St. Maria (Sehnde)

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Altarraum

Die Pfarrkirche St. Maria, benannt nach Maria (Mutter Jesu), ist eine von zwei katholischen Kirchen im Gebiet der Stadt Sehnde (Am Papenholz 7, die zweite ist St. Josef in Bolzum). Sie wurde 1954/55 erbaut und am 5. Juni 1955 geweiht. Ihre Pfarrgemeinde gehört zum Dekanat Hannover im Bistum Hildesheim, zu ihr gehören heute (2014) etwa 1600 Mitglieder.

Zur Vorgeschichte des Kirchenbaus gehört der Zweite Weltkrieg und das Einströmen der Heimatvertriebenen in den Westen Deutschlands. Die damit verbundene Mischung der Konfessionen führte auch in Sehnde, das seit der Reformation fast ausschließlich evangelisch war, ab 1946 zum Entstehen einer katholischen Ortsgemeinde.

Dem Kirchbau standen zunächst außer materiellen auch politische Hindernisse im Weg, da die damalige Kommunalverwaltung eine katholische Kirche im Ort gern verhindert hätte. Dagegen war die evangelische Gemeinde von Anfang an kooperativ und stellte für besondere Festgottesdienste, vor allem zur Erstkommunion, ihre Kreuzkirche zur Verfügung. An normalen Sonntagen fand die hl. Messe in der Friedhofskapelle, an Werktagen in einer provisorischen Baracke statt, die auch als Jugendtreff diente.

Nach langen Verhandlungen und Sammlungen konnte schließlich ein Grundstück am Westrand des Ortes erworben und mit großer Eigenleistung der Gemeindemitglieder und mit freiwilligen Arbeitskräften aus Belgien (Bauorden) die Kirche errichtet werden.

Das Gebäude (Architekt: Josef Fehlig, Hildesheim) ist eine schlichte, langgestreckte Halle mit einem erhöhten und schmaleren rechteckigen Altarraum. Der im Grundriss quadratische Glockenturm (21 m), der sich nach oben leicht verjüngt und in dem seit 2003 drei neue Glocken hängen, wird von einem drei Meter langen Kreuz aus Kupferblech gekrönt. Er ist durch einen Gang mit der Kirche verbunden. Im Erdgeschoss des Turmes befindet sich die Taufkapelle. Turm und Schiff sind in gedecktem Weiß verputzt.

Der helle Innenraum enthält außer dem Altar aus rötlichem Marmor, dem bronzenen Ambo mit Pflanzen- und Evangelistensymbolen, dem Osterleuchter (Lebensbaum mit Paradiesesschlange) und dem vor einer Sonnenscheibe aufgestellten, mit Goldblech verkleideten Tabernakel (sämtlich Werke von Hanns Joachim Klug) die Holzfiguren eines großen hängenden Crucifixus, einer Muttergottes mit Kind, der hl. Hedwig von Schlesien sowie beim Eingang der Bergmannspatronin Barbara. Diese erinnert zusammen mit einer daneben angebrachten Grubenlampe an den Kalibergbau, der im 20. Jahrhundert ein Haupterwerbszweig Sehndes war.

2011 wurden im Eingangsbereich der Kirche zwei Apostelfenster (Petrus und Paulus) – ebenfalls Werke von Hanns Joachim Klug – aus der 2010 profanierten Magdalenenkapelle in Evern mit einer Hinterglasbeleuchtung angebracht und in Anwesenheit des Künstlers neu gesegnet.

Die Orgel der Gebr. Hillebrand von 1987 hat zwei Manuale und Pedal, 1120 Pfeifen und 15 klingende Register.

Das Patrozinium der Kirche ist Maria Königin (22. August).

Am 1. Juli 1957 wurde die Kirchengemeinde Sehnde eingerichtet. Seit dem 1. Mai 2007 gehört die Gemeinde zum damals neu gegründeten Dekanat Hannover, zuvor gehörte sie zum Dekanat Hannover-Ost. Die früher ebenfalls zur Pfarrgemeinde St. Maria gehörende Kapelle in Evern wurde 2010 profaniert.

Zur Kirchengemeinde St. Maria gehören heute die Ortschaften Dolgen, Evern, Gretenberg, Haimar, Rethmar, Sehnde und Wassel.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: St. Maria (Sehnde) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • 50 Jahre St. Maria Sehnde, Hildesheimer Chronik Bd. 16, von Heinz-Siegfried Strelow, Hg. Bistumsarchiv, 2005

52.3203333333339.9567166666667Koordinaten: 52° 19′ 13″ N, 9° 57′ 24″ O