St. Blasien

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Dieser Artikel befasst sich mit der Stadt St. Blasien im Schwarzwald. Für andere Bedeutungen siehe Blasiuskirche.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt St. Blasien
St. Blasien
Deutschlandkarte, Position der Stadt St. Blasien hervorgehoben
47.7619444444448.1283333333333770Koordinaten: 47° 46′ N, 8° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Waldshut
Höhe: 770 m ü. NHN
Fläche: 54,36 km²
Einwohner: 3821 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 79837,
79875 (Luchle)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 07672,
07675 (Menzenschwand),
07755 (Teile von Albtal)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: WT
Gemeindeschlüssel: 08 3 37 097
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Kurgarten 11
79837 St. Blasien
Webpräsenz: www.st-blasien.de
Bürgermeister: Rainer Fritz
Lage der Stadt St. Blasien im Landkreis Waldshut
Aare Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Lörrach Landkreis Konstanz Landkreis Tuttlingen Schwarzwald-Baar-Kreis Albbruck Bad Säckingen Bernau im Schwarzwald Bonndorf im Schwarzwald Dachsberg (Südschwarzwald) Dettighofen Dogern Eggingen Görwihl Grafenhausen Häusern Herrischried Höchenschwand Hohentengen am Hochrhein Ibach (Schwarzwald) Jestetten Klettgau (Gemeinde) Küssaberg Lauchringen Laufenburg (Baden) Lottstetten Murg (Hochrhein) Rickenbach (Hotzenwald) St. Blasien Stühlingen Todtmoos Ühlingen-Birkendorf Waldshut-Tiengen Wehr (Baden) Weilheim (Baden) Wutach (Gemeinde) Wutöschingen Schweiz RheinKarte
Über dieses Bild

St. Blasien ist eine Stadt in Baden-Württemberg und gehört zum Landkreis Waldshut. Der Ort entstand um das Kloster St. Blasien.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der heilklimatische und Kneipp-Kurort St. Blasien liegt im Südschwarzwald südlich des Schluchsees im Albtal. Das Gemeindegebiet erstreckt sich von 600 Meter über NN bis zum 1349 Meter hohen zum Feldbergmassiv gehörenden Spießhorn.

Flächennutzung[Bearbeiten]

Etwa 77 Prozent der Gemeindefläche bestehen aus Wald, 16 % werden landwirtschaftlich genutzt, der Rest ist Siedlungs- und Verkehrsfläche.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

St. Blasien grenzt im Norden an die Gemeinden Feldberg und Schluchsee im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, im Osten an Häusern und Höchenschwand, im Süden an Dachsberg und im Westen an Ibach und Bernau im Schwarzwald.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Luftaufnahme der Klosteranlage St. Blasien
Dom St. Blasius, Meisterwerk des Frühklassizismus
St. Blasien Ortszentrum. Kaufhaus im ehemaligen Kurortbaustil

Zur Stadt St. Blasien gehören die früher selbstständigen und in den 1970er Jahren eingemeindeten Gemeinden Immeneich, Menzenschwand und Schlageten. Zur ehemaligen Gemeinde Immeneich gehören die Dörfer Immeneich und Niedermühle. Zur ehemaligen Gemeinde Menzenschwand gehören die Dörfer Menzenschwand-Hinterdorf und Menzenschwand-Vorderdorf. Zur Stadt St. Blasien in den Grenzen von vor der Gemeindereform der 1970er Jahre gehören die Stadt St. Blasien, die Höfe Glashof, Windberghof und Wolfsboden und die Häuser In der Schmelze, Im Hüttlebuck und Glashofsäge. Zur ehemaligen Gemeinde Schlageten gehören das Dorf Schlageten, die Weiler Eckartschwand, Lehenwies, Luchle, Niedingen und Unterbildstein und die Zinken Ballenberg und Unterkutterau.[2]

Die ehemaligen Gemeinden Schlageten und Immeneich bilden heute den St. Blasier Ortsteil Albtal.[3]

Stadtteile von St. Blasien und deren Einwohnerzahl:[4]

Stadtteil Einwohnerzahl
St. Blasien 2.659
Menzenschwand 562
Albtal 404
Stadt St. Blasien 3.625

(Stand: 1. Januar 2014)

Geschichte[Bearbeiten]

St. Blasien an der Muchenländerstraße 1867
St. Blasien 1906

Klostergeschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 858 wurde erstmals ein Benediktinerkloster im heutigen St. Blasien erwähnt (Kloster St. Blasien). Die Geschichte der Stadt ist auf das Engste mit der des Klosters verknüpft. Das Kloster war ab dem späten Mittelalter eines der wichtigsten im süddeutschen Sprachraum. Eine große Blüte erlebte das Kloster mit Fürstabt Martin Gerbert, der ihm von 1764 bis 1793 vorstand. Martin Gerbert ließ ab 1771 die eindrucksvolle Kuppelkirche nach Plänen des Architekten Pierre Michel d’Ixnard und Nicolas de Pigage und Bauleiter Franz Josef Salzmann im Stil des Klassizismus erbauen. 1806 wurde das Kloster säkularisiert. Die letzten Mönche übersiedelten auf Umwegen mit Kunstschätzen, darunter dem Adelheid-Kreuz sowie den Gebeinen von 12 Habsburgern zum Stift St. Paul im Lavanttal in Kärnten. Der neue Großherzog von Baden, Friedrich I. entschied am 26. September 1808, es sei zu prüfen, ob es nicht ratsam sei, den im Unterhalt kostspieligen Dom abzubrechen und aus dem Erlös eine schlichtere, mit geringen Ausgaben zu unterhaltende Pfarrkirche zu erstellen.[5] Dazu kam es aber letztlich nicht.

1809 begann der Züricher Mechaniker und Erfinder Johann Georg Bodmer die ehemaligen Klostergebäude zu nutzen, indem er eine der ersten Maschinenfabriken Deutschlands (Spinnereimaschinen) einrichtete. Nachdem mit David von Eichthal ein potenter Geldgeber gefunden war, erhielt die Societé St. Blaise vom Land Baden für 10 Jahre die kostenlosen Nutzungsrechte für die Gebäude übertragen, in denen nun auch eine mechanische Spinnerei betrieben wurde. Das Unternehmen fertigte Handfeuerwaffen (Badische Gewehrfabrik), deren roh geschmiedete Einzelteile erstmals mit Spezialmaschinen weiterbearbeitet und in Serie gefertigt werden konnten und stellte moderne Münzprägemaschinen für die Mannheimer Prägeanstalt her. Es wurden Versuche mit einem für die damalige Zeit völlig neuartigen Hinterladersystem für Kanonen durchgeführt und Bodmer experimentierte bereits mit einer frühen Form eines Förderbandsystems. 1816 beschäftigte die Fabrik 809 Personen und war damit eines der frühindustriellen Hochzentren des jungen Landes Baden.[6] 1821 kaufte der Investor Freiherr David von Eichthal nach dem Rückzug von Bodmer aus dem Betrieb den Gebäudekomplex. Er ließ durch den Franzosen Benoit Fourneyron die zu dieser Zeit europaweit leistungsstärkste Wasserturbine (40 PS) installieren und baute die Baumwollspinnerei weiter aus. Im Jahr 1835 wurden 28.000 Spindeln am Standort betrieben, was rund einem Viertel der Produktion von ganz Baden entsprach.[7]. Dennoch lief das Unternehmen wirtschaftlich erfolglos. In der Folge der Bankenkrise in Frankfurt und Karlsruhe sowie der Revolution von 1848/1849 kam die Fabrik zum Erliegen. Die Klostergebäude wurden 1852 an den Schopfheimer Textilfabrikanten Carl Wilhelm Grether und den Augsburger Bankier Obermaier versteigert. Unter der Leitung von Grethers Schwiegersohn Ernst Friedrich Krafft wurde ab 1853 die Baumwollspinnerei neu errichtet und entwickelte sich zu einem über Jahrzehnte florierenden Unternehmen. Krafft konnte auch nach dem großen Brand des Klosters 1874 die Spinnerei wieder aufbauen und erfolgreich führen. Erst im Oktober 1931 ging die Spinnerei im Zuge der Weltwirtschaftskrise in Konkurs.

Von 1934 bis 1939 war und von 1946 an ist erneut das renommierte, von Jesuiten geleitete Kolleg St. Blasien mit Internat im Kloster untergebracht. Während des Krieges 1939 bis 1945 wurden die Gebäude als Lazarett genutzt.

Das Kurhaus – Aufschwung zum Kurort mit Weltruf[Bearbeiten]

Kurhaus um 1900

1882 begann der Geschäftsmann Otto Hüglin mit dem Bau des Kurhauses, einem zentral gelegenen Gebäude samt weiteren Häusern, das Hüglin im Lauf des ersten Jahrzehnts zu einem prestigeträchtigen, kolossalen Etablissement ausbaute, das über allen Komfort der Neuzeit verfügte. 300 Personen konnten in etwa 200 Zimmern Unterkunft finden. Für die medizinische Leitung gewann Hüglin Hermann Determann, der das Haus in eine damals hoch perfektionierten Kur- und Wasserheilanstalt überführte. Wie erst 2014 durch umfangreiche Recherchen wieder bekannt wurde,[8] fanden sich Mitte der 1880er Jahre bis nach dem Ersten Weltkrieg im Kurhaus St. Blasien Berühmtheiten aus der ganzen Welt vielfach zu mehrwöchigen Behandlungen ein. Unter ihnen waren etwa der Pianist und Gründer der Berliner Philharmoniker, Hans von Bülow (1893), dem auch das berühmte Erste Klavierkonzert von Tschaikowsky gewidmet ist, ebenso der damals weltberühmte polnische Pianist Józef Hofmann, der bereits 1867 im Alter von zehn Jahren in New York sein legendäres Debut gegeben hatte, der 15-jährige Zarenprinz Gawriil Konstantinowitsch Romanow aus St. Petersburg (1902), der Dramatiker und meistgespielte Bühnenautor seiner Zeit, Hermann Sudermann (1903), der Leiter des Deutschen Theaters in Berlin Otto Brahm (1903), der Großindustrielle und damals einer der reichsten Männer Deutschlands Hugo Stinnes (1903), der Forschungsreisende Eugen Wolf (1903), der Worpsweder Maler Fritz Mackensen (1905), der Großherzog von Luxemburg, Wilhelm IV. mit Frau (1906), der Schriftsteller Stefan Zweig aus Wien (1909), Paul Warburg aus New York, Sohn der Hamburger Bankiersfamilie und Mitgründer US-Federal Reserve Bank (1910), die Familie (Frau und Sohn) des Russen Leon Sidelksy aus Wladiwostock, Miterbauer der Transsibirischen Eisenbahn (1913), Konrad Adenauer, damals designierter Oberbürgermeister von Köln (1917) und viele weitere bekannte Namen aus Politik, Wissenschaft, Literatur und Kunst aus dem In- und weltweiten Ausland.[5]

St. Blasien. Werbeplakat aus der Kurortzeit 1913

Im Lauf der Expansion des Kurhausbetriebs und des parallelen Aufstiegs des Sanatoriums St. Blasien zu einer europaweit bekannten medizinischen Institution kam es auch dort zu Genesungsaufenthalten von Berühmtheiten, so etwa des Schriftstellers Heinrich Mann (1892), des russischen Revolutionärs Maxim Gorki (1921), der auf Empfehlung des vor dem Ersten Weltkrieg in Zürich weilenden Lenin nach St. Blasien kam. Der Ort zog in seiner einzigartigen Verbindung von hochmodernem Kurbetrieb, weltstädtischem Flair und der fernen Abgeschiedenheit sowie romantischen Lage im Hochschwarzwald auch den Großherzog von Baden, Friedrich I., und seine Gattin Luise zwischen 1870 und 1906 oftmals zum Ausspannen in der nach ihnen benannter Friedrich-Luisen-Ruhe an.[9] Dabei erhielt St. Blasien vom Großherzog sowohl 1897 die Stadtrechte als auch später seine Zustimmung für die endgültige Renovierung der Kuppelkirche. Im September 1918 hielt sich Prinz Max von Baden in St. Blasien auf, der letzte Reichskanzler des Kaiserreichs, der in dieser Funktion nur wenige Wochen später in Berlin eigenmächtig die Abdankung Wilhelms II. verkündete.

Zu den frühesten berühmten Persönlichkeiten, die St. Blasien im 19. Jahrhundert besuchten, gehörten zudem der am Vorabend der 1848er Revolution liberal denkende Journalist und Literaturkritiker Ludwig Börne (1832), der Komponist Felix Mendelssohn Bartholdy mit seiner Frau Cécile auf Hochzeitsreise 1837 sowie der spätere US-Präsident Franklin Delano Roosevelt, der sich bis zu seinem vierzehnten Lebensjahr mehrfach mit seinen Eltern in St. Blasien aufhielt, Wanderungen und Radtouren unternahm und 1905 einen Teil seiner Flitterwochen vor Ort verbrachte. Als eine der letzten Bekanntheiten hielt sich der weltberühmte Opernsänger Heinrich Schlusnus mit seiner Frau während des Kriegsendes 1945 in St. Blasien auf. Nach dem Verkauf des Kurhauses und der Auflösung der Hotel und Kurhaus St. Blasien AG durch Otto Hüglin und seinen Sohn Albert Hüglin im Jahr 1925 nahm der bis dahin erreichte Glanz der Stadt sukzessive ab.[10]

Lungensanatorium[Bearbeiten]

Hauptartikel: Sanatorium St. Blasien
Hauptartikel: Klinik St. Blasien

1882 eröffnete der Lungenarzt Dr. Haufe das Sanatorium St. Blasien mit Behandlungsschwerpunkt Schwindsucht, heute überwiegend Tuberkulose genannt. Gegen alle Widerstände, auch der ortsansässigen Bevölkerung aus Angst vor der Schwindsucht und dem damit verbundenen Gewinnausfall durch Wegbleiben der Sommergäste, konnte St. Blasien bis heute seinen weitreichenden Ruf als Lungenkurort erhalten.

Verkehrswege und Gemeindereform[Bearbeiten]

Der Bereich um St. Blasien war 1929 der einzige Teil Badens, der ein Gebiet mit einer Entfernung von über 15 Kilometer ohne Bahnanschluss aufwies.[11] Da die Dreiseenbahn nicht wie geplant bis nach St. Blasien fortgeführt wurde, besaß St. Blasien zwar bis vor ein paar Jahren einen Bahnhof, aber nie einen Schienenanschluss.[12]

Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurde am 1. Juli 1974 die Gemeinde Menzenschwand eingemeindet. Am 1. Oktober 1974 wurde die Gemeinde Albtal eingemeindet, die am 1. Januar 1971 durch Vereinigung der Gemeinden Immeneich und Schlageten gebildet worden war.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
 %
60
50
40
30
20
10
0
55,6 %
31,3 %
13,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+5,6 %p
-4,5 %p
-1,2 %p

Die Stadt ist Sitz des Gemeindeverwaltungsverbands St. Blasien, dem außer der Stadt die Gemeinden Bernau, Dachsberg, Häusern, Höchenschwand, Ibach und Todtmoos angehören.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 50,7 % (− 2,3 Prozentpunkte) zu folgendem Ergebnis:[13]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze +/–
CDU 55,6 % 6 ± 0
FWG 31,3 % 4 − 1
SPD 13,1 % 2 + 1

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: In Blau ein linkshin springender goldener Hirsch.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

St. Blasien pflegt partnerschaftliche Beziehungen zu

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Das Innere des Doms
Torgebäude der alten Abtei
Prachtbau der alten Abtei
Hauptartikel: Dom St. Blasien

Nach einer Brandkatastrophe 1768 errichtete der Architekt Pierre Michel d’Ixnard (1768–1781) eine neue Abteikirche im frühklassizistischen Stil. Der Kuppelbau ist mit 36 Metern im Durchmesser und 62 Metern Höhe der drittgrößte seiner Art in Europa.[14]

Hauptartikel: Klinik St. Blasien

1892 wurde das Sanatorium St. Blasien errichtet, welches sich in den folgenden Jahrzehnten zu einer der bekanntesten Lungenheilstättein Deutschlands entwickeln sollte. Unter den prominenten Patienten war Maxim Gorki, der hier vom Dezember 1921 bis zum April 1922 behandelt wurde.[15]. Noch heute ist die Lungenfachklinik St. Blasien über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannt. Das Behandlungsspektrum umfasst alle Formen der Lungenerkrankungen wie chronische Bronchitis, Asthma bronchiale, Lungentumore, Schlafmedizin und Beatmungsmedizin. Ebenso werden Tuberkulosekranke hier behandelt. Sehenswert sind hier neben dem historischen großen Speisesaal und dem historischen Krankenzimmer die einzelnen Kaminzimmer und der Wandelgarten.

Feldbergklinik Dr. Asdonk

Im Jahr 1930 errichteten Gebäude des „Fürstabt-Gerbert-Hauses“, einer ehemaligen Lungenfachklinik, ist seit 1983 die Feldbergklinik Dr. Asdonk beheimatet. Sie wurde bereits 1973 von Dr. Johannes Asdonk gegründet und ist die erste Fachklinik der Welt, die sich auf die Behandlung von Lymphabflussstörungen und Ödemkrankheiten spezialisiert hat. Das Gebäude der Feldbergklinik, in der bis heute Patienten mit Ödemen aller Art behandelt werden, ist mit seinen großen zusammenhängenden Balkonflächen charakteristisch für die Bauform der in den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts entstandenen Klinikeinrichtungen für die Durchführung der Klima- und Heliotherapie.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Die internationalen Sommerkonzerte im Dom, jeweils von Ende Juni bis Anfang September, mit berühmten und bekannten Chören, Musikensembles und Organisten, die Klosterkonzerte im Festsaal des Kollegs und der Internationale Holzbildhauerwettbewerb. Im Abstand von mehreren Jahren finden aufwändig inszenierte Domfestspiele statt.[16]

Gericht und Einrichtungen[Bearbeiten]

Das Amtsgericht St. Blasien gehört zum Landgerichtsbezirk Waldshut-Tiengen und Oberlandesgerichtsbezirk Karlsruhe und ist das kleinste und nach dem in Titisee-Neustadt höchstgelegene Amtsgericht in Deutschland.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Personen mit Verbindung zur Stadt[Bearbeiten]

  • Reginbert von Seldenbüren († um 962 in St. Blasien), legendärer Gründer des Klosters St. Blasien.
  • Martin Gerbert (1720–1793), Benediktinermönch und Fürstabt, entwickelte das Kloster St. Blasien zu einem Zentrum methodischer Geschichtsforschung und leitete den Wiederaufbau nach dem Brand von 1768.
  • Ernst Friedrich Krafft (1823–1898), Unternehmer und Politiker
  • Alfred von Tirpitz (1849–1930) Großadmiral, lebte ab 1905 zeitweise in St. Blasien, Ehrenbürger 1916.
  • Otto Hüglin (1857–1943), Erbauer des Kurhauses St. Blasien
  • Theodor Däubler (1876–1934), Schriftsteller, starb in St. Blasien.
  • Adolf Bacmeister (1882–1945), Chefarzt der Lungenfachklinik St. Blasien und Flottenarzt der Reserve.
  • Heinz Loßnitzer (1904–1964), Meteorologe, leitete von 1927 bis 1933 die Wetter- und Sonnenwarte St. Blasien.
  • Johannes Asdonk (1910–2003), praktischer Arzt und Gründer der Feldbergklinik, die er von 1973 bis 1984 leitete. Pionier der modernen Lymphologie, erhielt 1986 aufgrund seiner Verdienste das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und wurde 1987 zum Ehrenpräsidenten der Deutschen Gesellschaft für Lymphologie ernannt.
  • Bernd Guggenberger (* 1949 Blasiwald), Abitur am Kolleg St. Blasien, Politikwissenschaftler, Soziologe, Essayist und bildender Künstler

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 1008–1012
  3. http://stadt.stblasien.de/St.-Blasien/Zahlen-Daten-und-Fakten-der-Stadt-St.-Blasien
  4. http://stadt.stblasien.de/St.-Blasien/Zahlen-Daten-und-Fakten-der-Stadt-St.-Blasien
  5. a b Bernhard Steinert: St. Blasier Land. Berichte und Dichtungen um eine Landschaft und ihre Geschichte. St. Blasien 1987.
  6. Barbara Baur: Letztes Jahr in St. Blasien. Die Geschichte eines Kurorts und seiner prominenten Gäste, Münster 2014.
  7. Barbara Baur: Letztes Jahr in St. Blasien. Die Geschichte eines Kurorts und seiner prominenten Gäste, Münster 2014.
  8. Barbara Baur: Letztes Jahr in St. Blasien. Die Geschichte eines Kurorts und seiner prominenten Gäste, Münster 2014.
  9. St. Blasien, Großherzogliche Erinnerungen, Südkurier, vom 10. März 2004,[1]
  10. Barbara Baur. Letztes Jahr in St. Blasien. Die Geschichte eines Kurorts und seiner prominenten Gäste, Münster 2014
  11. Johann Hansing: Die Eisenbahnen in Baden. Ein Beitrag zur Verkehrs- und Wirtschaftsgeschichte, Fleischhauer & Spohn, Stuttgart 1929, S. 61
  12. vergessene-bahnen.de: Bahnhof St. Blasien, Zugriff am 5. November 2009
  13. Badische Zeitung, 26. Mai 2014
  14. Schnell Kunstführer Nr. 555: St. Blasien/Schwarzwald. Regensburg 2001, Seite 7. ISBN 3-7954-4017-3.
  15. Klaus Hockenjos: "Maxim Gorki im Schwarzwald" Zeitschrift des Breisgau-Geschichtsvereins "Schau-ins-Land" Freiburg 2013, S.107-114. ISSN 1434-2766.
  16. http://www.domfestspiele-stblasien.de

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: St. Blasien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien