Sri Sri Ravi Shankar

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Sri Sri Ravi Shankar (श्री श्री रवि शंकर; * 13. Mai 1956 als Ravi Shankar Ratnam in Tamil Nadu, Indien) ist spiritueller Lehrer und Begründer der International Art of Living Foundation. Er wird oft nur mit dem Ehrentitel Sri Sri („Seine Heiligkeit“) angesprochen.

Sri Sri Ravi Shankar

Leben[Bearbeiten]

Sri Sri Ravi Shankar − Kind einer brahmanischen Familie − zeigte früh Interesse an den heiligen Schriften des Hinduismus. Es wird gesagt, dass Ravi Shankar mit vier Jahren die Bhagavad Gita rezitierte und oft in Meditation versunken war. Sein erster Lehrer war Sudhakar Chaturvedi, der lange mit Mahatma Gandhi zusammengearbeitet hatte. Im Alter von siebzehn Jahren absolvierte Ravi Shankar 1973 seine Prüfungen in vedischer Literatur und Physik. In den 1970er-Jahren wurde Ravi Shankar von Maharishi Mahesh Yogi eingeladen, in seiner Organisation, Transzendentale Meditation, zu unterrichten. [1] Er war mit Maharishi bei der Eröffnung des ersten Golden Domes der Maharishi International University.[2] In Maharishis Bewegung wurde er bald zum "Gouverneur des Zeitalters der Erleuchtung" ernannt. [3] Nachdem er zehn Tage im Schweigen war, begann Sri Sri Ravi Shankar die "Sudarshan Kriya" zu unterrichten, die heute in einem Wochenend-Workshop gelehrt werden. Er gründet 1982 die „Art of Living Foundation“, eine Nichtregierungsorganisation mit speziellem konsultativen Status bei den Vereinten Nationen, und 1997 die International Association for Human Values (IAHV) in Genf, in der Schweiz.

Weltweit gab Ravi Shankar zahlreiche Anstöße für Hilfsprojekte im Gesundheits- und Sozialbereich, darunter Rehabilitationsmaßnahmen für Straftäter und Drogenabhängige. Zudem entwickelte er Anti-Stress-Programme für Industrie und Handel. In Indien begründete er von der UNICEF anerkannte Schul- und Landbauprojekte.

Sri Sri Ravi Shankar setzt sich auf internationalen Kongressen und Veranstaltungen für Frieden und interreligiösen Dialog ein. Er sprach unter anderem auf der interreligiösen Konferenz zu Terrorismus und globaler Ethik (Moskau, 2005), dem "Millennium-Weltfriedens-Gipfel der Religiösen und Geistlichen Oberhäupter" (UN, New York, 8. August 2000), das Weltwirtschaftsforum 2001 in Davos und den Deutschen Evangelischen Kirchentag 2011 in Dresden.[4]

Sri Sri Ravi Shankar erhielt 1986 vom indischen Staatspräsidenten auf der "World Conference on Yoga" in Neu Delhi den Ehrentitel Yogashiromani (Kronjuwel des Yoga) verliehen.

Gegründete Organisationen und Programme[Bearbeiten]

International Art of Living Foundation
Die 1981 gegründete International Art of Living Foundation ist eine „internationale, gemeinnützige, lehrende und humanitäre Organisation“, die einen Beraterstatus bei den Vereinten Nationen innehat.
International Association for Human Values
Die 1996 gegründete IAHV ist eine „gemeinnützige, lehrende Organisation, die sich der Förderung menschlicher Werte“ verschrieben hat. Ihr letztendliches Ziel ist eine „Gesellschaft, in der alle Menschen die universellen menschlichen Werte wie Mitgefühl, Vertrauen, Verantwortung, Freundlichkeit und Gewaltlosigkeit leben, mit Zusammengehörigkeitsgefühl und Respekt gegenüber der Umwelt“.
Institut Vedischer Wissenschaft (Ved Vignan Mahavidyapeeth oder VVM)
Dieses 1981 gegründetes Institut mit Sitz in Bangalore, Indien, stellt eine Ausbildung bereit, „die sich auf menschliche Werte gründet und Indiens sehr altes, spirituelles Erbe in unser modernes Paradigma von Wissenschaftlichkeit integriert“.

Initiativen[Bearbeiten]

Sri Sri Ravi Shankar, hat im August 2011 in Indien eine entscheidende Vermittlerrolle in der Bewegung India Against Corruption eingenommen. Er hat seit der IAC Gründung 2010 als Gründungsmitglied und während der Proteste entscheidend zwischen dem Team Anna Hazare, der Regierung und der Bevölkerung vermittelt.[5]

Zu der Entscheidung des indischen Supreme Court vom 11. Dezember 2013, den Paragraphen 377 wieder für verfassungsgemäß zu erklären und somit homosexuellen Geschlechtsverkehr als kriminelle Handlung unter Strafe zu stellen, äußerte sich Sri Sri Ravi Shankar kritisch. Auf Twitter postete er: "Homosexuality has never been considered a crime in Hindu culture."[6]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Leben und Beruf. Eine spirituelle Herausforderung. Param, Ahlerstedt 1999, ISBN 3887553438
  • Die Kunst des Lebens. Param, Ahlerstedt 1999, ISBN 3887553438
  • Fragen und Antworten über Gott und die Welt. Param, Ahlerstedt 2000
  • Die Liebe feiern. Echnaton, Frankfurt 2009, ISBN 9783937883243

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gautier, Francois. The Guru of Joy. New York: Hay House, 2008. p. 36.
  2. Michael Fischman: Stumbling Into Infinity: An Ordinary Man in the Sphere of Enlightenment. Morgan James Publishing, 2010, ISBN 978-1-60037-648-1.
  3. www.agpf.de: Ravi Shankar - TM
  4. dnn-online.de: Yoga-Meister Ravi Shankar beehrt den Kirchentag. 4. Juni 2001
  5. evangelisch.de: Inder sagen der Korruption den Kampf an.
  6. zeenews.india.com: Homosexuality has never been considered crime in Hindu culture: Sri Sri Ravi Shankar