St.-Jakobi-Kirche (Neuende)

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St.-Jakobi-Kirche in Wilhelmshaven-Neuende

Die evangelisch-lutherische St.-Jakobi-Kirche ist die älteste Kirche des Wilhelmshavener Stadtteils Neuende.

Geschichte[Bearbeiten]

Die im romanischen Stil auf einer Wurt erbaute St.-Jakobi-Kirche ist nicht die erste Kirche in Neuende. Untersuchungen von Sommer 1973 bis Frühjahr 1974 ergaben, dass es wahrscheinlich eine in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaute Vorgängerkirche im Grundriss eines Apsissaals gegeben hat, die aber wahrscheinlich durch Krieg oder eine der großen Sturmfluten um 1362 (vgl. Zweite Marcellusflut) zerstört wurde. Etwa zur Zeit der Erbauung der Sibetsburg in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, etwa ab 1383 unter dem jeverschen Häuptling Edo Wiemken d.Ä., wurde die Kirche als Burgkapelle in einem Baugang als Apsis, Chor und Schiff errichtet. In päpstlichen Urkunden wird sie als „capella sancti Jacobi zu Insmerhave“, später „zu Nieyennede“ erwähnt. Der Turm wurde erst zum Ende des 15. Jahrhunderts zugefügt.

Wahrscheinlich noch aus der Vorgängerkirche stammt der in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts aus grauem Sandstein gefertigte 105 cm hohe, mit Ornamenten verzierte Taufstein.

Im Jahre 1647, neun Jahre nach dem Tod des Bildhauers Ludwig Münstermann, fertigte 1647 einer seiner Schüler die mit reichem Schnitzwerk verzierte Kanzel aus Eichenholz.

1664 wurden der Altar und die rechts und links davon stehenden Kniebänke angefertigt und in der Kirche aufgestellt.

Vom Turm der Neuender Kirche läuten heute zwei im Jahre 1969 gegossene Glocken. Der Platz für eine dritte ist noch frei. Frühere Glocken gingen verloren, zersprangen, oder mussten in Kriegszeiten abgegeben werden.

Rund um die Kirche befindet sich der alte Kirchhof mit einigen gut erhaltenen historischen Grabstelen und Grabkellern. Die Kirche, der Kirchhof und die alten Grabsteine stehen seit dem 7. Dezember 1949 unter Denkmalschutz.

Die alt-katholische Gemeinde Wilhelmshaven ist seit Februar 2013 Gast in den Räumlichkeiten der evangelisch-lutherischen St. Jakobi-Kirchengemeinde. Am 18. Februar 2013 wurde erstmals ein Gottesdienst der neugegründeten alt-katholischen Gemeinde in der St.-Jakobi-Kirche abgehalten.[1]

Literatur/Quellen[Bearbeiten]

  • Brune, Werner [Hrsg.]: Wilhelmshavener Heimatlexikon, 3 Bde., Brune, Wilhelmshaven 1986–1987.
  • Grunewald, Arthur [Hrsg.]: Wilhelmshaven, Tidekurven einer Seestadt, Lohse-Eissing, Wilhelmshaven 1969
  • Haiduck, Hermann: Kirchengrabung Neuende, in: Niedersächsische Denkmalpflege, Band 8: 1972-75, herausgegeben von Hans-Herbert Möller, August Lax Verlag, Hildesheim 1976, ISBN 3-7848-4048-5 [der Artikel über die Grabung in Neuende ist ebenfalls als separater fünfseitiger Sonderdruck aus dem achten Band erschienen].
  • Haiduck, Hermann: Zur Baugeschichte der mittelalterlichen Kirchen von Bant, Neuende und Heppens im heutigen Stadtgebiet von Wilhelmshaven, in: Archäologische Mitteilungen aus Nordwestdeutschland, Isensee, Oldenburg 2001, ISSN 0170-5776
  • Schlupper, Karl: Die Kirche zu Neuende als Bauwerk, Schmietenknop, Oldenburg 1957. (Unveränderter Reprint des vergriffenen Buches erhältlich im ev.luth. Gemeindebüro Neuende)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Unsere Gemeinde beim NDR-Fernsehen – erster Gottesdienst in Wilhelmshaven. Website der Alt-katholischen Gemeinde Hannover-Niedersachsen. Abgerufen am 19. Februar 2013.

53.5317222222228.0905277777778Koordinaten: 53° 31′ 54″ N, 8° 5′ 26″ O