St. Nikolaus (Köln-Dünnwald)

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St. Nikolaus
Grundriss 1901

St. Nikolaus ist eine römisch-katholische Pfarrkirche in Köln-Dünnwald in Nordrhein-Westfalen. Sie wurde ursprünglich als Stiftskirche der Prämonstratenserinnen errichtet.

Geschichte[Bearbeiten]

St. Nikolaus geht auf ein 1117/18 gegründetes Augustinerchorherrenstift zurück, welches 1143 mit Prämonstratenserinnen aus Kloster Steinfeld besetzt wurde. Der Gründungsbau war zunächst eine kurze, querschifflose flachgedeckte Pfeilerbasilika, welche bereits Mitte des 12. Jahrhunderts für die Prämonstratenserinnen um drei Joche nach Westen, eine Nonnenempore und einen Turm erweitert wurde. 1122 verleiht der Kölner Erzbischof Friedrich von Schwarzenberg der Kirche die vollen Pfarrrechte. Lange Zeit wurde die Auffassung vertreten, dass ein geplanter zweiter Turm nie zur Ausführung gekommen ist. Forschungen des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege in den Jahren 1997–2007 im Rahmen einer umfangreichen Sanierung des Kirchengebäudes haben jedoch nachgewiesen, dass der Südturm existiert hat und Ende des 16. Jahrhunderts wegen Baufälligkeit abgerissen wurde. In diesem Zuge wurde das Dach des Mittelschiffes von 42° auf 54° angehoben. Außerdem wurden drei kleine romanische Fenster in der Westfassade durch das heutige, große Rundbogenfenster mit Maßwerk ersetzt. Die Blüte des Stifts führte zu Tochtergründungen im Rheinland in Meer und Füssenich und Kloster Doksany in Böhmen. Im 14. Jahrhundert erfolgte die Einwölbung des nördlichen Seitenschiffes.

Im Zuge des Dreißigjährigen Krieges wurde das Stift verlassen und 1643 durch den Abt von Steinfeld in ein Priorat umgewandelt. 1653 erfolgte die Barockisierung des nördlichen Seitenschiffes, in deren Zuge es die charakteristischen Quergiebeldächer erhielt. Die Apsis erhielt die geschweifte Haube. Ende des 17. Jahrhunderts wird das Collegium Nobertinum, die Hochschule des Prämonstratenserordens, für einige Jahre nach Dünnwald verlegt.

1803 wurde das Stift säkularisiert und St. Nikolaus Pfarrkirche. 1875 wurde das südliche Seitenschiff in romanisierenden Formen erneuert.

Im Zuge der Sanierung 1997-2007 und der punktuellen Öffnung des Kirchenbodens wurden Fundamentreste im nördlichen Seitenschiff entdeckt, die von einem Vorgängerbau (somit aus der Zeit vor 1100) stammen. Sie sind in der Kirche in einer Schautafel dokumentiert und dürften damit die ältesten baulichen Zeugnisse in Dünnwald sein.

Die sakralen Einbauten der Kirche (Altar, Taufbecken) wurden von dem Bildhauer Eduard Schmitz (1897-1965) gestaltet, der in seinem Wirken sehr von Ernst Barlach beeinflusst war.

Das künstlerische Highlight der Kirche findet man in der gotischen Kapelle (1480-1500) an der Südseite der Kirche. Hier ist einer der seltenen Malereizyklen des 15. Jahrhunderts weitgehend erhalten geblieben. Der gotische Raum enthält Darstellungen der 12 Aposteln, der Verkündigung Mariens und der Darstellung der heiligen Sippe.

Auf der Nordseite der Kirche besteht ein vorgelagerter Innenhof, der ehemalige Friedhof, auf dem etliche alte Grabmäler in Form der bergischen Steinkreuze aus dem 17./18. Jahrhundert erhalten sind. Das älteste Grabkreuz datiert aus dem Jahre 1572. Ab 1860 wurden hier jedoch keine Bestattungen mehr durchgeführt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred Becker-Huberti, Günther A. Menne (Hrsg.): Kölner Kirchen. Die Kirchen der katholischen und evangelischen Gemeinden in Köln. J. P. Bachem Verlag, Köln 2004.
  • Paul Clemen (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Band 5, Abt. II: Die Kunstdenkmäler des Kreises Mülheim am Rhein. Schwann, Düsseldorf 1901, S. 214f.
  • Leonard Korth: Das Kloster Dünwald. In: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein (AHVN) 44 (1885).
  • Lehrer Josef Winter: Kleine Dünnwalder Chronik, 1927, abgerufen am 11. Dezember 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

50.9992747.031663Koordinaten: 50° 59′ 57″ N, 7° 1′ 54″ O