Stör (Elbe)

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Stör
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Störsperrwerk

Störsperrwerk

Daten
Gewässerkennzahl DE: 5976
Lage Deutschland, Schleswig-Holstein
Flusssystem Elbe
Abfluss über Elbe → Nordsee
Flussgebietseinheit Elbe
Quelle Bei Willingrade
54° 1′ 46″ N, 10° 6′ 45″ O54.02947222222210.112427777778
Mündung 4 km nordwestlich von Glückstadt in die Elbe53.8203144401739.393138885498Koordinaten: 53° 49′ 13″ N, 9° 23′ 35″ O
53° 49′ 13″ N, 9° 23′ 35″ O53.8203144401739.393138885498
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Länge 87 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 1781 km²[1]
Abfluss[1] MQ
21,7 m³/s
Linke Nebenflüsse Brokstedter Au, Mühlenbek, Bramau, Hörnerau, Krempau
Rechte Nebenflüsse Schwale, Aalbek, Bünzau, Mühlenbarbeker Au, Rantzau, Bekau, Wilsterau
Mittelstädte Neumünster, Itzehoe
Schiffbar ab Kellinghusen

Die Stör ([ˈʃtøɐ], regional [ˈstøːɛ], latinisiert Sturia) ist ein im Unterlauf durch Gezeiten beeinflusster rechter Nebenfluss der Elbe in Schleswig-Holstein. Vom Fließgewässertyp her handelt es sich um ein Marschengewässer.

Verlauf[Bearbeiten]

Die Stör entspringt ca. 15 km südöstlich von Neumünster bei Willingrade im Kreis Segeberg. Kurz nach ihrem Quellgebiet wird sie für die heute denkmalgeschützte Papiermühle aufgestaut.

Danach durchquert sie die Außenbezirke von Neumünster, den südlichen Kreis Rendsburg-Eckernförde sowie den Kreis Steinburg und mündet hier etwa 4 km nordwestlich von Glückstadt in die Elbe. In der Gemeinde Heiligenstedten erreicht sie die Marschebene; bereits ab Itzehoe beginnt ihr Verlauf zu mäandrieren. Der Fluss hat eine Länge von etwa 87 km und eine mittlere Wasserführung von 21,7 m³/s an der Mündung in die Unterelbe.

Störmäander in Heiligenstedten
Mäander in Landrecht/Stördorf

Von Itzehoe (Flusskilometer 53) bis zur Mündung ist die Stör für die professionelle Schifffahrt schiffbar, wobei diese aber an Bedeutung verliert. Die Sportschifffahrt dagegen benutzt die Stör auch noch oberhalb Itzehoe. Das 1975 zwei Kilometer oberhalb der Mündung erbaute Störsperrwerk schützt die Niederungen entlang der Stör vor den Auswirkungen von Sturmfluten. Das Bauwerk hat zwei je 22 m breite Schifffahrtsöffnungen mit Stemmtorverschlüssen.

Ebbe und Flut beeinflussen den Wasserstand der Stör auf mehr als der Hälfte ihrer Länge von ihrer Mündung bis oberhalb Kellinghusen (Flusskilometer 32); sie ist der einzige Nebenfluss der Unterelbe, in dem die Tidebewegung frei ausschwingt und die Tidegrenze nicht durch ein Querbauwerk festgelegt ist. Der mittlere Tidehub beträgt am Störsperrwerk etwa 2,75 Meter. Der tideunbeeinflusste Raum Kellinghusen bis zur Quelle hat ein Einzugsgebiet von 1.160 km²[2]. Das gesamte Einzugsgebiet umfasst 1.781 km².

Zuflüsse[Bearbeiten]

Zuflüsse sind im Oberlauf die Schwale (bei Flusskilometer 8), Aalbek (Flusskilometer 12), Bünzau (Flusskilometer 18), Brokstedter Au, Mühlenbek, Bramau (Flusskilometer 34,8), im Mittellauf die Hörnerau (Flusskilometer 35), Mühlenbarbeker Au, Rantzau (Flusskilometer 42,9), Moorwettern, Lübsche Wettern, Bekau (Flusskilometer 60) und im Unterlauf Große Feldwettern (r), Wilsterau (r, Flusskilometer 63,5), Kampritt Wettern (r), Klosterwettern (l), Groß-Kampen-Wettern (r), Altenfelder Wettern (r), Große Wettern (l), Neuenbrooker Wettern (l), Krempau (l, Flusskilometer 75,8) und die Wettern bei Wewelsfleth (r). Außerdem ist der Breitenburger Kanal mit der Stör verbunden (Flusskilometer 49,5).

Störquerungen[Bearbeiten]

Klappbrücke Heiligenstedten

Flussabwärts der Stadt Itzehoe gibt es nur wenige Störquerungen: Außer der Störbrücke der Bundesstraße 5 werden Wilster- und Krempermarsch nur noch durch die Klappbrücke in Heiligenstedten, die Störfähre Else in Beidenfleth und die über das Störsperrwerk verlaufende Bundesstraße 431 oberhalb der Störmündung miteinander verbunden.

Ehemalige Burganlagen[Bearbeiten]

An der Stör befanden sich verschiedene Niederungsburgen. Die ältesten sind die Burg Esesfeld bei Heiligenstedten und die Wittorfer Burg in Neumünster an der Einmündung der Schwale, die beide aus dem 9. Jahrhundert stammen. In den darauffolgenden Jahrhunderten wurden die Burg Itzehoe in der damaligen Störschleife in Itzehoe und die Breitenburg beim heutigen Schloss Breitenburg errichtet. Auch an den Nebenflüssen der Stör wurden Burgen gebaut, etwa die aus dem 9. Jahrhundert stammende Kaaksburg an der Einmündung der Mühlenau in die Bekau, die Burg Bori unterhalb der Einmündung der Höllenau in die Bünzau oder die Ende des 13. Jahrhunderts erbaute Steinburg an der Kremperau.

Rechtliche Einordnung[Bearbeiten]

Die Stör (St) ist eine 50,2 km lange[3] Bundeswasserstraße[4] im Zuständigkeitsbereich des Wasser- und Schifffahrtsamtes Hamburg von BWaStr-km 0,00 (Pegel Rensing) bis km 51,19 (Mündung in die Elbe bei km 678,51)[3].

1882 bis 1898 wurde die Stör unterhalb Itzehoe ausgebaut, es wurden Durchstiche, Kurvenabflachungen und Uferdeckwerke hergestellt. Weitere Maßnahmen erfolgten 1950 bis 1954.

Als Binnenwasserstraße des Bundes ist sie bis Itzehoe (km 23,70) nicht klassifiziert; von Itzehoe bis zu ihrer Mündung ist sie eine Binnenwasserstraße der Klasse III. Sie zählt zu den Binnenwasserstraßen, auf denen die Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung gilt.

Die Stör ist der Flussgebietseinheit Elbe nach § 1b Abs. 1 Nr. 6 WHG zugeordnet.[5]

Baumaßnahmen[Bearbeiten]

Nicht realisierte Baumaßnahmen[Bearbeiten]

Für den Bau des Eider-Kanals untersuchte man noch 1774 eine mögliche Trassenführung von Kiel zur Unterelbe, die durch die Stör führte. Hierfür sollte die glaziale Rinne aus Obereider, Bothkamper, Bordesholmer und Einfelder See genutzt werden. Nach der Wasserscheide am Einfelder See wäre die Unterelbe über die beiden Flüsse Schwale und Stör erreicht worden.[6]

Geplante Baumaßnahmen[Bearbeiten]

Im Bereich von Kellinghusen sind bauliche Maßnahmen geplant, um dem Hochwasser vorzubeugen. Für den Innenstadtbereich Itzehoes wird die Wiederöffnung der zugeschütteten Störschleife diskutiert.[7]

Wiederansiedlung des Störs[Bearbeiten]

Gedenkstein zum Versuch der Wiedereinbürgerung des Störs in Itzehoe

Seit 2009 wird versucht, den nahezu ausgestorbenen Europäischen Stör wieder anzusiedeln. Ein Gedenkstein im Itzehoer Stadthafen erinnert an das erstmalige Aussetzen von 53 Exemplaren im Rahmen des Störschipperfestes.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b http://www.ikse-mkol.org/uploads/media/IKSE-Elbe-und-ihr-Einzugsgebiet-2005-Kap4-11.pdf
  2. Umweltinformationen und Daten zur Hydrologie aus dem Einzugsgebiet der oberen Stör
  3. a b Längen (in km) der Hauptschifffahrtswege (Hauptstrecken und bestimmte Nebenstrecken) der Binnenwasserstraßen des Bundes, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  4. Verzeichnis E, Lfd.Nr. 56 der Chronik, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  5. Die Flussgebietseinheiten Deutschlands nach dem WHG
  6. Manfred Jessen-Klingenberg: Der Schleswig-Holsteinische Kanal - Eiderkanal. Vorgeschichte, Entstehung, Bedeutung. In: Mitteilungen der Kieler Gesellschaft für Stadtgeschichte. Bd. 85, Heft 3/2010, S. 118
  7. Private Initiative StörAuf e.V.
  8. Stör-Wanderung: Mini-Sender im Bauch

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Bielenberg: Das Entwässerungswesen. Die Stör. In: Heimatbuch-Kommission (Hrsg.): Heimatbuch des Kreises Steinburg. Bd. 2, Augustin, Glückstadt 1925, S. 297–304.
  • Walter C. Bröcker: Segelfahrten auf der Stör. In: Heimatbuch-Kommission (Hrsg.): Heimatbuch des Kreises Steinburg. Bd. 2, Augustin, Glückstadt 1925, S. 105–113.
  • M. Eckoldt (Hrsg.): Flüsse und Kanäle. Die Geschichte der deutschen Wasserstraßen. DSV-Verlag 1998.
  • Heimatverband für den Kreis Steinburg (Hrsg.): Steinburger Jahrbuch 2011. Die Stör im Kreis Steinburg. Itzehoe 2010.
  • Peter Janetzko: Das Störtal zwischen Itzehoe und Kellinghusen auf der Topographischen Karte 25 Nr. 2023 (Itzehoe). In: Heimatverband Kreis Steinburg (Hrsg.): Steinburger Jahrbuch 1977. Itzehoe 1976, S. 43–50.
  • Peter Janetzko: Der Tidegrenzbereich im Fluß-System von Stör und Bramau aus geologischer Sicht. In: Heimatverband Kreis Steinburg (Hrsg.): Steinburger Jahrbuch 1978. Itzehoe 1977, S. 157–163.
  • Helmut Temmler: Zur geologischen Entwicklung im Bereich der Itzehoer Neustadt seit der Eiszeit (Mittelpleistozän). Ein Beitrag zur Flußgeschichte der Stör. In: Heimatverband Kreis Steinburg (Hrsg.): Steinburger Jahrbuch 1973. Itzehoe 1972, S. 33–53.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stör – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Kategorie Stör – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien