St. Cäcilien

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Köln, St. Cäcilien
Grundriss von St. Cäcilien
Der Totentanz an der Westfassade, gesprüht von Harald Naegeli. 1989 erneuert durch den Künstler zum 150. Geburtstag des Kölnischen Kunstvereins[1].

St. Cäcilien ist eine von zwölf großen romanischen Kirchen in der Altstadt Kölns, deren Erforschung und Erhaltung vom Förderverein Romanische Kirchen Köln unterstützt wird. St. Cäcilien beherbergt seit dem Jahre 1956 das städtische Museum Schnütgen für mittelalterliche Kunst.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Bei dem staufischen Bau handelt es sich um eine heute turmlose dreischiffige Pfeilerbasilika. Sie besitzt kein Querschiff. Das südliche Seitenschiff schließt mit einer runden Apsis ab. Das nördliche Seitenschiff mündet dagegen in eine 1479 an Stelle der ursprünglichen Apsis angelegte Sakristei. Im Chor des Mittelschiffs finden sich noch Fresken, die allerdings nur noch schwer erkennbar sind, da sie bei den schweren Schäden im Zweiten Weltkrieg stark in Mitleidenschaft gerieten. Der flachen Holzdecke des Mittelschiffs stehen Kreuzgratgewölbe der Seitenschiffe zur Seite. Das zu Ehren der Hl. Cäcilie geschaffene Tympanon – heute in Kopie über dem Nordportal, als Original im Besitz des Museums – stammt von 1160. Der Fränkische Bogen vom ehemaligen Kreuzgang ist noch ein Relikt des ottonischen Vorgängerbaus.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ursprung des Kirchenbaus geht auf ein im späten 9. Jahrhundert gegründetes gleichnamiges Damenstift zurück. Lange wurde vermutet, dass an dieser Stelle der erste Kölner Dom stand. Ausgrabungen haben diese Überlieferung allerdings ausschließen können. Es wurden vielmehr Grundmauern einer rechteckigen Kirche gefunden, die wahrscheinlich zum Damenstift gehörte. Nach den Urkunden zur schwierigen wirtschaftlichen Lage des Stifts im 10. Jahrhundert vermachte Erzbischof Brun diesem im Jahre 965 testamentarisch 50 Pfund Silber für die Vollendung des Kirchenbaus. Um diese Zeit wurde anscheinend auch zur Aufbewahrung von Reliquien die im Westen der Kirche 1970 wieder errichtete Krypta erstmals angelegt. Der ottonische Kirchenbau musste allerdings im 12. Jahrhundert einem staufischen Neubau weichen. Der Bau unterscheidet sich in seiner bescheidenen Gestaltung deutlich von den anderen großen romanischen Kirchen Kölns.

1474 wurde das Gebäude den Augustinerinnen des niedergelegten Klosters Maria zum Weiher zur Verfügung gestellt. Sie veranlassten die Anlage der Sakristei und ersetzten die romanische Holzdecke des Mittelschiffs durch ein Gewölbe, das nach der Kriegszerstörung nicht erneuert wurde. Das ursprünglich zum Damenstift gehörige Gemälde „Madonna mit dem Veilchen“ aus der Werkstatt von Stephan Lochner gehört heute zum Bestand des Erzbischöflichen Diözesanmuseums. Das der Stiftskirche benachbarte Klostergebäude wurde nach der Konventsauflösung im 19. Jahrhundert nieder gelegt. An seine Stelle trat das erste Kölner Krankenhaus, dem St. Cäcilien lange als Kirche diente. Der ehemalige Haupteingang wurde mit der Westfassade nach dem Klosterabriss ebenfalls zu dieser Zeit im neoromanischen Stil neu gebaut. Heute ist er vermauert. 1980 sprühte der Sprayer von Zürich, Harald Naegeli, dort seinen Totentanz.[1] Dieses Werk steht heute unter Denkmalschutz.

Zu Weihnachten und am Jahrestag der Heiligen Cäcilie wird in der Kirche eine Messe gefeiert.

Äbtissinnen des Damenstifts[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • St. Peter und St. Cäcilien in Köln von Heinz Firmenich, 1976 - ISBN 3880940185
  • Das Kloster Maria zum Weiher vor Köln (1198-1474) und sein Fortleben in St. Cäcilien bis zur Säkularisation von Irene Gückel - ISBN 392297743X
  • Sabine Czymmek, Die Kölner romanischen Kirchen, Schatzkunst, Bd. 1, Köln 2008 (=Colonia Romanica, Jahrbuch des Fördervereins Romanische Kirchen Köln e. V., Bd. XXII, 2007), S. 123-128 (ISBN 978-3-7743-0422-2)
  • Ulrich Krings und Otmar Schwab: "Köln: Die Romanischen Kirchen. Zerstörung und Wiederherstellung." Stadtspuren - Denkmäler in Köln, Bd. 2. Köln 2007. J.P. Bachem. ISBN 978-3-7616-1964-3.
  • Ulrich Krings: "St. Cäcilien. Das frühstaufische Bauwerk aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. Seine Gestalt und die Geschichte seiner späteren Veränderungen." In: Hiltrud Kier und Ulrich Krings (Hrsg.): "Köln: Die Romanischen Kirchen. Von den Anfängen bis zum Zweiten Weltkrieg." Stadtspuren - Denkmäler in Köln, Bd. 1. Köln 1984, S. 235 - 255. (J.P. Bachem, ISBN 3-7616-0761-x).
  • Jürgen Kaiser (Text) und Florian Monheim (Fotos): Die großen romanischen Kirchen in Köln, Greven Verlag, Köln 2013, ISBN 978-3-7743-0615-8, S. 50–61.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Walter Geis: Westfassade St. Cäcilien. In: Förderverein Romanische Kirchen Köln e. V. (Hrsg.): Colonia Romanica. Nr. VIII, Köln 1993, ISSN 0930-8555, S. 121.
  2. P. Maurus Kinter: Studien und Mitteilungen aus dem Benedictiner- und dem Cistercienser-Orden. IV. Jahrgang, II. Band, Würzburg, Wien 1883, Seite 178 ff (PDF, 36 MB bei Internet Archive).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: St. Cäcilien (Köln) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

50.9346666666676.9515555555556Koordinaten: 50° 56′ 5″ N, 6° 57′ 6″ O