Spreegeschwader

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Spreegeschwader
Allgemeine Informationen
Genre(s) Rechtsrock
Gründung 1994
Auflösung 2009
Website http://www.spreegeschwader.com/
Gründungsmitglieder
Alexander Gast
Alexander-Willibald Bahls
Letzte Besetzung
Gesang, Bass
Alexander Gast
Gitarre
Motte (seit 1998)
Schlagzeug
Alexander-Willibald Bahls
Ehemalige Mitglieder
Bass
Rico Sonnenburg (1996-1998)

Spreegeschwader war eine Rechtsrock-Band aus Berlin. Sie zählte zu den „wichtigsten Bands der rechtsextremistischen Musikszene aus Berlin“.[1]

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Die Band wurde 1994 von Alexander Gast und Alexander-Willibald Bahls gegründet. Nach mehreren Versuchen eine feste Besetzung zu bilden, bestand die Gruppe zunächst nur aus zwei Mann. Nach dem ersten kleinen Auftritt auf einer Silvesterfeier wurde 1995 die erste Demo aufgenommen. Der erste öffentliche Auftritt fand dann auf einer Jubiläumsveranstaltung der Hammerskins Sektion Berlin statt. Mehrere Auftritte mit u.a. Kraftschlag und Chaoskrieger folgten.

Über Brandy von Endstufe wurde der Kontakt zu Hanse Records hergestellt und die erste CD Eisern Berlin aufgenommen, die im Sommer 1996 veröffentlicht wurde. Eine Mini-CD folgte noch im gleichen Jahr.

1996 stieg mit Rico Sonnenburg ein fester Bassist ein, und ein Gitarrist folgte als Verstärkung. Die Band veröffentlichte 1997 einige Sampler-Beiträge auf einschlägigen Rechtsrock-Kompilationen. 1998 erschien dann das zweite Album Orientexpress. Im gleichen Jahr folgte eine Split-CD mit der schwedischen Band Storm. Im Vorfeld war der neue Gitarrist wieder ausgestiegen, nach der Veröffentlichung wurde mit Motte ein Ersatz gefunden.

Im Jahr 2000 wurde das Split-Album mit Storm indiziert. 2002 Jahr wollte Spreegeschwader ein Livekonzert in Ungarn spielen, das zuständige Landeskriminalamt wollte dies mit Hilfe eines Ausreiseverbotes verhindern.

Nach einem Rechtsstreit mit ihrer alten Plattenfirma erschien 2001 ein Best of mit neu eingespielten Liedern. 2002 folgte ein Livealbum. 2003 erschien dann das Album Gefangen im System, welches 2004 indiziert wurde.

2004 folgte die Indizierung des Livealbums wegen Jugendgefährdung. Im Jahr 2004 legte die Band Klage gegen das Einwohnermeldeamt Berlin ein. Am 5. Juni 2004 folgte ein Konzert, welches von einem Sondereinsatzkommando der Polizei aufgelöst wurde.[2] Hausdurchsuchungen und weitere Indizierungen folgten.

2004 erschienen das Jubiläumsalbum Einjahrzehnt und ein weiteres Best-Of mit dem Titel Die ersten Jahre. Eine Indizierung der beiden Tonträger wurde von Seiten der BPjM abgelehnt. Die Band hatte im Vorfeld Klage gegen ihre Behandlung durch die BPjM eingelegt und war zum Verhandlungstermin mit rechtlichem Beistand angereist. Am 2. April 2005 fand ein Konzert von Spreegeschwader statt, bei dem die englischen RAC-Bands English Rose und White Law auftraten. Hauptattraktion des Abends war „Die Lunikoff Verschwörung“, und damit der letzte Auftritt des ehemaligen Landser-Sängers Michael Regener vor dessen Inhaftierung. Mehrere Mitglieder von Spreegeschwader, die auch die offizielle Besetzung von Die Lunikoff Verschwörung sind, nahmen an dem Auftritt teil. [3]

Am 10. September 2007 wurde einer Verfassungsbeschwerde von Alexander Gast bezüglich der Indizierung des Tonträgers Live 2002 nicht stattgegeben. Das Bundesverfassungsgericht bestätigte damit die Indizierung des Tonträgers.[1]

Neben Spreegeschwader betreibt Alexander Gast noch sein Soloprojekt Spreegeschwader Solo – Spirit of 88, welches bisher drei Alben veröffentlicht hat. Gast ist außerdem Betreiber des Joe-Hawkins-Versand und des Ladens „On the Streets“ in Hennigsdorf, der neben den Merchandise-Artikeln der Band diverse nationale und internationale Hatecore-, Rechtsrock- und Skinheadbands vertreibt.

Alexander Bahls war bis zu dessen Schließung im August 2006 Betreiber des neonazistischen Szeneladens „Parzifal“ in Berlin-Oberschöneweide. Am 5. Oktober 2006 war er am Überfall auf Philip Schlaffer aus Wismar, den Inhaber des „Werwolfshops“ und Betreiber des „Hatestore“-Versands, beteiligt. Er und zwei weitere Mittäter sollen Schlaffer mit einem Totschläger und einer Axt bedroht und erpresst haben. Hintergrund war ein Streit um die Vermarktung von Merchandisingartikeln der „Lunikoff Verschwörung“ um Michael Regener. Schlaffer wurde vorgeworfen, mit Bahls lediglich Geschäfte gemacht zu haben, um so in Kontakt zu Michael Regener zu kommen (Schlaffer war zusammen mit Ingo Knauf vom V7-Versand Inhaber des „Parzival“). Bahls wurde in einem Indizienprozess, bei dem sogar die Staatsanwaltschaft von der eigentlichen Anklage abrückte und eine Bewährungsstrafe forderte, zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt. Diese saß er z.T. gemeinsam mit Michael Regener in der JVA Berlin-Tegel ab.[4] [5] Des Weiteren musste sich Alexander Bahls 2009 vor dem Berliner Landgericht im Verfahren gegen die Band „Deutsch, Stolz, Treue“ (D.S.T.) wegen Volksverhetzung erneut vor Gericht verantworten. Im Sommer 2009 wurde Bahls aus der Haft entlassen.

Im August 2009 löste sich die Gruppe aufgrund interner Differenzen auf.

Ideologie[Bearbeiten]

Ideologisch stand die Band zunächst der Hammerskin- und Blood and Honour-Bewegung nahe, seit einigen Jahren tritt sie jedoch immer wieder auf Veranstaltungen der NPD auf.[6] Zum militanten Teil der Neonaziszene hat die Band durch ihre Mitgliedschaft bei der neonazistischen Rockergruppe „Vandalen – Ariogermanische Kampfgemeinschaft“ eine enge Beziehung.

Die Texte von Spreegeschwader behandeln übersteigerten Nationalstolz, offenen Rassismus und Verschwörungstheorien. Auch Bezüge zum Nationalsozialismus lassen sich finden, insbesondere auf den frühen Tonträgern. Die späteren Texte enthalten zwar keine direkten Bezüge mehr, sind aber bewusst offen gehalten, um eine solche Deutung zuzulassen.[1]

Diskografie[Bearbeiten]

  • 1996 Eisern Berlin
  • 1996 Bleib wie du bist (MCD)
  • 1998 Orientexpress
  • 1998 European Guard (Split mit Storm, indiziert)
  • 2001 The Best Of 95 - 01 (Erstveröffentlichung indiziert)
  • 2002 Live 2002 (indiziert)
  • 2003 Gefangen im System (indiziert)
  • 2004 Einjahrzehnt
  • 2005 Die ersten Jahre 1996-1998 Verstoß gegen § 86a StGB[7]
  • 2005 Best Of 95 - 01 - Schneller, Lauter, Härter Verstoß gegen §86a StGB[7]

Soloveröffentlichungen[Bearbeiten]

  • 2001 Spirit of 88 – White Power Skinheads(indiziert)
  • 2003 Spirit of 88 – Sozialethisch desorientiert
  • 2005 Spirit of 88 – Totale Kontrolle

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 10. September 2007, Az.: 1 BvR 1548/07
  2. http://www.spreegeschwader.com/sg/presse1.htm
  3.  Thüringer Innenministerium (Hrsg.): Verfassungsschutzbericht Freistaat Thüringen 2005. 2006, S. 23 (http://www.thueringen.de/de/publikationen/pic/pubdownload843.pdf).
  4. http://www.tagesspiegel.de/berlin/;art270,2094747
  5. http://www.turnitdown.de/692.0.html
  6. http://www.apabiz.de/archiv/material/Profile/Spreegeschwader.htm
  7. a b  Senatsverwaltung für Inneres (Hrsg.): Info Rechtsextremistische Musik. 2. Auflage. Berlin November 2007, S. 11 (Verwendung verbotener Grußformeln, PDF, 785 Kb, abgerufen am 7. Dezember 2009).

Weblinks[Bearbeiten]