¹ 918
29. Oktober 1946 ¹ 1678
6. Juni 1961 ¹ 1426
31. Dezember 1989 1271
31. Dezember 2009 1301
31. Dezember 2010 1277
31. Dezember 2011 1293

Die Gemeinde Sprakensehl umfasst 83,82 km² und ist damit die größte Gemeinde im Landkreis Gifhorn, allerdings auch die am dünnsten besiedelte. ¹ Volkszählungsergebnis

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Sprakensehl setzt sich aus 11 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

SPD CDU WGS Grüne Gesamt
2001 1 5 4 1 11 Sitze
2006 1 6 4 0 11 Sitze
2011 1 5 4 1 11 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Die letzten elf Bürgermeister Sprakensehls

  • bis 1876: Wilhelm Wienecke
  • 1876–1919: Wilhelm Kaiser
  • 1919–1946: Wilhelm Lüttjemann
  • 1946–1951: Hermann Röling
  • 1951–1961: Christoph Röling
  • 1961–1972: Hans Rabeler
  • 1972–1974: Gerhard Beindorff
  • 1974–1976: Wilhelm Schulze
  • 1976–1991: Herbert Cohrs
  • 1991–2006: Wolfgang Gartzke
  • seit 2006: Christiane Fromhagen

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Ein silbernes Band (rechtsgeschrägt) teilt den Wappengrund in zwei Teile. Links oben befinden sich auf grünem Hintergrund ein silbernes Eichenblatt und eine Getreideähre. Das Wappen mit der Getreideähre ist allerdings nur ein Entwurf gewesen. Der Gemeinderat hat sich für die Version ohne Getreideähre entschieden. Rechts unten ist auf rotem Hintergrund ein Hirsch in silberner Farbe zu sehen, dessen Geweih sechs Enden aufweist. Im Schildfuß befindet sich ein dreigeteiltes silbernes Wellenband.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Ev. Kirche Sprakensehl
Antennenmast Behren-Bokel

Bauwerke[Bearbeiten]

Die evangelische Christophorus-Kirche in Sprakensehl, im Kern romanisch, zeigt Spuren mehrerer Zerstörungen und Wiederherstellungen. Bemerkenswert sind die 1968 freigelegten gotischen Wandmalereien und der barocke Orgelprospekt.

Sehenswert ist auch die evangelische Kapelle in Bokel. Die Kapelle wurde in den 90er Jahren restauriert. Im Inneren befindet sich noch die ursprüngliche, handgeschnitze Kapellentür.

In der Nähe des Ortsteils Bokel betreibt die Deutsche Telekom AG eine Sendeanlage für UKW und TV, den Sender Behren-Bokel. Als Antennenmast wird ein 323 Meter hoher abgespannter Stahlrohrmast verwendet, der zum Zeitpunkt seiner Errichtung 1960/61 das höchste Bauwerk in Deutschland war.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

  • Im Westen Sprakensehls befindet sich das Naturschutzgebiet Lachte. Hier entspringt die Lachte, die bei Celle in die Aller fließt. Früher war das Gebiet von Wasser überdeckt, heute findet man ein sumpfartiges Gebiet vor.

Sport[Bearbeiten]

  • SV Sprakensehl. Sparten: Fußball, Tennis, Fahrrad, Gymnastik (Herren-und Damengruppe), Jazz-Dance etc.
  • SC Hagen-Bokel. Sparten:Fußball, Tischtennis, Gymnastik
  • Schützenverein Masel. Sparten: LG, LP, KK 50 Meter, Sportpistole, Freie Pistole
  • Schützenverein Hagen. Sparten: KK 50 Meter, LG
  • Heidebad Hagen gGmbH. Sparten: Schwimmen, Rettungsschwimmen und Aquafitness sowie Präventionsangebote

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Schützenfeste in Masel, Hagen und Bokel.
  • Sportfest in Sprakensehl und die Hagener Sportwoche.
  • Neujahrsumzug in Sprakensehl

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Bundesstraße 4 verläuft durch Sprakensehl und künftig wird die Bundesautobahn 39 Sprakensehl an das Autobahnnetz anbinden (geplante Fertigstellung ungewiss). Aufgrund fehlender natürlicher Ressourcen und aus infrastrukturellen Gründen existiert in der Gemeinde kein Luft-, Wasser- und Schienenverkehr.

Bildung[Bearbeiten]

  • Grundschule Sprakensehl
  • Kindergarten

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Siegfried Cordes jun., Wolfgang Gartzke, Erika Kaiser, Heribert Klose, Dr. Hartmut Kolbe, Heinz Maaß, Hans Rabeler, Karin Röling, Michael Wagner: Sprakensehl 1246 - 1996. Gemeinde Sprakensehl, Sprakensehl 1996.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sprakensehl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 227.