St-Théodorit d’Uzès

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Der Kathedralturm oder Tour Fenestrelle
Die Kathedrale von Uzès
Skizze der Kathedrale von Uzès

Die Pfarrkirche Saint-Théodorit in Uzès im französischen Département Gard ist eine im 17. Jahrhundert an Stelle eines Vorgängerbaus errichtete ehemalige Kathedrale, die dem heiligen Priester und Märtyrer Theodoros von Euchaita († Antiochia, heute Antakya, Türkei) gewidmet ist. Sie diente bis zum Jahr 1792 dem Bischof von Uzès als Sitz.

Geschichte[Bearbeiten]

Das erste an diesem ehemaligen Standort eines gallo-römischen Tempels entstandene christliche Kirchengebäude wurde ab dem Jahr 1090 errichtet. Ob, wie angenommen, die Feudalherren von Uzès, die am 1. Kreuzzug (1095–1099) teilnahmen, Reliquien des heiligen Priesters und Märtyrers Theodoros von Euchaita in ihre Heimat mitbrachten, ist nicht belegt.[1]

Die Gestaltung dieses romanischen Gebäudes war von Cluny beeinflusst, wie auch die Kathedrale von Nîmes, die Abteikirche von Saint-Gilles und die Stiftskirche von Beaucaire. Es wurde während der Albigenserkriege im Jahr 1177 teilweise und erneut, diesmal zusammen mit dem Bischofssitz, zu Beginn der Religionskriege am 13. Mai 1563, schließlich – mit Ausnahme der unteren Geschosse des Tour Fenestrelle genannten Kirchturms – vollständig zerstört.

Der Wiederaufbau der Kathedrale und des Bischofssitzes wurde durch königliche Anordnung vom 28. November 1637 beschlossen. Es wurden 20.000 Pfund für das Gotteshaus und 10.000 für den Bischofssitz vorgesehen. Die benötigten 20.000 Pfund für die Kathedrale sollten durch eine für acht Jahre eingeführte Steuer von zwei Groschen pro Pfund Fleisch aufgebracht werden.

Die ursprünglich für drei Jahre vorgesehen Bauarbeiten dauerten zwanzig Jahre (16421663) und kosteten 62.000 Pfund. Der Aufbau des Bischofssitzes wurde erst im Jahr 1671 begonnen.

Die Tour Fenestrelle ist der einzige zylindrische Glockenturm Frankreichs.

Architektur und Mobiliar[Bearbeiten]

Mit ihrem geräumigen Chor, dem Bischofsstuhl, der sich bis zum Anfang des Gewölbes hochzieht, ihrem Chorgestühl, ihrem schmiedeeisernen Gitter und ihrem Gemälde von Pierre Subleyras war die Kathedrale von Uzès, nach Bischof Poncet de la Rivière (16771728) „die schönste in Südfrankreich“.

Im Jahre 1871 wurde die Vorderfront aus dem 17. Jahrhundert mit einer neuromanischen Fassade überdeckt. Das Innere des Gebäudes, von großer Einfachheit, ist toskanischen Stils.

Nach der Aufhebung des Bischofssitzes und des Domkapitels durch den Kirchenvertrag (Konkordat von 1801) musste das Innere der Kirche umgeändert und an den neuen Gottesdienst angepasst werden. So musste der Chor, der ursprünglich für den bischöflichen Gottesdienst gedacht war, sehr verkleinert werden.

Der Hauptaltar stammt aus dem 19. Jahrhundert. In der Apsis sieht man eine Kreuzabnahme, die von Ludwig XVIII. gestiftet wurde.

Die unteren Kirchenemporen wurden nach der Aufhebung des Edikts von Nantes gebaut, um die „Neubekehrten“ zu empfangen.

Der Altar links nach dem Taufstein stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist em Hl. Firmin geweiht, einem der Väter der Kirche von Uzès, der hier von 533 bis 553 Bischof war. Gegenüber ist rechts das Grabmal von Mgr. Bonaventure Baüyn, einem großen Bischof von Uzès im 18. Jahrhundert (17371779). In der Nähe des Sankt-Firmin-Altars sieht man in der Mauer die Stelle, an der früher eine Tür die Kathedrale mit dem Bischofssitz verband.

Die Hauptorgel[Bearbeiten]

Sie wurde ab 1660 gebaut und ist eine der schönsten Orgeln Frankreichs. Das aschgraue, teilweise vergoldete und fein geschnitzte Orgelgehäuse ist von Läden umrahmt. Einst wurden die Läden in der Fastenzeit zugeklappt, denn das Orgelspiel war in dieser Zeit des Liturgischen Jahres nicht erlaubt. Die Orgel hat 45 Register und 2'722 Orgelpfeifen. Sie wurde im Jahre 1964 restauriert. Die Disposition ist wie folgt:[2]

I Positif de dos C–f3
1. Bourdon 8'
2. Salicional 8'
3. Montre 4'
4. Flûte à cheminée 4'
5. Nazard 22/3'
6. Doublette 2'
7. Larigot 11/3'
8. Tierce 13/5'
9. Fourniture IV-V
10. Trompette 8'
11. Cromorne 8'
II Grand Orgue C–f3
12. Bourdon 16'
13. Montre 8'
14. Flûte 8'
15. Bourdon 8'
16. Prestant 4'
17. Flûte 4'
18. Grosse Tierce 31/5'
19. Nazard 22/3'
20. Quarte 2'
21. Tierce 13/5'
22. Cornet V
23. Fourniture IV
24. Cymbale III
25. Trompette 8'
26. Clairon 4'
III Récit C–f3
27. Gemshorn 8'
28. Bourdon 8'
29. Flûte 4'
30. Nazard 22/3'
31. Doublette 2'
32. Quarte 2'
33. Tierce 13/5'
34. Plein jeu III
35. Trompette 8'
36. Hautbois 8'
37. Voix humaine 8'
Pédale C–f1
38. Flûte 16'
39. Bourdon 16'
40. Principal 8'
41. Bourdon 8'
42. Flûte 4'
43. Bombarde 16'
44. Trompette 8'
45. Clairon 4'

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Neben ihrem Anführer Raymond de Saint-Gilles zogen Hélias de Blauzac, Hugues de Pouzilhac, Milon de Serviers, Adalbert de Lussan und Guillaume de Sabran als Kreuzritter in das gelobte Land
  2. Informationen zur Hauptorgel

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kathedrale von Uzès – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

44.0122222222224.4222222222222Koordinaten: 44° 0′ 44″ N, 4° 25′ 20″ O