Fjarðabyggð
| Basisdaten | |
|---|---|
| Staat: | Island |
| Region: | Austurland |
| Wahlkreis: | Norðausturkjördæmi |
| Sýsla: | kreisfrei |
| Einwohnerzahl: | 4723 (1. Januar 2009) |
| Fläche: | 1.164 km² |
| Bevölkerungsdichte: | 4,06 Einwohner/km² |
| Postleitzahl: | 730 (Reyðarfjörður) 735 (Eskifjörður) 740 (Neskaupstaður) 750 (Fáskrúðsfjörður) |
| Politik | |
| Gemeindenummer | 7300 |
| Bürgermeister: | Guðmundur Bjarnason |
| Kontakt | |
| Webpräsenz: | www.fjardabyggd.is |
| Karte | |
65.033333333333-14.216666666667Koordinaten: 65° 2′ N, 14° 13′ W |
|
Die Gemeinde Fjarðabyggð ist eine isländische Gemeinde in der Region Austurland in Ostisland. Am 1. Januar 2009 hatte sie 4723 Einwohner.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Entstehung
Fjarðabyggð wurde am 7. Juni 1998 aus den folgenden drei Gemeinden gebildet: der Stadt Neskaupstaður mit der 1994 eingemeindeten Landgemeinde Norðfjörður (Norðfjarðarhreppur); der Stadt Eskifjörður (isl. Eskifjarðarkaupstaður) mit der 1988 eingemeindeten Landgemeinde Helgustaðir (Helgustaðahreppur) und der Landgemeinde Reyðarfjörður (isl. Reyðarfjarðarhreppur).
Am 9. Juni 2006 schlossen sich weitere drei Gemeinden an: die Gemeinde Austurbyggð mit 859 Einwohnern (2005), ihrerseits am 1. Oktober 2003 durch Zusammenschluss der bisherigen Landgemeinden Búðir (Búðahreppur) und Stöðvarfjörður (Stöðvarhreppur) gebildet; die Landgemeinde Fáskrúðsfjörður (isl. Fáskrúðsfjarðarhreppur) mit 48 Einwohnern (2005) (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Dorf, das jetzt zur gleichen Großgemeinde gehört) sowie die Landgemeinde Mjóifjörður (isl. Mjóafjarðarhreppur) mit 42 Einwohnern (2005).
[Bearbeiten] Orte
Die größten Siedlungen der Gemeinde sind Reyðarfjörður (1.102 Einwohner), Neskaupstaður (1.437 Einwohner) und Eskifjörður (1.043 Einwohner), kleinere Siedlungen hingegen Fáskrúðsfjörður (662 Einwohner) und Stöðvarfjörður (203 Einwohner, alle Stand: 1. Januar 2011).[1]
[Bearbeiten] Fáskrúðsfjörður
Der Ort Fáskrúðsfjörður (früher Búðir) ist ein Dorf am gleichnamigen Fjord. Man lebt von der Fischerei. Von 2003 bis 2006 gehörte der Ort zur Gemeinde Austurbyggð.
[Bearbeiten] Die französischen Fischer
Fáskrúðsfjörður war ein Zentrum für französische Fischer, die etwa zwischen 1880 und 1920 vor allem aus der Bretagne und den Gegenden an der Grenze zu Belgien immer in der Wintersaison zum Fischen herkamen (vgl. auch den Roman Pêcheur d'Islande von Pierre Loti). Nur wenige von ihnen ließen sich allerdings im Ort nieder, die meisten gingen ihrer Arbeit als Fischer draußen auf See nach und wurden dabei sehr ausgebeutet. Sie kamen nur manchmal zu Tauschgeschäften an Land oder wenn sie krank oder verletzt waren, weshalb man auch dort ein kleines Krankenhaus für sie einrichtete, dessen Reste immer noch am Ufer gegenüber dem heutigen Ort zu sehen sind. Das Französische Museum und die generell zweisprachigen Straßennamen (isländisch und französisch) zeugen von dieser Zeit. Außerdem gibt es jeden Sommer das Festival Franskir dagar (französische Tage) im Ort.
[Bearbeiten] Tunnel
Der Ort profitierte von der verbesserten Verkehrsanbindung an den Reyðarfjörður durch die Eröffnung eines Tunnels im Jahre 2006.
[Bearbeiten] Stöðvarfjörður
Stöðvarfjörður ist ein kleiner Ort am gleichnamigen Fjord. Von 2003 bis 2006 gehörte der Ort zur Gemeinde Austurbyggð.
Die große private Sammlung von Petra Sveinsdóttir zeigt vor allem viele unterschiedliche Kristalle, für die die Gegend berühmt ist. Der Eiszeitgletscher, der bis vor 10 000 Jahren in den Kaltzeiten auf dem Land lag, ruhte besonders schwer auf den Ostfjorden, weil sich hier beim heutigen Vatnajökull auch in der Eiszeit die größten Gletscher befanden. Daher wurden hier an die 2000 m durch Gletscherabrieb erodiert. So kann man hier besonders gut in das Innere großer alter Zentralvulkane hineinsehen und unterschiedlichste vulkanische Gesteinsarten finden (siehe auch Berufjörður). Auch am Reyðarfjörður, Fáskrúðsfjörður und Stöðvarfjörður befinden sich die Reste solcher Vulkane, die bis zu 12 Millionen Jahre alt sind.
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
Während des Baus der Aluminiumhütte bei Reyðarfjörður hatte die Gemeinde nahezu eine Bevölkerungswachstumsexplosion durch die vielen ausländischen Gastarbeiter zu verzeichnen. Inzwischen haben sich die Einwohnerzahlen wieder auf einem niedrigeren Wert stabilisiert.
| Datum (1. Dez.) |
Einwohner der Gemeinde Fjarðabyggð (Gebietsstand 2006) |
Einwohner der Stadt Neskaupstaður |
Einwohner der Siedlung Reyðarfjörður |
Einwohner der Stadt Eskifjörður |
Einwohner der Siedlung Fáskrúðsfjörður |
Einwohner der Siedlung Stöðvarfjörður |
Einwohner der Siedlung Mjóifjörður |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1997 | 4.370 | 1.539 | 737 | 1.009 | 660 | 296 | |
| 2003 | 4.075 | 1.407 | 669 | 965 | 589 | 270 | |
| 2004 | 4.137 | 1.406 | 692 | 968 | 599 | 263 | |
| 2005 | 4.844 | 1.404 | 1.414 | 1.012 | 623 | 236 | |
| 2006 | 5.705 | 1.400 | 2.238 | 1.068 | 611 | 231 | |
| 2009[2] | 4723 | 1454 | 1098 | 1087 | 695 | 235 | |
| 2010[3] | 4.632 | 1.507 | 1.105 | 1.056 | 708 | 222 | 34 |
[Bearbeiten] Ehemalige Gemeinden
| Fjarðabyggð | Mjóifjörður | Fáskrúðsfjörður | Austurbyggð | |
|---|---|---|---|---|
| Gemeindenummer: | 7300 | 7605 | 7610 | 7619 |
| Fläche in km²: | 628 | 194 | 244 | 98 |
| Einwohnerzahl am 1. Dez. 1997: | 3.333 (Gebietsstand 1998) | 27 | 84 | 926 (Gebietsstand 2003) |
| Einwohnerzahl am 1. Dez. 2003: | 3.100 (Gebietsstand 1998) | 37 | 55 | 853 |
| Einwohnerzahl am 1. Dez. 2004: | 3.175 (Gebietsstand 1998) | 38 | 51 | 873 |
| Einwohnerzahl am 1. Dez. 2005: | 3.895 (Gebietsstand 1998) | 42 | 48 | 859 |
| Bevölkerungsveränderung 1997–2003: | –7% | +37% | –35% | –8% |
| Bevölkerungsveränderung 2003–2005: | +26% | +14% | –13% | +1% |
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Jyväskylä, Finnland
[Bearbeiten] von Fáskrúðsfjörður
Gravelines, Frankreich
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Gemeinde
- Vilhjálmur Einarsson (* 1934 in Reyðarfjörður), Leichtathlet
- Gerður Helgadóttir (1928–1975), Glasmalerin, Bildhauerin
[Bearbeiten] Literatur
[Bearbeiten] Sachbücher
- Nelson Cazeils: Pêcheurs d'Islande. Éditions Ouest-France, 2005 (Zu den französischen Islandfischern, französisch)
[Bearbeiten] Belletristik
[Bearbeiten] Zu den Islandfischern
- Pierro Loti: Pêcheur d'Islande. (1886; dt. Die Islandfischer)
[Bearbeiten] Weblinks
- Webpräsenz der Gemeindeverwaltung (isländisch)
- Eskifjördur und das Fischereimuseum
- Zu den Franzosen im Fáskrúðsfjörður (französisch)
- Roman Le pêcheur d'Islande von Pierre Loti (ebooks Gutenberg, französisch)
- Homepage der Mineralogischen Sammlung Petra Sveinsdóttir, Stöðvafjörður (englisch/isländisch)
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Hagstofa (Stat. Amt Islands); Zugriff: 1. September 2011
- ↑ http://www.statice.is/?PageID=1173&src=/temp_en/Dialog/varval.asp?ma=MAN03106%26ti=Population+in+urban+nuclei+by+sex+and+age+1+January+1998-2011+++++++%26path=../Database/mannfjoldi/Byggdakjarnar/%26lang=1%26units=Number
- ↑ Á uppleið In: Austurglugginn. Nr. 12, 9. Jahrgang, 26. März 2010, S. 1.
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