Sprossengemüse

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Als Sprossengemüse oder auch Keimsprossen, oft auch schlicht Sprossen genannt, werden überwiegend junge Austriebe von Pflanzen oder aus Samenkörnern gekeimte Jungpflanzen bezeichnet, botanisch korrekt wäre Sämlinge. Werden nur die Pflanzenteile oberhalb des Samenkorns verzehrt, werden diese als Kresse bezeichnet. Echte Sprossengemüse sind beispielsweise Spargel und Bambussprossen. Besonders im Winter sind Sprossen geschmacklich und ökologisch eine gute Alternative. Bis auf wenige typische Saisongemüse werden die meisten importiert oder in Treibhäusern kultiviert, was ökologisch genauso ungünstig ist.

Nach einer Einweichzeit (bei größeren Samen) werden die Samen/Sprossen drei- bis viermal täglich mit Leitungswasser gespült, anschließend lässt man sie gut abtropfen. Der Handel bietet dazu verschiedene Gefäße (Keimgläser mit Siebdeckel oder Schalen) an, haushaltsübliche Gläser und Schüsseln sowie ein Sieb zum Abtropfen lassen reichen als Ausstattung völlig aus. Kressen werden in flachen Schalen zum Keimen und Wachsen gebracht. Saugfähige Tonschalen oder dünne Substratschichten verhindern ein zu schnelles Austrocknen. Nach wenigen Tagen können sie meist schon gegessen werden, Kressen nach 10 bis 14 Tagen.

Saatsprossen: Kresse
Saatsprossen: Mungbohnensprossen
Triebsprossen: Bambussprossen

Essbare Sprossen: Neben Spargel und Bambus sind auch Giersch, Hopfen, japanischer Staudenknöterich und Palmherzen essbar. Als Kohlsprossen oder Brüsseler Sprossen werden auch die Blattröschen des Rosenkohls bezeichnet.

Keimsprossen: Mit Ausnahme der Nachtschattengewächse sind fast alle Sämlinge von Nahrungspflanzen verzehrbar, wie Getreide und Pseudogetreide, Kohlgewächse und Hülsenfrüchte. Keimsprossen werden gewöhnlich komplett verzehrt, was die Keimblätter (selten entwickeln sich dabei Primärblätter), Stängel, Wurzel und verbleibende Samenkörner umfasst.

Kressen: Neben der bekannten Gartenkresse lassen sich auch viele andere Pflanzen in kresseähnlicher Weise ziehen. Unter anderem sind Senf, Rettich und Radieschen, diverse Kohlsorten, Perilla (Shiso) und viele Blattsalate dafür geeignet. Diese werden gewöhnlich kurz oberhalb des Wurzelansatzes abgeschnitten und so finden nur die Keim- und Primärblätter und Teile des Stängels Verwendung.

Geeignete Pflanzen[Bearbeiten]

Kreuzblütler

Hülsenfrüchte

Getreide & Co.

Sonstige

 

Verwendung[Bearbeiten]

Von manchen Hülsenfruchtsprossen (Gartenbohne, Kichererbse und Gartenerbse, diese mindestens blanchieren oder kurz braten) abgesehen, können fast alle Sprossen roh gegessen werden, auch die von Mung- und Azukibohnen. Sie können unter Salate gemischt oder in Butterbroten und Sandwiches verarbeitet werden, aber auch kurz vor dem Servieren/Essen über erhitzte Speisen gestreut oder als Garnierung verwendet werden. Ihr größter Vorzug liegt in ihrem vielfältigen Geschmack, von mild und nussig bei vielen Hülsenfrüchten bis zu pikant-scharf bei Senf, Zwiebel und Rettich.

Gesundheitliche Vorteile[Bearbeiten]

Sprossen gelten als vitaminreich, manche sind es sogar, zudem liefern sie Ballaststoffe, Proteine und gesundheitsfördernde Sekundäre Pflanzenstoffe. Durch den hohen Wasseranteil haben sie einen niedrigen Brennwert und sind dadurch ein kalorienarmes Lebensmittel.

Vergleich des Vitamin-C- und Ballaststoffgehaltes von Keimsprossen mit anderen Gemüsen.[1]

Je 100 g > Kresse Rettichsprossen Rettich Broccolisprossen Broccoli
Vitamin C 60 mg 29 mg 27 mg 125 mg 115 mg
Ballaststoffe 3 g 3,8 g 1,2 g 2,7 g 3 g

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  1. Ernaehrung aktuell Microgreens Sprossen Grünkräuter. Abgerufen am 27. Dezember 2013.
 Commons: Sprossengemüse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch[Bearbeiten]