Springfield (Die Simpsons)

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Springfield ist eine fiktive US-amerikanische Stadt, in der die Zeichentrickserie Die Simpsons spielt. Sie entspricht keiner der real existierenden Städte dieses Namens – es werden zwar Andeutungen gemacht, die aber keine endgültige Schlussfolgerung zulassen und sich teilweise sogar widersprechen.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Matt Groening wählte den Namen Springfield für die Stadt, weil er 1989 zu den häufigsten Städtenamen in den USA zählte.[1] Es gibt in 35 US-Bundesstaaten eine oder mehrere Städte dieses Namens.[2] Springfield soll den typischen Durchschnitt einer amerikanischen Kleinstadt widerspiegeln und „überall“ in den USA liegen können. Verdeutlicht wird dies durch unterschiedliche, meist widersprüchliche Angaben über die genaue Lage der Stadt. Mal liegt sie an der Küste, mal in Wüstennähe oder am Gebirgsrand.

Zur Namenswahl und der Idee, die Frage nach der genauen Lage offen zu halten, wurde Groening durch die Fernsehserie Father Knows Best inspiriert, die ebenfalls in einem nicht näher spezifizierten Springfield spielt. In einem Interview mit dem Smithsonian Magazine[3] gab er 2012 an, als Kind geglaubt zu haben, es handle sich dabei um die Stadt Springfield in der Nähe seiner Heimatstadt Portland. Erst später habe er herausgefunden, dass die Serienstadt fiktiv war und der Name zu den häufigsten in den USA gehört. Daraufhin habe er sich für das gleiche Konzept entschieden, um jedem einzelnen Zuschauer ebenfalls das Gefühl zu ermöglichen, der Handlungsort der Serie liege in seiner Nähe.[4]

Genaue Angaben über den Ort werden in der Serie generell vermieden, obwohl häufig darauf angespielt wird. Dies dient allerdings innerhalb der Serie mittlerweile als Running Gag. In der Folge Abraham und Zelda wird beispielsweise erwähnt, dass Springfield über 1000 Kilometer von Branson (Missouri) entfernt liegt. In der Folge Kill den Alligator und dann... streicht die Familie auf einer Amerika-Karte die Bundesstaaten durch, die sie nicht mehr betreten dürfen, wobei alle Staaten durchgestrichen werden. Dies ist ein Beispiel für die Widersprüchlichkeit, die in Bezug auf die geographische Lage Springfields teilweise vorherrscht. So wird in der Folge Hinter den Lachern behauptet, die Simpsons kämen aus Kentucky, was dem Kinofilm zufolge aber unmöglich sein muss, da Springfield hier an Kentucky grenzt.

Im Simpsons-Kinofilm wird diese Widersprüchlichkeit besonders deutlich: Ned Flanders zeigt Bart die vier Bundesstaaten, die an Springfield grenzen: Ohio, Nevada, Maine und Kentucky. Diese vier Staaten liegen in der Realität jedoch quer über die USA verstreut. Nur Ohio und Kentucky grenzen aneinander. Gemeinsam liegen beide im Nordosten der USA. Maine liegt im äußersten Nordosten, Nevada im Westen.

Für die Premiere des Kinofilms nahmen mehrere US-Städte namens Springfield an einem Wettbewerb teil, den das Filmstudio 20th Century Fox ausgeschrieben hatte.[5] Als Sieger ging dabei Springfield in Vermont hervor.[6]

Geschichte[Bearbeiten]

Springfield wurde 1796 von dem Immigranten Hans Sprungfeld (der seinen Namen 1795 in Jebediah Springfield änderte) zusammen mit anderen Einwanderern gegründet. Der Grund war eine Fehlinterpretation der Bibel, wegen der J. Springfield sich veranlasst sah, das neue Sodom zu suchen.[7] Nachdem er sich weigerte, in seiner Stadt Ehen zwischen Cousins und Cousinen zu gestatten, spaltete sich unter der Führung von Shelbyville Manhattan ein Teil der Gemeinschaft ab, um in der Nähe der neuen Stadt Shelbyville zu gründen. Aufgrund dieser Gründungsgeschichte rivalisieren die Einwohner beider Städte bis heute.

Ihren Höhepunkt erreichte die Stadt Springfield gegen Mitte des 20. Jahrhunderts. Zu jener Zeit beheimatete die Stadt die erste Fabrik für Amphibienautos der Welt. Später sackte die Stadt deutlich ab. In einer Titelgeschichte der Zeitschrift Time wurde Springfield als Americas Worst City bezeichnet[8], konnte sich in einer Episode aber in einer Liste der 300 lebenswertesten Städte der USA auf den 299. Platz vorarbeiten (vor East St. Louis).[9]

Der derzeitige langjährige Bürgermeister von Springfield ist Joseph („Joe“) Quimby (D).

Computerspiel[Bearbeiten]

1997 veröffentlichte Fox Interactive das von Digital Evolution entwickelte Computerspiel Virtual Springfield, in dem man die Stadt näher erkunden kann, allerdings können dabei nur einige wenige Orte besucht werden. 2003 erschien das Computerspiel The Simpsons Hit & Run, bei dem man große Teile der Stadt in 3D erkunden kann. Die Anordnung der Gebäude widerspricht sich aber teilweise mit der Serie, was daran liegt, dass die Autoren die Stadt der Handlung häufig etwas anpassen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hughes, Sam: Real Springfields
  2. Rosenberg, Matt: The Most Common Place Name in America
  3.  Claudia De La Roca: Matt Groening Reveals the Location of the Real Springfield. In: Smithsonian Magazine. Mai 2012 (Artikel online, abgerufen am 19. April 2012).
  4. Wahres Springfield: "Simpsons"-Schöpfer zündet neue Nebelkerze. In: Spiegel Online. 13. April 2012, abgerufen am 19. April 2012.
  5. Sky News: Which Springfield will Host Simpson Premiere?, Sky News. 10. Juli 2007. 
  6. USA Today: Jubilant Vermont town hits a Homer, USA Today. 13. Juli 2007. 
  7. S07E16 "Das geheime Bekenntnis"
  8. S04E08 "Laura, die neue Nachbarin"
  9. S10E22 "Die Stadt der primitiven Langweiler"

Weblinks[Bearbeiten]