Städtische Galerie Dresden

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Landhaus ist der Sitz der Städtischen Galerie Dresden.

Die Städtische Galerie Dresden – Kunstsammlung ist das Kunstmuseum der sächsischen Landeshauptstadt. Mitte 2002 wurde Gisbert Porstmann als Gründungsdirektor berufen, 2005 wurde die Städtische Galerie Dresden eröffnet. Sie entstand als Teil der Städtischen Museen aus dem Stadtmuseum Dresden heraus. Damit erhielt der städtische Kunstschatz mit seinen bedeutenden Werken des 19. und 20. Jahrhunderts einen eigenen, angemessenen Ausstellungsort.

Standort[Bearbeiten]

Die Präsentation der Sammlung und die Sonderausstellungen der Städtischen Galerie Dresden befinden sich in der ersten Etage des Dresdner Landhauses, das zwischen 1770 und 1775 nach Entwürfen des Hofbaumeisters Friedrich August Krubsacius als Tagungsgebäude für die sächsischen Landstände erbaut wurde. Andere Dresdner Museen in der Nähe sind das Museum Festung Dresden sowie die Museen im Albertinum.

Geschichte[Bearbeiten]

Blick in die Dauerausstellung der Städtischen Galerie Dresden

Die Geschichte der Kunstsammlung begann durch den 1869 gegründeten Verein zur Geschichte und Topographie Dresdens und seiner Umgebung. Dessen Mitglieder haben sowohl Zeugnisse der bürgerlichen Stadtkultur als auch die ersten Gemälde zusammenzutragen. Einen Schwerpunkt bildeten Porträts bedeutender Persönlichkeiten, weiterhin Ansichten der Stadt sowie Landschaftsbilder der Umgebung. Die schnell anwachsenden Bestände der Städtischen Sammlungen waren über Jahre in verschiedenen Gebäuden untergebracht, bis sie ihren Ort am 1. Oktober 1910 in den Räumen rings um den Lichthof im neu erbauten Rathaus bekamen, in denen sie bis zu ihrer kriegsbedingten Auslagerung während des Zweiten Weltkriegs blieben.

Mit Paul Ferdinand Schmidt, der seit 1919 bis 1924 Direktor der Städtischen Sammlungen war, begann die Neugestaltung der Kunstsammlung. Schmidt orientierte sich bei seinen Ankäufen an kunsthistorischen Kategorien. Er kaufte unter anderem Arbeiten von Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Otto Dix, Oskar Kokoschka, Lasar Segall und Kurt Schwitters und baute so eine hochkarätige Sammlung zur Kunst des deutschen Expressionismus auf.

Bei der Aktion „Entartete Kunst“ beschlagnahmten die Nationalsozialisten 498 Einzelwerke aus der Städtischen Kunstsammlung. Der größte Teil der Kunstschätze gilt bis heute als verschollen, nur wenige Werke gelangten später in bedeutende nationale und internationale Museen. Während des Krieges und in der unmittelbaren Nachkriegszeit gingen weitere wichtige Kunstwerke verloren. Ein vollständiger Bestands- und Verlustkatalog ist in Bearbeitung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der städtische Kunstbestand in das Institut und Museum für Geschichte der Stadt Dresden integriert, das 1990 in Stadtmuseum Dresden umbenannt wurde und sich vorrangig der Erforschung der Stadtgeschichte widmete.

Im Jahr 2000 beschloss der Dresdner Stadtrat die Gründung eines städtischen Kunstmuseums. Parallel dazu entstand ein Förderverein, der am 1. Juni 2002 die Gründung der Städtischen Galerie Dresden feiern konnte. Die Städtische Galerie übernahm den Kunstbestand des Stadtmuseums Dresden und konnte am 2. Juli 2005 ihre Ausstellungsräume in der ersten Etage im Landhaus eröffnen. In der Dauerausstellung im Westflügel werden Werke von Malern und Bildhauern vom 19. bis in das 21. Jahrhundert präsentiert. Im Ostflügel finden wechselnde Sonderausstellungen statt.

Mit Eröffnung des städtischen Kunstmuseums stiftete die DREWAG den DREWAG-Preis für Gegenwartskunst, der Künstler förderte, deren hauptsächliche Produktionsstätte sich in der Stadt Dresden oder deren Umland befindet. Er umfasste ein Preisgeld, eine Einzelausstellung in der Städtischen Galerie Dresden und die Produktion eines Ausstellungskataloges. Der DREWAG-Preis für Gegenwartskunst wurde zwei Mal vergeben: 2006 an den Bildhauer Sebastian Hempel und 2008 an die Künstlerin Britta Jonas.

Die Sammlung[Bearbeiten]

Die Kunstsammlung umfasst ca. 1.800 Gemälde, 800 plastische Arbeiten und mehr als 20.000 Arbeiten auf Papier. Die Spanne der Entstehungszeiten der Werke reicht vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Wesentliches Ziel ist es, in den nächsten Jahren durch den Erwerb von zeitgenössischer Kunst die Sammlung fortzuführen.

Auswahl von vertretenen Künstlern:

Maler und Grafiker:

Romantik:

Impressionismus:

Neue Sachlichkeit:

Zeitgenössisch:

Bildhauer:

Am 10. Dezember 2007 konnte die Städtische Galerie Dresden einen bedeutenden Zuwachs in ihrer Sammlung verkünden. Mit dem Erwerb einer umfangreichen Sammlung mit Werken von A. R. Penck (Ralf Winkler) aus dem Besitz von Jürgen Schweinebraden und einer großzügigen Schenkung des Sammlers erhielt die Städtische Galerie Dresden etwa 40 Gemälde, Objekte und Assemblagen, 330 Aquarelle und Zeichnungen, 340 Übermalungen, 80 druckgrafische Arbeiten sowie über 100 Werke aus dem Umkreis der Künstlergruppe „Lücke“, in der A. R. Penck maßgeblich mitwirkte.

Edition[Bearbeiten]

Seit ihrer Gründung engagiert sich die Städtische Galerie Dresden für die zeitgenössische Kunst in Dresden. Anlässlich der Eröffnung der Galerie haben zehn Künstler – Franz Ackermann, Katalin Deér, Eberhard Havekost, Sabine Hornig, Kerstin Kartscher, Olaf Nicolai, Frank Nitsche, Manfred Pernice, Thomas Scheibitz, Silke Wagner – eine Arbeit für eine erste Grafik-Edition zur Verfügung gestellt. Die Edition Dresden erscheint in einer Auflage von 50 Exemplaren, davon gelangen 33 nummerierte in den Verkauf. Für die kunstgerechte Aufbewahrung der grafischen Blätter und Fotografien wurde gemeinsam mit den Deutschen Werkstätten Hellerau eine besondere Holzschatulle entwickelt. Der Preis der Edition beträgt 3.424 Euro. Der gesamte Erlös aus dem Verkauf der Edition dient dem Erwerb zeitgenössischer Kunst für die Sammlung der Städtischen Galerie Dresden.

Bisherige Ausstellungen[Bearbeiten]

  • 2005: Die Eröffnung – 200 Jahre Kunst in Dresden
  • 2006: sehen, was da ist – Menschenbilder von Dix und anderen aus der Sammlung Frieder Gerlach
  • 2006:Willy Wolff zum Hundertsten
  • 2006: 1. DREWAG-Preis für Gegenwartskunst 2006 - Sebastian Hempel „Strom“
  • 2006: Conrad Felixmüller & Peter August Böckstiegel – Arbeitswelten
  • 2006: Jürgen Schön – Im Winkel
  • 2007: Gegenwelten – Informelle Malerei aus der DDR. Das Beispiel Dresden
  • 2007: Learning from Moscow – Positionen aktueller Kunst aus Moskau
  • 2007: Günter Horlbeck – 40 Jahre Dresden
  • 2008: Sein und Wesen – Der unbekannte A. R. Penck
  • 2008: 50 Jahre Grafikwerkstatt Dresden. Im Refugium ein Universum
  • 2008: 2. DREWAG-Preis für Gegenwartskunst 2008 - Britta Jonas – Die Kreistänze des Papagoyen
  • 2009: Stille. Holzrisse und Gemälde von Werner Wittig
  • 2009: hinsehen – Malerei und Zeichnung von Gerda Lepke
  • 2009: Predigt in Bildern. Ein wiederentdeckter Gemäldezyklus aus der Dresdner Sophienkirche

Projektraum Neue Galerie[Bearbeiten]

  • 2006: Ralf Hellmann – Arbeiterbilder
  • 2006: Eckehard Fuchs – Nachbilder
  • 2007: Meisterklasse! Mira Bergmüller, Stefanie Bühler, Britta Jonas und Susanne Starke
  • 2007: Ernst Bursche – Zum 100. Geburtstag
  • 2007: Matthias Kistmacher – Queequegs Landgang
  • 2008: Vom Bodensee zurück nach Dresden. Eine Schenkung des Malers Herbert Vogt
  • 2008: Hegenbarth-Stipendiaten 2007 – Svea Duwe und Julia Körner
  • 2008: Neue Erwerbungen zeitgenössischer Kunst
  • 2008: Thomas Ranft entdeckt H.P. – Eine Ausstellung über die Macht der Phantasie
  • 2009: Hegenbarth-Stipendiaten 2008 – Stefan Eichhorn und Franziska Leonhardi
  • 2009: Bündnis der Freundschaft – Das Carus-Album. Eine Porträtsammlung und ihre Geschichte
  • 2009: Memory. Malerei von Martin Mannig
  • 2010: Erika Streit – Das frühe Werk. Zum hundertsten Geburtstag der Künstlerin
  • 2010: Hegenbarth-Stipendiaten 2009 – Jan Kromke und Elisabeth Rosenthal
  • 2010: Appendix – neue Arbeiten von Christoph Rodde
  • 2010: Vorstoss. Malerei und Malereiobjekte von Andreas Hildebrandt
  • 2011: Roland Hettner – Eine Schenkung der Familie des Künstlers
  • 2011: Hegenbarth-Stipendiaten 2010 – Anna Leonhardt und Cosima Tribukeit
  • 2011: Dirk Heerklotz – Die Rosen flecht’ ich in die Myrten
  • 2011: Silke Höppner – Dunkle Wege
  • 2012: André Tempel – Milch und Muttern
  • 2012: Hegenbarth-Stipendiaten 2011 – Lutz Bleidorn und Stefan Krauth
  • 2012: Kanuten – Malerei von Annedore Dietze
  • 2012: Ins Gesicht – Tuschemalerei von Stephanie Laeger
  • 2013: Johannes Makolies – Sollbruchstelle
  • 2013: Hegenbarth-Stipendiaten 2012 – Manuel Frohlik und André Schulze
  • 2013: Heft eins. Jakob Flohe / Christoph Roßner
  • 2013: Paul Pretzer. PEANUTLOVENOSE
  • 2014: Frau mit Kopf. Constanze Deutsch
  • 2014: Hegenbarth-Stipendiaten 2013 – Alex Lebus und Nancy Hammermeister
  • 2014: A. R. Penck zum 75. Geburtstag. Rückblick vor dem Start

Zu den Ausstellungen erscheinen Kataloge, die wichtige, interessante Themen der Kunstgeschichte in Dresden aufzeigen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gisbert Porstmann: Eine Neugründung auf dem Weg – die „Städtische Galerie Dresden“, in: Dresdner Geschichtsbuch, hrsg. vom Stadtmuseum Dresden, Altenburg 2003, Bd. 9, S. 241–254
  • Gisbert Porstmann: Städtische Galerie Dresden – Führer durch die Sammlung der Gemälde. Prestel Verlag, München/Berlin/London 2005, ISBN 3-7913-3394-1
  • Johannes Schmidt: Künstler, Kunst und Kunsterwerb. Die städtische Kunstsammlung in den Jahren 1924 bis 1933, in: Dresdner Geschichtsbuch, hrsg. vom Stadtmuseum Dresden, Altenburg 2007, Bd. 12, S. 181–202
  • Johannes Schmidt: „Deutsche“ statt moderner Kunst. Kunst in Dresden und die städtische Kunstsammlung in den Jahren 1933 bis 1935, in: Dresdner Geschichtsbuch, hrsg. vom Stadtmuseum Dresden, Altenburg 2008, Bd. 13, S. 191–218
  • Bertram Kaschek: Das muss man gesehen haben!, in: Die Zeit. Museumsführer. Die schönsten Kunstsammlungen in Deutschland, hrsg. von Hanno Rauterberg, Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG 2010, S. 86–89
  • Johannes Schmidt: Zwischen Künstlerförderung, Auftragskunst und Stadtdokumentation. Die städtische Kunstsammlung nach 1945, in: Dresdner Geschichtsbuch, hrsg. vom Stadtmuseum Dresden, Altenburg 2011, Bd. 16, S. 208–232

Weblinks[Bearbeiten]