Stützrad

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Stützrad ist ein Begriff aus der Fahrzeugtechnik. Stützräder sind in der Regel Hilfsräder, die zur regulären Bewegung eines Fahrzeugs nicht im Einsatz sind. Sie sollen verhindern, dass das Gefährt umfällt, bzw. bewirken, dass ein Fahrzeug im Stand gestützt wird. Zu unterscheiden davon sind die Sicherheitsräder - der Kippschutz - an Personenrollstühlen gegen das Nach-hinten-Kippen bei Bergauffahrt.

Bodenfahrzeuge[Bearbeiten]

Stützräder an einem Kinderfahrrad
Ladewagen mit Stützrad (links)

Stützräder finden sich - häufig eines je Seite - an folgenden Fahrzeugen:

  • Bei kleinen Fahrrädern für Kinder, erdacht zum Vermeiden des Umkippens beim Erlernen des Radfahrens. Der pädagogische Wert gilt als umstritten, da die Sturzgefahr am Gehsteigrand und an Straßenrinnen groß ist. Seit etwa dem Jahr 2000 sind sogenannte Laufräder für Kinder ab 2 Jahre erhältlich, wobei die Kinderbeine den Stützeffekt übernehmen.
  • Gefedert an Therapierädern für Menschen mit Gleichgewichts- oder Bewegungsstörungen.
  • An anderen Einspur-Fahrzeugen, zur Vermeidung des Umfallens im Stand (Siehe Ecomobile).
  • An Sattelaufliegern von Sattelzügen, um im Stand das Absatteln mittels der Stützen zu ermöglichen.
  • An Deichseln von Einachs-Anhängern wie Wohnwagen und Lastanhängern, um den Anhänger im Stand und abgekuppelt im Gleichgewicht zu halten.
  • Schneepflüge haben - hinter der Pflugkante - Stützräder oder Gleitkufen um das bodennahe Führen zu verbessern. Auch größere, seitlich-schräge Handschneepflüge gibt es mit 2 Rädern, die eine Seitenführungskraft aufbauen, um den Schnee eines Wegs durch Entlangfahren quer auf eine Seite zu verfrachten.
  • Bei landwirtschaftlichen Anbaugeräten (zum Beispiel bei einem Pflug) wird die Arbeitstiefe oft über ein Stützrad (Tastrad) bestimmt.

Stützräder an Kinderrädern sind fest neben dem Hinterrad angebracht; bei einer kleinen Seitenneigung (oder Bodenunebenheit) setzen sie auf. An den anderen Fahrzeugtypen sind sie beweglich bzw. höhenverstellbar angebracht oder (im Fall Ecomobile) am Ende ausschwenkbarer Stützarme.

Segelflugzeug[Bearbeiten]

Stützrad beim SF 25

Segelflugzeuge kennen verschiedenartige Stützräder:

  • Kleine unter den Tragflächenenden, um im Zuge der Landung beim letzten Ausrollen die eine zu Boden kippende Tragfläche abzustützen.
  • Selbststartfähige Motorsegler mit Stützrädern von 15 cm Durchmesser an einklappbaren Stützen unter den Tragflächenmitten brauchen beim Start keine mitlaufenden Helfer, die sonst die Tragflächenenden bis zum Erreichen von etwa 20 km/h waagrecht halten müssen. Rollt der Segler waagrecht sind beide Stützräder etwa 15 cm über dem Boden.
  • Zum Schleppen auch größerer Segler am Boden ohne Helfer wird an nur eine Tragfläche ein Stützrad mit etwa 50 cm Durchmesser geklemmt, unter dessen Gewicht sich der Segler auch etwas zu dieser Seite hin neigt und abstützt. Vorne trägt das mittige Hauptfahrwerk die Hauptlast. Im Bereich des kleinen unlenkbaren Heckrades wird ein Kuller montiert, so dass allein durch den Zug per Zugstange am Schlepphaken der Segler auch kurvig nachgezogen und sogar um seine Hochachse gedreht werden kann.

Weitere Anwendungen[Bearbeiten]

Castorrollen an einem Bürostuhl
  • Stützräder können weit ausladende Schiebe-, Dreh- und Falt-Tore unterstützen.
  • Es gibt Rolltritte und Stehleitern, deren Rollen zum unbelasteten Verfahren der Steighilfe dienen und die bei Belastung einfedern. Die Steighilfe steht dann fest auf den Beinen neben den Rollen. Die Stützräder größerer Gerüste werden mittels Schrauben- oder Hebelmechanik hoch oder tief gestellt.
  • Der oberste Teil einer Seilzugleiter rollt mithilfe von 2 Stützrädern die Hausfassade hinauf.
  • Stützrollen von Bürostühlen rollen leicht bei Belastung, doch bremsen den unbelasteten Sessel etwas.