Spruchstrafe und Tatstrafe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Spruchstrafe)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Spruchstrafe (lat. poena ferendae sententiae) ist im Strafrecht der römisch-katholischen Kirche, das einen Bestandteil des kanonischen Rechts bildet, eine der beiden grundlegenden Arten von Kirchenstrafen; die andere ist die Tatstrafe (lat. poena latae sententiae). Der Regelfall ist die Spruchstrafe.[1]

Der Unterschied zwischen Spruchstrafen und Tatstrafen liegt darin, dass eine Spruchstrafe ausdrücklich von einer hierfür zuständigen Stelle verhängt werden muss;[1] zuständig ist in erster Instanz in der Regel der Diözesanbischof oder ein von diesem bestelltes Gericht;[2] es gibt allerdings eine Reihe besonderer Zuständigkeiten anderer Instanzen, etwa des Papstes oder der Römischen Rota.[3]

Demgegenüber tritt die Tatstrafe mit Begehung der Tat von selbst ein, ohne dass sie ausdrücklich verhängt werden muss.[1] Ein Beispiel für eine Tatstrafe ist die Exkommunikation bei Anwendung physischer Gewalt gegen den Papst.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Canon 1314
  2. Canones 1419, 1420
  3. Canon 1405
  4. Canon 1370 § 1

Weblinks[Bearbeiten]