St. Valentin (Niederösterreich)

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Sankt Valentin
Wappen von Sankt Valentin
St. Valentin (Niederösterreich) (Österreich)
St. Valentin (Niederösterreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Amstetten
Kfz-Kennzeichen: AM
Fläche: 45,72 km²
Koordinaten: 48° 10′ N, 14° 32′ O48.17472222222214.533333333333272Koordinaten: 48° 10′ 29″ N, 14° 32′ 0″ O
Höhe: 272 m ü. A.
Einwohner: 9.177 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 201 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 3350, 4300, 4482
Vorwahl: 07435
Gemeindekennziffer: 3 05 31
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 7
4300 St. Valentin
Website: www.st-valentin.at
Politik
Bürgermeister: Kerstin Suchan (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(33 Mitglieder)
21
9
2
1
21 
Von 33 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Sankt Valentin im Bezirk Amstetten
Amstetten Ardagger Aschbach-Markt Behamberg Biberbach Ennsdorf Ernsthofen Ertl Euratsfeld Ferschnitz Haag Haidershofen Hollenstein an der Ybbs Kematen an der Ybbs Neuhofen an der Ybbs Neustadtl an der Donau Oed-Oehling Opponitz Seitenstetten Sonntagberg St. Georgen am Reith St. Georgen am Ybbsfelde St. Pantaleon-Erla St. Peter in der Au St. Valentin Strengberg Viehdorf Wallsee-Sindelburg Weistrach Winklarn Wolfsbach Ybbsitz Zeillern Allhartsberg NiederösterreichLage der Gemeinde St. Valentin (Niederösterreich) im Bezirk Amstetten (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

St. Valentin[1] (auch Sankt Valentin) ist die westlichste Stadtgemeinde im Bundesland Niederösterreich in der Republik Österreich. Die Stadtgemeinde mit 9177 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) befindet sich im Mostviertel, genauer gesagt im Enns-Donau-Winkel und ist die zweitgrößte Stadt des Bezirks Amstetten.

Geografie[edit]

An das Gemeindegebiet von St.Valentin grenzen in Niederösterreich die Gemeinden Ennsdorf, St.Pantaleon/Erla, Strengberg, Stadt Haag und Ernsthofen. Auf oberösterreichischer Seite grenzen Enns und Kronstorf an, da die Gemeinde direkt an der Landesgrenze liegt. Das Zentrum liegt auf einer Höhe von 272 m. Das östliche Stadtgebiet wird vom Rohrberg eingenommen, der 400 m hoch ist. Die westliche Gemeinde-Grenze verläuft entlang des Enns-Flusses, von dem der Enns-Donau-Kanal zur Speisung des Kraftwerkes Pyburg abzweigt. In Thurnsdorf befindet sich ein Staudamm.

Gemeindegliederung[edit]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende sechs Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[2]):

  • Altenhofen (542)
  • Endholz (157)
  • Hofkirchen (210)
  • Rems (326)
  • St. Valentin (3285)
  • Thurnsdorf (4700)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Altenhofen, Endholz, Hofkirchen, Rems, St. Valentin und Thurnstorf.

Nachbargemeinden[edit]

Ennsdorf Ennsdorf, Sankt Pantaleon-Erla Sankt Pantaleon-Erla
Enns, Kronstorf Nachbargemeinden Strengberg
Ernsthofen Ernsthofen, Haag Haag

Geschichte[edit]

Der Name von Sankt Valentin stammt vom heiligen Valentin von Rätien. Erstmals wurde das Gemeindegebiet im 6. Jahrhundert von Bayern besiedelt. Um 700 verwüsteten Awaren die Siedlungen um Enns. Das erste Mal tauchen Kirche und Ort in der Stiftungsurkunde des nahen Erla-Klosters im Jahre 1050 auf – also sind Siedlung und Kirche wesentlich älter. Die erste Kirche/Kapelle dürfte schon in spät-römischer Zeit entstanden sein, da in den Außenwänden der Kirche römische Grabsteine vermauert sind. In den Jahren 1683 und 1736 vernichteten Brände einen Großteil des Ortskerns. 1938 wurde Ernsthofen aus dem Pfarrgebiet St.Valentins ausgegliedert.

Der Turm der Pfarrkirche St. Valentin

Seit 21. November 1858 verfügt St. Valentin über einen Bahnhof, gelegen an der Westbahn Wien–Salzburg. Weitere Bahnlinien, die später eröffnet wurden, sind die Bahnlinie über Steyr ins Ennstal (ursprünglich Kronprinz-Rudolf-Bahn–KRB genannt) sowie die Donauuferbahn. Um 1900 führte die steigende Einwohnerzahl zu Wohnungsknappheit in der Gemeinde. Der St. Valentiner Josef Stöckler gründete 1903 die erste Molkerei Niederösterreichs und 1906 den niederösterreichischen Bauernbund. Der Erhalt der weißen Lipizzaner für Österreich war 1918 sein Verdienst.

Ab 1939 war hier der Standort des Nibelungenwerkes (Ni-Werk), zur Produktion von Panzern für die Front. Etwa die Hälfte der Standard-Panzer (Pz IV) des Deutschen Reiches wurden hier hergestellt. Die Panzerplatten kamen aus den verbundenen Eisenwerken Oberdonau. Die Belegschaft wurde von etwa 10.000 KZ-Häftlingen aus Mauthausen verstärkt. Ab 1944 war die Gemeinde Ziel von Bombenangriffen. Am 20. August 1944 verfehlten die Bomben das Ni-Werk, am 23. März 1945 wurden 609 Sprengbomben über St. Valentin abgeworfen, die die Panzerfabrik schwer beschädigten. Am 7. Mai 1945 nahmen die Amerikaner die Gemeinde ein. Am 8. Mai 1945 übernahmen in St. Valentin die Russen das Kommando und errichteten am 11. Mai 1945 eine Militärkommandantur. Viele Bürger flohen noch vor der Sperrung der Enns-Brücke nach Oberösterreich in die amerikanische Besatzungszone.

Nach 1955 wurde St. Valentin Produktionsstandort der Steyr-Traktoren. 1983 erhob man die Gemeinde zur Stadtgemeinde, die wenige Jahre später mit Engel Spritzgussmaschinen einen neuen Großbetrieb ansiedeln konnte.

Seit 2006 ist St. Valentin der Sitz der Europazentrale des Traktorenkonzerns Case IH.

Bevölkerung[edit]

Bevölkerungsentwicklung[edit]


Sehenswürdigkeiten[edit]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in St. Valentin

Auf dem heutigen Gemeindegebiet St. Valentins gibt es zwei Pfarren und vier Kirchen, zwei davon Filialkirchen von St. Valentin.

Römische Grabsteine an der Mauer der Pfarrkirche St. Valentin
  • Pfarrkirche zum heiligen St. Valentin: Am bekanntesten ist die heutige Pfarrkirche zum St. Valentin. 1476 dürfte der Chorraum der heutigen Pfarrkirche errichtet worden sein, bis 1887 prägte ein keilförmiges Dach den Kirchturm. Zwischen 1867 und 1880 wurde die Kirche vom Linzer Dombauarchitekten Otto Schiemer in neugotischem Stil umgebaut. Die Innenausstattung wurde 2002 renoviert und gilt als sehr sehenswert.
  • Filialkirche zur heiligen Maria Magdalena in Rems: Die aus dem zweiten Viertel des 13. Jahrhunrts stammende Kirche war vermutlich ehemals die Kapelle einer älteren Burg. Die Kirche wurde um 1730 barockisiert. Die heutige Einrichtung der Kirche stammt aus der Zeit um 1900.[3]
  • Filialkirche zum heiligen Andreas in Hofkirchen: wurde vermutlich in der Spätgotik um 1500 errichtet. Ein Kruzifix an der Südseite des Langhauses stammt noch aus der Erbauungszeit. Der Rest der Kirche ist neugotisch.
  • Pfarrkirche zur heiligen Maria von der immerwährenden Hilfe: wurde in den Jahren 1955 bis 1957 im Ortsteil Langenhart erbaut.
  • Geschichtliches Museum St. Valentin: Das Geschichtliche Museum St. Valentin legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Bereiche Landwirtschaft, Handwerk und die St. Valentiner Ortsgeschichte. Darüber hinaus beinhaltet das Museum aufgrund der Stellung St. Valentins als Bahnknotenpunkt eine eigene Abteilung zur Geschichte der Eisenbahn. In regelmäßigen Abständen finden Sonderausstellungen zu den unterschiedlichsten Themenbereichen statt.
  • Statue des heiligen Valentin von Rätien: Auf dem Hauptplatz steht eine Statue des Namensgebers der Stadt.

Städtepartnerschaften[edit]

Sankt Valentin pflegt Partnerschaften seit dem 1. Juni 1988 mit dem 276 Einwohner zählenden Dorf Saint-Valentin im französischen Département Indre, sowie seit 1993 mit der tschechischen Stadt Pelhřimov (dt. Pilgrams). 1993 schloss es außerdem eine Städtepartnerschaft mit dem japanischen Sakutō, das jedoch 2005 in der neuen Stadt Mimasaka aufging, so dass diese die Funktion als Partnerstadt übernahm.[4]

Wirtschaft und Infrastruktur[edit]

Auf dem Gemeindegebiet befanden sich das Nibelungenwerk, die größte Panzerfabrik der Achsenmächte, später Werksteile des Steyr Daimler Puch Mischkonzerns und im Jahre 2012 der Autozulieferer Magna und der Landmaschinenhersteller CNH Global.

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 412, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 132. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 3.991. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 46,12 Prozent. Arbeitslose gab es am Ort im Jahresdurchschnitt 2003 46 Personen.

Verkehr[edit]

Bahnhof St. Valentin

In St.Valentin treffen die Donauufer- und die Rudolfsbahn auf die Westbahn, weshalb der örtliche Bahnhof ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt ist. Seit 2002 verläuft die Westbahn in Richtung Wien durch den Sieberg-Tunnel, der an Stadt Haag vorbeiläuft. Die A1 Westautobahn verläuft durch das Gemeindegebiet von Ost nach West, im Stadtteil Rems befindet sich ein Autohof und eine Raststation.

Weblinks[edit]

 Commons: St. Valentin (Niederösterreich) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[edit]

  1. Die amtliche Schreibweise ist festgelegt bzw. dargestellt im Gesetz über die Gliederung des Landes Niederösterreich in Gemeinden LGBl.Nr.1030–94 vom 9. Dezember 2011 und auf Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde
  2. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  3.  Bundesdenkmalamt Abteilung für Inventarisation und Denkmalforschung (Hrsg.): Niederösterreich südlich der Donau, Teil 2 (M-Z) (= Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs). Verlag Berger, Horn/Wien 2003, ISBN 3-85028-365-8, S. 2058-2059.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatÖsterreichisch-Japanische Beziehungen. Japanische Botschaft Österreich, abgerufen am 13. Juni 2013.