St. Johann im Pongau

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St. Johann im Pongau
Wappen von St. Johann im Pongau
St. Johann im Pongau (Österreich)
St. Johann im Pongau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: St. Johann im Pongau
Kfz-Kennzeichen: JO
Hauptort: Sankt Johann im Pongau
Fläche: 78,14 km²
Koordinaten: 47° 21′ N, 13° 12′ O47.3513.2565Koordinaten: 47° 21′ 0″ N, 13° 12′ 0″ O
Höhe: 565 m ü. A.
Einwohner: 10.852 (1. Jän. 2015)
Bevölkerungsdichte: 139 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 5600; 5602
Vorwahl: 06412
Gemeindekennziffer: 5 04 18
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 18
5600; 5602 St. Johann im Pongau
Website: www.stjohannimpongau.at
Politik
Bürgermeister: Günther Mitterer (ÖVP)
Gemeinderat: (2014)
(25 Mitglieder)
 ÖVP  13,  FPÖ  5,  SPÖ  4,  GRÜNE  3
Lage der Stadt St. Johann im Pongau im Bezirk St. Johann im Pongau
Bad Gastein Altenmarkt im Pongau Bad Hofgastein Bischofshofen Dorfgastein Eben im Pongau Filzmoos Flachau (Salzburg) Forstau Goldegg im Pongau Großarl Hüttau Hüttschlag Kleinarl Mühlbach am Hochkönig Pfarrwerfen Radstadt St. Johann im Pongau St. Martin am Tennengebirge Sankt Veit im Pongau Schwarzach im Pongau Untertauern Wagrain (Pongau) Werfen Werfenweng SalzburgLage der Gemeinde St. Johann im Pongau im Bezirk St. Johann im Pongau (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Das Salzachtal nordwärts um St. Johann, vorne am Salzachknie Schwarzach-St. Veit
Das Salzachtal nordwärts um St. Johann, vorne am Salzachknie Schwarzach-St. Veit
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

St. Johann im Pongau (Pongauer Dialekt: Seiger Håns, Sénnig Håns oder Seini(g) Håns, Kurzform: St. Johann/Pg.) ist die Hauptstadt und mit 10.852 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2015) zugleich einwohnerstärkste Gemeinde des Bezirkes im Bundesland Salzburg.

Geografie[Bearbeiten]

Salzach bei St. Johann

St. Johann im Pongau im Salzachpongau gut 50 Kilometer südlich von Salzburg. Sie liegt im Salzachtal im südlichen Bischofshofen-St.-Johanner Becken kurz nach dem großen Knie der Salzach, taleinwärts südlich von Bischofshofen, zwischen den Salzburger Schieferalpen im Nordteil (Dientner Berge im Westen, Fritztaler Berge im Osten), den Radstädter Tauern (Teil der Niederen Tauern) im Südosten und den Ausläufern der Ankogelgruppe (Hohe Tauern) im Südwesten. Das Gemeindegebiet umfasst die Salzachtalungen auf um die 550 m ü. A., das Hochgründeck (1827 m ü. A.) rechts, die Abhänge des Palfnerkogels (1413 m ü. A.) links, sowie die unteren Täler der Wagrainer Ache (Kleinarlerache) und der Großarler Ache (die Liechtensteinklamm), zwei rechten Nebenbächen der Salzach, die östlichsten der Tauerntäler.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Mühlbach am Hochkönig Bischofshofen Hüttau
Sankt Veit im Pongau Nachbargemeinden Wagrain
Großarl
Eine als Nachbargemeinde bezeichnete, jedoch nicht direkt an das Gemeindegebiet von St. Johann angrenzende Gemeinde ist Schwarzach im Pongau, welches durch das St. Veiter Gemeindegebiet in einem wenige Kilometer breiten Streifen vom St. Johanner Gemeindegebiet getrennt ist.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 10 Katastralgemeinden und Ortschaften (weitgehend deckungsgleich, in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1] und Fläche gerundet):

Rechts der Salzach im Zentrum der Gemeinde liegt die Stadt, links gegenüber Reinbach mit Steg und Halldorf. Talauswärts liegen rechts am Hochgründeck noch über der Stadt Rettenstein mit der Rotte Obkirchen, und die zerstreuten Häuser Maschl und Urreiting, und links die zerstreuten Häuser Einöden mit dem Palfner Dörfl. Taleinwärts liegt gegen großarl hin die Rotte Plankenau mit dem Alpendorf, und die Wagrainerache hinauf die zerstreuten Häuser Hallmoos, Floitensberg und Ginau.

Zählsprengel der Gemeinde sind St. Johann-Zentrum, Salzachviertel-Süd und -Nord für die Lagen am Fluss, Unterer Markt-Plankenau an der Wagrainerachenmündung (Teile von Sankt Johann und Plankenau), sowie St. Johann-Nord für Rettenstein, Maschl, Urreiting, St. Johann-Südost für die anderen Teile von Plankenau, Hallmoos, Floitensberg, Ginau, und St. Johann-West für die rechte Talseite mit Reinbach, Einöden.

Geschichte[Bearbeiten]

Frühe Geschichte[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Johannes („Pongauer Dom“)

Funde deuten auf eine erste Besiedlung des Gebietes in der Bronzezeit etwa 2000 v. Chr. hin, speziell die Stollensysteme und hölzernen Grubeneinbauten für den Kupferabbau im Arthurstollen.

Es gibt eine Deutung, dass die Römische Fernstraße Virunum–Iuvaum (Zollfeld–Salzburg) von Altenmarkt her über die Wagrainer Höhe gelaufen sei,[2] dann könnte hier die Station Vocario gelegen haben; die Trasse über das Fritztal gilt aber inzwischen als gesichert, und es wird dafür Pfarrwerfen/Werfen angenommen. Jedenfalls werden sich hier aber mit Sicherheit niederrangigere Straßen über Wagrainerhöhe und in den Salzachpinzgau getroffen haben.

Erwähnt ist die Gegend und die eine Kirche das erste mal 924 in bischöflichen Aufzeichnungen. Die erste Nennung des Namens erfolgte 1074 (ad sanctum Johannem). Einen ersten Rückschlag erlitt die Besiedlung[3] durch die Pest 1348,[4] um 1350 dürften hier 350 Menschen gelebt haben.[3]

Frühere Neuzeit[Bearbeiten]

Während der Bauernkriege 1525/26 der Reformationszeit stellte sich St. Johann auf Seite der Protestanten. Nach der Niederschlagung konnte sich St. Johann aber gut entwickeln, so wurde 1672 das Landgericht St. Johann im Pongau begründet.[5] Im Zuge der Ausweisung von Protestanten aus dem Erzbistum Salzburg, die 1731 ihren Höhepunkt fand, mussten 2500 Einwohner als Salzburger Exulanten die Pfarre verlassen (mindestens 70 % der Einwohner).[3] Ein weitere Rückschlag der wirtschaftlichen Entwicklung war der Marktbrand von 1855.

Zwischenkriegszeit und Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Russisches Ehrenmal

Das Recht zur Führung eines Wappens erhielt St. Johann im Jahr 1929. Die Krobatinkaserne wurde 1936 errichtet.

Von 1939 bis zum 23. Dezember 1945 hieß die Gemeinde Markt Pongau (Reichsgau Salzburg). Nationalsozialistischer Bürgermeister wurde Hans Kappacher (ernannt durch Kreisleiter Josef Kastner). Kappacher wurde in den 1950er Jahren erneut Bürgermeister und vom Gemeinderat zum Ehrenbürger ernannt. 1940 wurden die Halleiner Schulschwestern, seit den 1720ern ansässig, vertrieben.[6][7] Hier befand sich dann ab 1941 ein Stammlager für Kriegsgefangene, das Stalag XVIII C (317) mit zeitweise bis zu 30.000 Gefangenen und einer Wachmannschaft von etwa 1.000 Mann. Durch Hunger, Erfrieren und Seuchen starben von 1941 bis 1945 im STALAG „Markt Pongau“ an die 4000 sowjetische Kriegsgefangene. Der Russenfriedhof am Abhang der B311 nördlich der Speedwaybahn erinnert heute noch daran.

Zeit der Zweiten Republik[Bearbeiten]

In den letzten Jahrzehnten entwickelte sich die Gemeinde zu einer wichtigen Tourismusdestination, sie ist einer der Hauptorte des Tourismusverbands Salzburger Sportwelt und Schiverbunds Ski Amadé. Damit entstand auch das Alpendorf.

Am 24. Juni 2000 wurde die Gemeinde, die ab 1290 Markt war, zur Stadt erhoben, womit sie gleichrangig neben Bischofshofen steht.

Politik[Bearbeiten]

Sankt Johann ist die Bezirkshauptstadt des Bezirks St. Johann/Pongau und Gerichtsort des Gerichtsbezirks St. Johann im Pongau

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

13
5
4
3
13 
Von 25 Sitzen entfallen auf:

Sitzverteilung seit der Gemeinderatswahl 2014:

Bürgermeister ist Günther Mitterer von der ÖVP.

Gemeinderatswahl 2014[8]
Wahlbeteiligung: 64,3 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
51,4 %
(-2,9 %p)
17,8 %
(-5,7 %p)
19,6 %
(+7,8 %p)
11,2 %
(+0,9 %p)
2009

2014

St. Johann im Pongau, Gemeindeamt in der Hauptstraße

Wappen[Bearbeiten]

Wappen at st johann.png

Das Wappen der Stadt ist beschrieben:

Im roten Schilde die auf einem grünen Boden stehende, halb rechts gewendete Figur des Hl. Johannes des Täufers mit gelblichem Unter- und braunem, lodenfärbigen Obergewande, in der Rechten ein Buch mit daraufliegendem Osterlamm mit Fahne haltend.

Johannes der Täufer ist der Patron der Stadt (die katholische Pfarrkirche ist aber beiden Johannes gewidmet, auch dem Evangelisten). Das Wappen wurde 1929 verliehen.

Regionalpolitik[Bearbeiten]

Die Stadt gehört zum Salzburger Planungsverband Pongau.

Hauptort der Gemeinde: Stadt Sankt Johann im Pongau [Bearbeiten]

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Sankt Johann im Pongau (Stadt)
Ortschaft (Hauptort der Gemeinde)
Katastralgemeinde St. Johann im Pongau
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland St. Johann im Pongauf8, Salzburg
Pol. Gemeinde St. Johann im Pongau
Koordinaten 47° 20′ 56″ N, 13° 12′ 17″ O47.34881313.20465616
Höhe 616 m ü. A.
Einwohner d. Ortsch. 4418 (2001)
Gebäudestand 651 (2001)
Fläche d. KG 1,16 km²
Postleitzahl 5600 St. Johann i.P.f0
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 14046
Katastralgemeinde-Nummer 55124
Zählsprengel/ -bezirk St. Johann-Zentrum, Salzachviertel-Süd, Unterer Markt-Plankenau, Salzachviertel-Nord (50418 X [000,001,002,006])
Bild
Stadtkern, vom Hochglocker
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; SAGIS
Stadtzentrum

Hauptort der Gemeinde, wie auch Ortschaft und Katastralgemeinde, ist die Stadt Sankt Johann im Pongau. Sie liegt 52 südlich des Zentrums von Salzburg, auf um die 615 m ü. A. Höhe rechts über der Salzach am Fuß des Hochgründecks auf einer Talterrasse, etwa 50 Meter über dem Fluss und an dessen Ufer hinunter.

Nachbarorte, -ortschaften und -katastralgemeinden:
Einöden
(O u. KG)

Palfner Dörfl

Maschl (O u. KG)
Salzach
Reinbach
(O u. KG)
Nachbargemeinden Rettenstein
(O u. KG)
Plankenau (O u. KG)

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Ortschaft Sankt Johann im Pongau umfasst knapp 700 Gebäude mit etwa 4700 Einwohnern, das sind nicht ganz die Hälfte der Gemeindebevölkerung (gut 40 %).

Die Stadt gliedert sich in:

  • St. Johann-Zentrum um die Dekanatspfarrkirche, mit den alten Ortslagen Oberer Markt und Unterer Markt, bis an die Terrassenkante, an der die Adelsberger Promenade verläuft, und den ehemaligen Lackenfeldern um Schulzentrum, Hotel Alpenland, Finanzamt, bis Mehrlgasse–Färbergasse, sowie den Ortslagen oberhalb (Zaglausiedlung) bis um die B163 Wagrainer Straße (ca. 1900 Einwohner/280 Gebäude)
  • die alte Vorstadt (Vormarkt) südlich unterhalb, von der Vormarktbrücke und dem Salzachweg und an der Wagrainerache entlang der Mühlgasse zur alten Wagrainerstraße (ca. 850 EW/80 Geb.; Zählsprengel Unterer Markt-Plankenau mit den zu Plankenau gehörigen Ortslagen südlich der Wagrainerache)
  • das Salzachviertel westlich an der Salzach, mit nördlich dem Sportplatz und der Krobatinkaserne bis zur Südtirolersiedlung bei der Bundesstraßenbrücke (ca. 2000 EW/350 Geb.; Zählsprengel -Süd und -Nord)
  • die Ortslagen unterhalb von Rettenstein (Rettensteinweg, Elisabethinum und Kindergarten), die schon zu jener Katastralgemeinde gehören

Die Katastralgemeinde St. Johann im Pongau mit 116,4 Hektar ist also etwas kleiner als die Ortschaft.

Ortsgeschichte[Bearbeiten]

Die erste Kirche dürfte schon spätestens im 10. Jahrhundert als Gründung von Pfarrwerfen her bestanden haben (Erwähnung 924). Die erste Nennung des Ortes erfolgte 1074 als „ad sanctum Johannem in villa“ (‚Im Ort bei Sankt Johann‘, womit hier noch die Kirche gemeint ist), auch das Doppelpatrozinium beider Johannes spricht für hohes Alter.[9] Die Entwicklung zum Markt ist ab 1290 belegt, 1329 wurde eine neue Kirche eingeweiht.

1525/26, während der Bauernkriege wurde der Ort geplündert und verwüstet. Seit 1672 war es dann Sitz eines selbständigen Landgerichts.[5]

Schon kurz nach ihrer Gründung 1723 liessen sich hier die Halleiner Schulschwestern nieder, um eine Volksschule zu führen. Sie wurden 1940 vertrieben, konnten aber nach dem Krieg zurückkehren (heute Höhere Lehranstalt für Wirtschaftliche Berufe Elisabethinum).[7] 1812 wurde St. Johann dann Dekanatssitz.[10]

31. Mai 1855 fand der große Marktbrand statt, der einen Großteil des Ortes vernichtete, die Kirche wurde gänzlich neu aufgebaut. Noch um 1900 war der Ort nur ein größerer Marktflecken mit um die 120 Häusern, nicht mehr als im 16. Jahrhundert.[3] Nach dem Krieg wurden dann mehrere weitere Schulen gegründet, 1973 wurde das Gemeindespital geschlossen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verwaltung und öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Als Verwaltungszentrum des Pongau ist St. Johann Sitz zahlreicher Einrichtungen und Ämter: Bezirkshauptmannschaft mit Bezirksbuchhaltung, Bezirksschulinspektor, Bezirksschulrat, Amtstierarzt, Amtsarzt, Abteilungen Gewerbe- und Baurecht, Umweltschutz, Katastrophenschutz, Forstwirtschaft, amtliche soziale und psychosoziale Dienste, Polizei und Verkehr und Jugendwohlfahrt sowie Finanzamt, Bezirksgericht und Bezirkspolizeikommando.

Die Funktion des wirtschaftlichen Zentralortes teilt sich St. Johann mit der Nachbarstadt Bischofshofen, die beiden Gemeinden bilden zusammen die Stadtregion St. Johann im Pongau.[11] Die Krankenhäuser hingegen sind von alters her in Schwarzach-St. Veit angesiedelt (Barmherzige Schwestern, Schwarzenberg’sches Krankenhaus, Landeskrankenhaus).

In St. Johann finden sich ein Altenheim, drei Kindergärten, zwei Volksschulen, ein Sonderpädagogisches Zentrum, ein Gymnasium, eine neue Mittelschule, eine Handelsakademie, eine Polytechnische Schule, eine Landesberufsschule und das Elisabethinum.

Militärische Einrichtungen[Bearbeiten]

Die Goldhaube, die österreichische Luftraumüberwachung, ist eine militärische Einrichtung in St. Johann. Die Einsatzzentrale Basisraum, wie der amtliche Name für den 1978–1982 errichteten Regierungsbunker lautet, bietet Raum für Luftraumüberwachung, Speise- und Aufenthaltsräume für Soldaten und eine eigene Wasser- und Stromversorgung. Die kleine „Stadt“ unter der Erde ist vollkommen abgeriegelt von der Außenwelt. Nur berechtigte Militär- und Zivilbedienstete haben Zutritt. In Kriegszeiten ist vorgesehen, dass alle Mitglieder der österreichischen Regierung in diesen Bunker übersiedeln, um von dort aus die Staatsverwaltung zu leiten. Damit ist St. Johann auch ein strategisch wichtiger Ort. Zur Anlage gehört die Krobatinkaserne als Truppenstandort.

Tourismus[Bearbeiten]

St. Johann im Pongau profitiert von seiner alpinen Lage in erster Linie im Tourismussektor. Nicht nur im Winter ist vor allem der Stadtteil Alpendorf ein wichtiges Fremdenverkehrszentrum mit einer Vielzahl von Hotels und einem Gondelbetrieb. Direkt vom Ortszentrum führt ein Sessellift auf den Hahnbaum. Die Hahnbaumpisten werden aber vorwiegend von Einheimischen und Familien benutzt. Jährliche Veranstaltungen (traditionelle Umzüge, Feste) sind fixe Bestandteile im Jahreszyklus der Stadt. Viele Besucher strömen im Winter zum großen Krampuslauf, für den St. Johann in der Umgebung berühmt ist.

Im Sommer bieten sich zahlreiche Bergtouren und Wanderungen, ein Schwimmbad und ein Badesee an. Ein beliebtes Ausflugsziel ist die wenige Kilometer von St. Johann entfernte Liechtensteinklamm.

Am 1787 m hohen Gernkogel befindet sich der Erlebnispark Geisterberg, der vom Ortsteil Alpendorf mit der Gondelbahn und von der Bergstation mit dem Geisterzug erreicht werden kann.[12] Teil der Anlage ist der Geisterturm auf dem Gipfel des Gernkogels[13], ein 14 m hoher Sendeturm, der 2014 mit zwei Aussichtsplattformen ummantelt wurde, von denen sich ein traumhaftes 360°-Panorama bietet.[14]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

St.-Johannes-Kirche, Innenansicht

In der Stadt:

  • Pfarrkirche Hll. Johannes der Täufer und Evangelist (Pongauer Dom): 924 erstmals urkundliche Erwähnung einer Kirche an dieser Stelle. Der heutige Kirchenbau ist ein Wiederaufbau von 1855, nach dem großen Marktbrand: neugotisch mit einem Turm, welcher jedoch 1871 einstürzte. Die Kirche wurde im selben Stil, jedoch zweitürmig wieder aufgebaut. Die neugotischen Altäre beherbergen mehrere spätgotische Figuren. Die Kirche stellt ein Hauptwerk kirchlicher Architektur im Alpenraum dar. Im Volksmund wird sie auch als „Pongauer Dom“ bezeichnet. Diese Bezeichnung erklärt sich aus der Größe und Bauform des Gebäudes, jedoch nicht aus seiner Geschichte, da die Pfarrkirche zu keiner Zeit Bischofssitz war.
  • Annakapelle: Links neben dem „Dom“ gelegen, ist sie das einzige vom großen Stadtbrand 1855 verschont gebliebene gotische Sakralgebäude in St. Johann. Die Annakapelle zeichnet sich durch zwei Besonderheiten aus: Erstens ist sie ist eine zweigeschossige Kirche. Da der ursprüngliche Bau aus dem 9. Jahrhundert durch Flugerde langsam verdeckt wurde, wurde ein zweites Stockwerk (der heute benutzte Kirchraum) etwa 1340 aufgestockt. Zweitens wurde die Annakapelle ab 1980 von der römisch-katholischen Pfarrgemeinde und der evangelischen Pfarrgemeinde unter Kostenteilung gemeinsam renoviert und wird von beiden Religionsgemeinschaften für Gottesdienste genutzt.

In der Gemeinde:

  • Arthurstollen: Ein montanhistorisches Denkmal ist der Arthurstollen, eine prähistorische Grubenanlage mit weit reichenden Schachtsystemen für den ehemaligen Kupferabbau; zahlreiche Holz-, Stütz und Metallfunde. Zurzeit ist der Besuch des Stollens aus Sicherheitsgründen behördlich untersagt (Stand 2015). Eine Besichtigung des Wasserschlosses am Eingang (aus der Zeit der Nutzung als Wasserleitung) ist möglich.
  • Garten mit Denkmälern der Opfer im Kriegsgefangenenlager Markt Pongau (STALAG) aus der NS-Zeit in Reinbach.
  • Friedenskirche Hochgründeck beim Heinrich-Kiener-Haus am Hochgründeck; moderne Holzkirche.
  • Bergkirche Ginau in Ginau; neugotische Votivkapelle.
  • Liechtensteinklamm: eine von der „Großarler Ache“ geschaffene 4000 m lange und 300 m tiefe Schlucht; Naturdenkmal.
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in St. Johann im Pongau

Kulturgeschehen heute[Bearbeiten]

Die Vereine organisieren den größten Teil der Kulturveranstaltungen, wobei die Schwerpunkte auf Volkskultur und Volksmusik liegen.

Die im Jahr 2004 gegründete „Kultur:Plattform“ organisiert ein Programm, welches als Ergänzung zu den bereits bestehenden Kulturaktivitäten im Ort gedacht ist und sich vor allem der Gegenwartskultur widmet.

Außerdem befindet sich im Kern der Kleinststadt das so genannte Kultur- und Kongresshaus, das für diverse Veranstaltungen genutzt wird.

Sport[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Albert Kohlbegger, Chronik von St. Johann im Pongau. 2. Auflage 1983, Publikation der Stadt St. Johann.
  • Gerhard Moser (Hg.): Stadtbuch St. Johann im Pongau. Publikation der Stadt St. Johann, 2005.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: St. Johann im Pongau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Registerzählung vom 31. Oktober 2011 (pdf).
  2. Geht zurück auf August Prinzinger, etwa: Befund über die Begehung des Radstädter Tauern, Pongauer Seite, zur Erhebung des Zuges der Römerstraße und ihrer Denkzeichen. in: MGSLK 21, 1881, S. 80–89.
  3. a b c d  Kurt Klein (Bearb.), Vienna Institute of Demography (VID) d. Österreichische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Historisches Ortslexikon. Statistische Dokumentation zur Bevölkerungs- und Siedlungsgeschichte. Salzburg, o.D. (aktual.), St. Johann im Pongau, S. 71 f (Ortschaft St. Johann im Pongau S. 72, Onlinedokument, Erläuterungen. Suppl., beide; pdf).
  4.  Klein, VID (Hrsg.): Historisches Ortslexikon. Salzburg, o.D. (aktual.), Bezirk St. Johann im Pongau (Pongau), S. 58 (Onlinedokument; pdf).
  5. a b  Klein, VID (Hrsg.): Historisches Ortslexikon. Salzburg, o.D. (aktual.), Ehemalige Gerichte des Erzstiftes Salzburg: St. Johann, S. 9 (und Ehem. Gerichtsbezirk St. Johann im Pongau, S. 59, Onlinedokument; pdf).
  6. Franz Ortner: Der Kampf gegen die weiblichen Orden (1938–1945), dargestellt am Beispiel der Halleiner Schulschwestern. In: Staat und Kirche in der „Ostmark“. Frankfurt am Main u.a. 1998, S. 237–280.
  7. a b Halleiner Schwestern Franziskanerinnen (halleiner-schwestern.net);
    Halleiner Schwestern Franziskanerinnen, kulturgueter.kath-orden.at;
    Geschichte, elisabethinum.ac.at.
  8. Gemeindevertretungswahlen am 9. März 2014: Gemeinde St. Johann im Pongau, Stimmen. salzburg.gv.at.
  9. Nämlich dann, wenn der genaue Patron vergessen wurde.
  10. Lit. Stadtbuch St. Johann im Pongau, Kapitel Kleine Kirchengeschichte, S. 150.
  11.  Klein, VID (Hrsg.): Historisches Ortslexikon. Salzburg, o.D. (aktual.), Stadtregion St. Johann im Pongau (Abgrenzung 2001), S. 73 (Onlinedokument; pdf).
  12. Geisterberg. auf bergfex.at.
  13. News 2014/2015 im Skigebiet Alpendorf, auf der Webseite von St. Johann-Alpendorf, alpendorf.com, abgerufen am 20. März 2015.
  14. Aussichtsplattform am Gipfel, auf meinbezirk.at vom 15. September 2014, abgerufen am 20. März 2015.