St. Michael (Göttingen)

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St. Michael

St. Michael ist eine katholische Kirche im historischen Zentrum von Göttingen.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach der Gründung der Universität in Göttingen wurden auch die strikten religiösen Beschränkungen etwas gelockert, ab 1747 waren wieder öffentliche katholische Gottesdienste zugelassen. Die Michaelskirche wurde 1787/89 als erste nachreformatorische katholische Kirche der Stadt gebaut, damals als unauffällige turmlose Saalkirche in der Straßenflucht. Ihr heutiges Erscheinungsbild mit neobarocker Turmfassade erhielt sie erst 1892/93. Sie war der Mittelpunkt eines kleinen katholischen Zentrums mit Gemeindehaus (1832) und Schule (etwa 1872), Pfarrhaus (um 1800) und dem Hospital „Alt-Maria-Hilf“.[1]

Architektur[Bearbeiten]

St. Michael ist eine schlichter Saalbau aus unverputztem Bruchsteinmauerwerk mit Werksteingliederung.[1] Das Gebäude ist mit starker Südabweichung nach Westen ausgerichtet, die neobarocke Straßenfassade mit dem Haupteingang und dem Turm bildet die Ostseite. Das Innere ist geprägt von der jüngsten grundlegenden Umgestaltung im Jahr 1986 unter der Leitung von Hubertus Frauendorf. Die liturgischen Ausstattungsstücke schuf Josef Baron, die Chorfenster Albert Reinker.

St. Michael ist heute das Zentrum der katholischen City-Pastoral in Göttingen.

Orgel[Bearbeiten]

Die Orgel von St. Michael wurde 1989 durch die Orgelbaufirma Eisenbarth (Passau) erbaut. Das Instrument hat 34 Register auf Schleifladen. Die Spieltrakturen sind mechanisch, die Registertrakturen mechanisch und elektrisch. Teilweise fand Pfeifenmaterial der Vorgängerorgel(n) Wiederverwendung.[2]

I Hauptwerk C–c4

1. Rohrpommer 16'
2. Prinzipal 8'
3. Holzflöte 8'
4. Spitzgambe 8'
5. Oktave 4'
6. Rohrflöte 4'
7. Nasat 22/3'
8. Superoctave 2'
9. Mixtur IV-V 11/3'
10. Trompete 8'
Tremulant
II Schwellwerk C–c4
11. Prinzipal 8'
12. Flûte traversière 8'
13. Holzgedackt 8'
14. Salizional 8'
15. Vox coelestis 8'
16. Violprinzipal 4'
17. Traversflöte 4'
18. Quintflöte 22/3'
19. Flageolett 2'
20. Terzflöte 13/5'
21. Larigot 11/3'
22. Plein jeu IV-V 2'
23. Basson-Hautbois 8'
III Trompetenwerk C–g4
24. Bombarde 16'
25. Trompette harmonique 8'
26. Clairon 4'
27. Cornet V 8'
Pedal C–g1
25. Violon 16'
26. Subbaß 16'
28. Prinzipalbaß 8'
29. Bordun 8'
30. Fugara 4'
31. Hintersatz V 22/3'
32. Posaune 16'

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Ilse Röttgerodt-Riechmann: Stadt Göttingen. In: Christiane Segers-Glocke (Hrsg.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Baudenkmale in Niedersachsen. 5.1, Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig 1982, ISBN 3-528-06203-7, S. 49.
  2. Näheres zur Eisenbarth-Orgel

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: St. Michael (Göttingen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

51.5309679.935567Koordinaten: 51° 31′ 51″ N, 9° 56′ 8″ O