St. Pantaleon (Oberösterreich)

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St. Pantaleon
Wappen von St. Pantaleon
St. Pantaleon (Oberösterreich) (Österreich)
St. Pantaleon (Oberösterreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Braunau am Inn
Kfz-Kennzeichen: BR
Fläche: 18,32 km²
Koordinaten: 48° 0′ N, 12° 54′ O48.00722222222212.895555555556436Koordinaten: 48° 0′ 26″ N, 12° 53′ 44″ O
Höhe: 436 m ü. A.
Einwohner: 3.112 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 170 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5120
Vorwahl: 06277
Gemeindekennziffer: 4 04 37
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
St. Pantaleon 54
5120 St. Pantaleon
Website: www.stpantaleon.at
Politik
Bürgermeister: Valentin David (ÖVP)
Gemeinderat: (2009)
(25 Mitglieder)
11 SPÖ, 10 ÖVP, 4 OGL
Lage der Gemeinde St. Pantaleon im Bezirk Braunau am Inn
Altheim Aspach Auerbach Braunau am Inn Burgkirchen Eggelsberg Feldkirchen bei Mattighofen Franking Geretsberg Gilgenberg am Weilhart Haigermoos Handenberg Helpfau-Uttendorf Hochburg-Ach Höhnhart Jeging Kirchberg bei Mattighofen Lengau Lochen am See Maria Schmolln Mattighofen Mauerkirchen Mining Moosbach Moosdorf Munderfing Neukirchen an der Enknach Ostermiething Palting Perwang am Grabensee Pfaffstätt Pischelsdorf am Engelbach Polling im Innkreis Roßbach St. Georgen am Fillmannsbach St. Johann am Walde St. Pantaleon (Oberösterreich) St. Peter am Hart St. Radegund St. Veit im Innkreis Schalchen Schwand im Innkreis Tarsdorf Treubach Überackern Weng im Innkreis OberösterreichLage der Gemeinde St. Pantaleon (Oberösterreich) im Bezirk Braunau am Inn (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

St. Pantaleon[1] (auch Sankt Pantaleon; in der lokalen Mundart Pontigo) ist eine Gemeinde im oberösterreichischen Innviertel (Bezirk Braunau am Inn), mit 3112 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014). Der zuständige Gerichtsbezirk ist der Gerichtsbezirk Mattighofen, bis 2004 gehörte die Gemeinde zum Gerichtsbezirk Wildshut.

Geografie[Bearbeiten]

St. Pantaleon liegt auf 436 m ü. A. im Innviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 7,5 km, von West nach Ost 5,7 km. Die Gesamtfläche beträgt 18,2 km². 23,6 % der Fläche sind bewaldet, 63,7 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 15 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[2]):

  • Roidham (28)
  • St. Pantaleon (843)
  • Seeleiten (91)
  • Steinwag (42)
  • Stockham (74)
  • Trimmelkam (364)
  • Wildshut (142)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden St. Pantaleon, Steinwag und Wildshut.

Des Weiteren gibt es Siedlungen mit eigenen Bezeichnungen, die einer oder zwei Ortschaften zugerechnet werden:

Im Gemeindegebiet befindet sich in einer bewaldeten Senke der kleine Höllerersee.

Geschichte[Bearbeiten]

Seit Gründung des Herzogtums Bayern war der Ort bis 1779 bayrisch und kam nach dem Frieden von Teschen mit dem Innviertel (damals „Innbaiern“) zu Österreich.

Während der napoleonischen Kriege wieder kurz bayrisch, gehört St. Pantaleon seit 1814 endgültig zu Oberösterreich.

Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau.

Mahnmal bei der Erinnerungsstätte in St. Pantaleon, zum Gedenken an die Opfer des NS-Straflagers in Weyer

Während der NS-Zeit wurde von den Nationalsozialisten im Juli 1940 auf dem damaligen Gemeindegebiet in Weyer (heute der Gemeinde Haigermoos zugehörig) das Arbeitserziehungs- und Zigeuneranhaltelager St. Pantaleon-Weyer eingerichtet, das zunächst bis Januar 1941 als Arbeitserziehungslager betrieben und dann bis Ende 1941 als Zigeuneranhaltelager weitergeführt wurde.[3][4]

Im Jahr 2000 wurde auf einer Gemarkung der Gemeinde St. Pantaleon an der Moosach, einem kleinen Nebenfluss der Salzach, die Erinnerungsstätte Lager Weyer/Innviertel geschaffen und dort ein Mahnmal errichtet. Die Häftlinge des ehemaligen nationalsozialistischen Gefangenenlagers in Weyer waren damals bei der Regulierung der Moosach als Zwangsarbeiter eingesetzt worden.

Eine Brücke, die in unmittelbarer Nähe zum ersten Lager über die Moosach führt und die St. Pantaleon mit der Salzburger Gemeinde St. Georgen verbindet, wurde 2009 vom Sankt Pantaleoner Bürgermeister gemeinsam mit dem Bürgermeister der Nachbargemeinde zur Brücke der Erinnerung erklärt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 3108 Einwohner, 2001 wurden 3062 Bewohner gezählt.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Valentin David (ÖVP), der sich 2009 in der Stichwahl gegen den bisherigen Bürgermeister Herbert Huber durchsetzte.

Wappen[Bearbeiten]

Die offizielle Beschreibung des Gemeindewappens lautet: „Geteilt; oben in Silber ein blauer, rot bewehrter und bezungter, schreitender Löwe, unten in Grün schräggekreuzt ein silberner Hammer und ein silberner Schlegel.“ Die Gemeindefarben sind blau-weiß-grün.

Verkehr[Bearbeiten]

Im Gemeindegebiet liegen fünf Stationen der Bahnstrecke Bürmoos–Trimmelkam. Diese wird von der Salzburg AG betrieben und ist als Linie S11 in die S-Bahn Salzburg integriert. Die Haltestellen werden stündlich, teilweise halbstündlich angefahren.

Sport und Freizeit[Bearbeiten]

Höllerersee

Der Höllerersee gilt als Ausflugsziel und wird sommers und winters zu Freizeitzwecken genutzt (Schwimmen, Fischen, Eislaufen). Er ist einer von mehreren kleinen Seen aus dem weiter umliegenden Gebiet, die namensgebend für die Tourismusregion Seelentium waren, der St. Pantaleon angehört.

Durch das Gemeindegebiet von St. Pantaleon führt der als R 25 geführte „Ibmer Moor Radweg“, ein Radwanderweg vom nahen Ibmer Moor, der über die St. Pantaleoner Ortschaft Riedersbach nach Hochburg-Ach führt.

Vereine[Bearbeiten]

  • Musikkapelle St. Pantaleon
  • Kinderfreunde Riedersbach
  • Landjugend St. Pantaleon
  • USV St. Pantaleon
  • Bergbaufreunde St. Pantaleon

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in St. Pantaleon (Oberösterreich)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Franz Höfer (* 1980), Triathlet, lebt in St. Pantaleon
  • Karl Kinzl (1878–1949), Landwirt und Politiker, Mitglied des Gemeindeausschusses
  • Ludwig Laher (* 1955), Schriftsteller, lebt in St. Pantaleon
  • Lukas Perman (* 1980), Sänger, als Sohn von Gemeindearzt Ulrich Permanschlager in St. Pantaleon aufgewachsen
  • Karlheinz Schönswetter (1941–2006), Künstler, war von 1981 bis 1989 Direktor der Hauptschule St. Pantaleon
  • Reinhard Todt (* 1949), Politiker, geboren in St. Pantaleon

Literatur[Bearbeiten]

  • Ludwig Laher: Herzfleischentartung. Roman. Ungekürzte Taschenbuchausgabe. Haymon Verlag, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-85218-808-9.
  • Ludwig Laher: Das Zigeuneranhaltelager Weyer-St. Pantaleon. Zufälliges Zentrum der NS-Aussonderungspolitik im Gau Oberdonau. In: Oberösterreichisches Landesarchiv (OÖLA) (Hrsg.), Florian Freund (Bearb.): Oberösterreich und die „Zigeuner“. Politik gegen eine Minderheit im 19. und 20. Jahrhundert. OÖLA, Linz 2010, ISBN 978-3-900313-97-5 (online).
  • Andreas Maislinger: Ergänzung einer Ortschronik. „Arbeitserziehungslager“ und „Zigeunersammellager“ Weyer. In: Österreich in Geschichte und Literatur. Mit Geographie, Heft 3–4/1988, ISSN 0029-8743.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sankt Pantaleon, Upper Austria – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die amtliche Schreibweise ist festgelegt bzw. dargestellt in der Aufstellung der Gemeinden der oberösterreichischen Landesregierung im Internet und auf Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde
  2. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  3. Ludwig Laher: Herzfleischentartung. Roman. Ungekürzte Taschenbuchausgabe. Haymon Verlag, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-85218-808-9.
  4. Ludwig Laher: Das Zigeuneranhaltelager Weyer-St. Pantaleon. Zufälliges Zentrum der NS-Aussonderungspolitik im Gau Oberdonau. In: Oberösterreichisches Landesarchiv (OÖLA) (Hrsg.), Florian Freund (Bearb.): Oberösterreich und die „Zigeuner“. Politik gegen eine Minderheit im 19. und 20. Jahrhundert. OÖLA, Linz 2010, ISBN 978-3-900313-97-5 (online).