Hauptkirche Sankt Katharinen (Hamburg)
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Sankt Katharinen ist eine der fünf Hamburger Hauptkirchen. Ihr Turmschaft aus dem 13. Jahrhundert ist – nach dem Leuchtturm von Neuwerk – das älteste aufrecht stehende Bauwerk Hamburgs. Sie liegt gegenüber der Speicherstadt an der Straße Bei den Mühren und ist herkömmlich die Kirche der Seeleute.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Die Kirche, erstmals in einer Urkunde von 1256 erwähnt, war der Mittelpunkt der Gemeinde auf den Elbinseln Grimm, Cremon, Brook, Wandrahm und Kehrwieder. Der Neubau des Langhauses wurde um 1450 abgeschlossen. Die dreischiffige gotische Pseudobasilika mit Chorumgang hat eine gegenüber dem Turm nach Norden verschobene Achse. Das Mittelschiff besitzt eine Höhe von 29 Metern.
Bis ins 16. Jahrhundert hatten die Schiffe einzelne Dächer, die von einem gemeinsamen Dach abgelöst wurden. Wegen des schlechten Baugrundes der Elbmarsch hat es zahlreiche Setzungen gegeben, die durch Maueranker abgefangen werden mussten, einer zeigt die Jahreszahl 1660. Der 1657 errichtete barocke Turmhelm mit mehreren Stufen trägt die Krone der heiligen Katharina. Sie wurde der Sage nach aus dem Goldschatz Klaus Störtebekers hergestellt.
Nach weitgehender Zerstörung während eines Bombenangriffs am 30. Juli 1943 blieben im Wesentlichen nur noch die Außenmauern und der Turmschaft erhalten. In den Jahren 1950 bis 1956 erfolgte die Rekonstruktion, aufgrund von Geldmangel der Gemeinde allerdings nur ungenügend. 1957 war der zerstörte, 116,7 Meter hohe Turm durch eine Stahlkonstruktion in der Form des 17. Jahrhunderts wiederhergestellt.
Als dem Hamburger Renommée-Projekt HafenCity nahegelegene und zuständige Kirche, wird sie seit dem Jahr 2007 umfassend saniert. Neben dem Neuaufbau der Strebepfeiler, dem Austausch von Mauerwerk, der Erneuerung des Kupferdachs wird auch die Wiederherstellung der 1943 zerstörten Orgel betrieben. Diese galt bereits im 16. Jahrhundert als das bedeutendste Instrument Hamburgs. Im 17. Jahrhundert wurde sie auf insgesamt 58 Register auf vier Manuale erweitert. Anfang des 18. Jahrhunderts war Johann Sebastian Bach (1685-1750) oftmals Gast in St. Katharinen, da er die Orgel sehr schätzte. Bis heute bekannt ist sein Orgelkonzert im Jahre 1720 vor den Honoratioren der Stadt, sein Orgelwerk Fantasie und Fuge g-moll geht auf dieses Ereignis zurück.
[Bearbeiten] Ausstattung
Die Innenausstattung der Kirche ist im Wesentlichen neu erschaffen. Die Kreuzigung Christi ist eine Malerei des Hamburger Malers Wilm Dedeke um 1500. Zwei Holzplastiken stammen aus dem 14. Jahrhundert und wurden neu erworben, sind aber aus süddeutscher Schule. Ebenfalls nicht erhalten blieben die 1908 von dem Hamburger Künstler und Heidemaler Hermann de Bruycker gestalteten Fenster.
Das Geläut besteht aus fünf Glocken mit den Schlagtönen f0, c1, e1, g1 und a1. Die große Glocke wurde im Jahre 1626 von Hans Nuessel gegossen und wiegt 6.500 kg. Sie ist die größte erhaltene Glocke des Gießers und erklingt in der Regel nur solistisch am Karfreitag und zu Beerdigungen. Die vier kleineren Glocken wurden im Jahre 1957 von Friedrich Wilhelm Schilling in Heidelberg gegossen.
Die Anbauten entsprechen dem ursprünglichen Charakter, sind aber in moderner Form ergänzt. Die barocken Türportale stammen aus alten Hamburger Kaufmannshäusern.
Hauptpastoren von Sankt Katharinen: Siehe Liste der Hamburger Hauptpastoren.
[Bearbeiten] Literatur
- Peter Stolt: Liberaler Protestantismus in Hamburg - im Spiegel der Hauptkirche St. Katharinen. Hamburg: Verlag Verein für Hamburgische Geschichte 2006 (Arbeiten zur Kirchengeschichte Hamburgs 25) ISBN 3-935413-11-4
[Bearbeiten] Weblinks
- Internetpräsenz Hauptkirche Stankt Katharinen
- Porträt der Gemeindeaktivitäten
- Informationen zur Rekonstruktion der Orgel (PDF-Datei; 328 kB)
53.5458333333339.9941666666667Koordinaten: 53° 32′ 45″ N, 9° 59′ 39″ O
St. Jacobi | St. Katharinen | St. Michaelis | St. Nikolai (neu) | St. Nikolai (alt) | St. Petri

