St. Georg (Köln)
St. Georg ist eine der zwölf großen romanischen Basiliken in der Altstadt Kölns, deren Erhalt vom Förderverein Romanische Kirchen Köln unterstützt wird. Mit dem Bau der ehemaligen Stiftskirche wurde bereits 1059 begonnen.
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Geschichte [Bearbeiten]
St. Georg steht an der Stelle einer unmittelbar vor den römischen Mauern gelegenen römischen Benefiziarier-Wache, von wo aus der Verkehr zwischen Bonn und dem Südtor der Kolonie überwacht wurde.
Vermutlich zur Zeit der Merowinger (5. bis 8. Jahrhundert) wurde auf einem Teil der Fundamente das Cäsarius-Oratorium gebaut. An der Stelle des Oratoriums steht seit den 1930er Jahren der Kreuzaltar.
Im 11. Jahrhundert kommt es unter Erzbischof Anno II. (1056–1075) in der vor den Mauern liegenden Gemarkung Oversburg zum Bau einer dreischiffigen Säulenbasilika samt Querbau. Die Seitenschiffe des Querbaus besaßen Tonnengewölbe, während das Langhaus von einer Holzdecke abgeschlossen wurde. Der ursprüngliche Westchor muss schließlich etwa einhundert Jahre später einem repräsentativen Westbau weichen, der allerdings nicht nach den ursprünglichen Plänen abgeschlossen wurde. Zudem wurde das Hauptschiff eingewölbt. Noch heute lassen sich in dem in die Straße hineinragenden Bau die Ansätze für eine Zwerggalerie erkennen.
Weitere Bauphasen waren der Renaissance und dem Barock geschuldet. Die nördliche Vorhalle wurde 1551/52 errichtet und verband die Stiftskirche St. Georg mit der ehemaligen benachbarten bescheideneren Pfarrkirche St. Jakob, die 1825 bei der Anlage der Georgstraße niedergelegt wurde. St. Georg war sodann Pfarrkirche. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Kirche wegen drohender Einsturzgefahr von 1928 bis 1930 grundlegend saniert. Die ursprüngliche romanische Farbigkeit wurde nicht wiederhergestellt, sondern dem aktuellen Zeitgeist entsprechend innen schlicht geweißt. Aus dieser Bauphase stammen die farbigen Fenster Jan Thorn Prikkers.
Die südliche Renaissancevorhalle von 1536 fiel den Bomben des Zweiten Weltkrieges zum Opfer und wurde nicht wieder aufgebaut. Dem ebenfalls zerstörten barocken Dach des Westbaus folgte in der Zeit des Wiederaufbaus der Kirche ein schmuckloses Pyramidendach.
Architektur [Bearbeiten]
Die Basilika St. Georg ist eine nach außen bescheiden wirkende dreischiffige Kirche mit einer nördlichen Vorhalle und einem quadratischen Westbau aus staufischer Zeit. Die drei Kirchenschiffe münden hinter dem Querbau in drei Apsiden. Die mittlere, der Chor, liegt höher als das gedrungene Langhaus. Die zwei kleineren Apsiden liegen ebenfalls höher und geben nur einen knappen Durchgang zum Chor frei. Wo einige romanische Kölner Kirchen einen hohen Westturm besitzen, findet sich bei St. Georg nach dem Wiederaufbau statt des noch 1828 vorhandenen weiteren Stockwerks mit einer gewaltigen Barockhaube nur ein schlichtes Walmdach. Innen ist der Westbau aber reich ausgestaltet. Über einem drei Meter hohen Sockel ragt eine hohe Hängekuppel auf. Die Kreuzgratgewölbe des Kirchenschiffs aus der Mitte des 12. Jahrhunderts, die auf zwei zusätzlichen Pfeilern zwischen den Säulen ruhen, lassen die Halle niedriger erscheinen und erreichen nur in der Mitte die Höhe der ursprünglichen romanischen Holzdecke. Von der Vorhalle aus führt der Weg auch auf einen kleinen Friedhof mit dem Charakter und der Atmosphäre eines Kreuzgangs.
Ausstattung [Bearbeiten]
Zur Ausstattung von St. Georg gehört die im Chor hängende Kopie des Georgs-Kruzifixes, dessen Original von 1067 als Torso im Museum Schnütgen aufbewahrt wird, sowie das Altarbild von Barthel Bruyn dem Jüngeren aus dem 16. Jahrhundert im südlichen Querschiff. Auf der Rückseite des rechten Bildflügels sind die Patrone der Basilika, St. Caesarius und St. Georg, dargestellt. Im Zentrum steht die Beweinung Christi. Im Westbau befindet sich das ausdrucksstarke Gabelkreuz, ein Pestkreuz des 14. Jahrhunderts sowie ein romanischer Taufstein mit Bogenreihung an der Außenwandung des Beckens. Aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammen die farbigen Fenster Jan Thorn Prikkers.
Orgel [Bearbeiten]
1970 wurde eine Orgel der Firma Seifert gebaut. Sie besitzt 12 Register auf 2 Manualen und Pedal und hat folgende Disposition:
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- Koppeln: II/I, I/P, II/P
- Spielhilfen:
Glocken [Bearbeiten]
Fünf Glocken aus den Jahren 1506, 1553, 1627, 1733 und aus dem 18. Jahrhundert mit einem Gesamtgewicht von etwa 2.625 kg wurden durch Kriegseinwirkung zerstört. Das heutige Geläut besteht aus drei kleinen Bronzeglocken.[1]
| Nr. |
Name |
Gussjahr |
Gießer |
Durchmesser (mm) |
Gewicht (kg) |
Nominal (16tel) |
| 1 | Gloria | 1989 | Florence Hüesker | 820 | 322 | b1 +3 |
| 2 | Harmonia | 1989 | Florence Hüesker | 620 | 152 | es2 +4 |
| 3 | ? | 20. Jh. | Hans Hüesker | 482 | 60 | g2 +5 |
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Gerhard Hoffs (Hg.): Glockenmusik katholischer Kirchen Kölns. S. 139–145. (PDF-Datei; 5,3 MB)
Literatur [Bearbeiten]
- Sabine Czymmek: „Colonia Romanica. Die Kölner Romanischen Kirchen - Schatzkunst.“ Greven Verlag, Köln 2007. ISBN 978-3-7743-0421-5.
Weblinks [Bearbeiten]
- Digitalisierte Archivbestände zu St. Georg im digitalen Historischen Archiv Köln
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50.9318888888896.9568888888889Koordinaten: 50° 55′ 55″ N, 6° 57′ 25″ O