St. Lamberti (Gladbeck)

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Pfarrkirche St. Lamberti

Die katholische Pfarrkirche St. Lamberti ist ein denkmalgeschütztes Kirchengebäude in Gladbeck im Kreis Recklinghausen in Nordrhein-Westfalen.

Geschichte und Architektur[Bearbeiten]

Die Gemeinde führt ihre Gründung, ausgehend von der Benediktiner-Abtei Werden, auf die Zeit der Sachsenmission von 772 bis 804 unter Karl dem Großen zurück. Diese Annahme ist allerdings nicht urkundlich abgesichert. Erstmals erwähnt wurde sie in einer Urkunde von 1019. Es sind zwei Vorgängerkirchen bekannt, die an derselben Stelle standen. Die romanische, dreischiffige Hallenkirche des 13. Jahrhunderts stand bis 1797. Es sind von diesem Gebäude keine Abbildungen oder Zeichnungen überliefert. Unter der Leitung von Kleinhaus aus Mülheim wurde 1797 eine einschiffige, barocke Saalkirche mit vier Fensterachsen errichtet. Das Chorjoch war querrechteckig angesetzt. Der Turm war mit einer Zwiebel gekrönt. Da mit der Industrialisierung Gladbecks die Bevölkerung stark anstieg, wurde diese Kirche bald zu klein. Vor dem Abbruch der Kirche wurde als Interimslösung der noch heute benutzte Kolpinghaussaal erstellt.

Die Planung für den Neubau übernahm Dombaumeister Bernhard Hertel aus Köln. Das Gebäude repräsentiert den im Historismus des 19. Jahrhunderts besonders beliebten Typus einer dreischiffigen, neugotischen Halle. Sie war etwa 70 Meter lang und 30 Meter breit. Der Chor mit 5/8 Schluss, polygonale Nebenchöre und ein Querhaus rundeten den Eindruck ab. Das Gebäude war voll ausgemalt und reich ausgestattet. Die Kirche wurde 1899 durch den Bischof von Münster geweiht. Bis auf den Turm wurde die Kirche im Zweiten Weltkrieg vollkommen zerstört. Ein Wiederaufbau fand von 1947 bis 1953 statt. 1974 wurde umfassend renoviert und unter der Leitung des Architekten Bernd Kösters nach den Vorgaben des II. Vatikanischen Konzils, der Innenraum umgestaltet. Beherrschendes Element der Umgestaltung war Die Wand, ein aus seriell hergestellten plastischen Elementen aufgerichtete, nicht total zugemauerte Scheibe zwischen Chor und Querhaus. Der darin eingelassene, kreisrunde Tabernakel ist beidseitig sichtbar.

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinz Dohmen: Abbild des Himmels, Tausend Jahre Kirchenbau im Bistum Essen. Verlag Hoppe und Werrry, 1977

51.5730096.994122Koordinaten: 51° 34′ 23″ N, 6° 59′ 39″ O